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Meuterei 1918

Die Gehorsamsverweigerungen in der deutschen Hochseeflotte, welche am 27. Oktober 1918 begannen, sind als unmittelbare Reaktion der Besatzungen auf den eigenmächtig von der Marineführung getroffenen Entschluss zum "letzten Flottenvorstoß" zu sehen; die Mannschaften sprachen in diesem Zusammenhang von einer "Todesfahrt".

Bis zum 29. Oktober 1918 - einen Tag vor dem geplanten Auslaufen - eskalierten die Ereignisse: Zahlreiche Geschwaderkommandeure und Befehlshaber bezweifelten die Zuverlässigkeit ihrer Verbände. Der Flottenchef, Admiral Hipper ließ die Operationsplanung fallen und versuchte die Situation durch die Beteuerung des gemeinsamen Friedenswillens zu deeskalieren. Auf Anraten des Chefs des III. Geschwaders, Vizeadmiral Kraft, ließ Admiral Hipper dessen Geschwader nach Kiel verlegen, um die aufrührerischen Kräfte zu teilen.

Auf diese Weise gelangte der "revolutionäre Funke" auch nach Kiel und konnte sich so von zwei Standorten wellenförmig über das Reich ausbreiten.

Im Mittelpunkt der Forderungen der meuternden, die rote Fahne hissenden Soldaten stand vor allem die Beseitigung der militärischen Führungsprobleme innerhalb der Marine; treten zwar politische Veränderungswünsche in den Forderungskatalogen nicht in den Vordergrund, so muss der von der Matrosenmeuterei ausgehende "Geist nach Veränderung und Umsturz" dennoch als Impulsgeber für die Revolution 1918/1919 als bedeutsam gewertet werden.

Die Seekriegsleitung musste nach dem Bericht des Flottenchefs am 7. November 1918 eingestehen, dass ihr Auftrag, den "Widerstand zu brechen" nicht mehr ausführbar war und sich sämtliche Geschwader der Großkampfschiffe "in der Hand der Matrosen" befinden, "die formell zwar den Offizieren das Kommando überlassen, aber tatsächlich die Macht ausüben. Diese Verbände sind als Kriegsinstrument nicht mehr anzusehen."

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Kriegsende

Seit dem deutschen Waffenstillstandsersuchen war es bei nüchterner Betrachtung der Lage klar, dass die Siegermächte zukünftig ein Wiedererstarken einer deutschen Flotte nicht zulassen würden. Waren die kleineren Siegermächte Italien und Frankreich an einer grundsätzlichen Aufteilung der deutschen Flotte interessiert, so verfolgte Großbritannien das Ziel, entweder die deutsche Hochseeflotte zu vernichten oder ihrer eigenen Flotte hinzuzufügen. Letzteres lag jedoch nicht im Interesse der Amerikaner.

Ohne eine Entscheidung in dieser Frage zu erzielen, wurde zunächst die Internierung der modernsten deutschen Seestreitkräfte in einen neutralen Hafen angeordnet: Deutschland musste 16 Großkampfschiffe, 8 Kreuzer, 50 Torpedoboote - neben allen Ubooten - abliefern.

Da zunächst kein neutraler Hafen gefunden werden konnte, - nach Ansicht des Historikers Jost Dülffer wohl auch nicht gesucht worden war - gelang es dem britischen Flottenchef Beatty, die deutsche Flotte am 21. November 1918 in dem britischen Stützpunkt Scapa Flow zu internieren.

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Stand vom: 25.06.2008 | Autor:

http://www.marine.de/portal/a/marine/ueberuns/geschichte/kaiserliche/ersterwk%3Fyw_contentURL=%2F01DB070000000001%2FW26FEBQT343INFODE%2Fcontent.jsp.html