Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > RIMPAC 2016 - Üben in einem ungewöhnlichen Maßstab

RIMPAC 2016
Reservisten des Dezernates Marineschifffahrtleitung bei RIMPAC 16

Östlicher Pazifik, 18.08.2016.

Seit Juli 2016 beteiligt sich die Deutsche Marine an dem weltgrößten, maritimen Manöver „Rim of the Pacific“, kurz RIMPAC 2016, im östlichen Pazifik. Für die deutsche Premiere des Manövers nehmen die Minentaucher aus Eckernförde teil. Zudem ist die Marineschifffahrtleitung an dem Manöver beteiligt.

Logo RIMPAC 2016
Logo RIMPAC 2016 (Quelle: 2016 RIMPAC)

Maritimes Großaufgebot: insgesamt nehmen dieses Jahr 26 Nationen mit 45 Schiffen, fünf Ubooten, mehr als 200 Flugzeugen sowie 25.000 Soldatinnen und Soldaten teil. Unter ihnen befinden sich auch rund 20 Minentaucher und weiteres Unterstützungspersonal des Seebataillons der Deutschen Marine aus Eckernförde. Die hochkomplexe Übung, die nur alle zwei Jahre stattfindet, wird vom 30. Juni bis 4. August andauern und zwischen den Hawaii-Inseln und dem südlichen Kalifornien abgehalten.

Als größte Marineübung der Welt, von der United States Pacific Fleet geplant und durchgeführt, bietet RIMPAC einzigartige Trainingsmöglichkeiten: Wie grundsätzlich alle militärischen Manöver dient es auch dazu, Kooperationen zu trainieren und zu vertiefen. So bekommen auch die Soldatinnen und Soldaten einen Einblick in die Arbeitsweise anderer Marinen – nur eben in einem ungewöhnlich großen Maßstab. Übergeordnetes Ziel dieses Manöver ist es aber, in einem breiten Spektrum militärische Flexibilität zu demonstrieren. Das realistische Trainingsprogramm umfasst amphibische Operationen, Anti-Uboot- und Luftverteidigungsübungen sowie Pirateriebekämpfung und Minenräumoperationen.

Erstmals fand RIMPAC im Jahr 1971 statt. In diesem Jahr sind Dänemark, Italien und Deutschland das erste Mal dabei. Eine weitere Premiere wird es auch für den Ausrichter, die US Navy, geben: der scharfe Schuss mit einer „Harpoon“-Anti-Schiff-Rakete von einem der Küstenkampfschiffe der „Independence“-Klasse. Zudem leitet eine singapurische Fregatte erstmals den Verband.

Nach den vorherigen Spannungen zwischen der Volksrepublik China und den USA stehen in diesem Jahr, durch die Teilnahme von fünf chinesischer Einheiten, besonders die militärischen Beziehungen zwischen den beiden Nationen im Mittelpunkt.

Während des Manövers erhalten Sie hier einen Einblick in die Arbeit der Minentaucher und der Soldaten der Marineschifffahrtsleitung, die sich an RIMPAC 2016 beteiligen.


nach oben


Reservisten des Dezernates Marineschifffahrtleitung bei RIMPAC 16

Französische Fregatte „Prairial“ läuft aus Pearl Harbor aus.
Französische Fregatte „Prairial“ beim Auslaufen aus Pearl Harbor (Quelle: 2016 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Als größte Marineübung der Welt bietet RIMPAC einzigartige Trainingsmöglichkeiten. Wie grundsätzlich alle militärischen Manöver dient sie auch dazu, Kooperationen zu trainieren und zu vertiefen. Übergeordnetes Ziel dieses Manövers war es, in einem breiten Spektrum militärische Flexibilität zu demonstrieren. Das realistische Trainingsprogramm umfasste Operationen zu Wasser und zu Land: Anti-Uboot- und Luftverteidigungsübungen, Pirateriebekämpfung und Minenräumoperationen.

Als „Embargo Control Liasion Officer“ fuhren Fregattenkapitän Klein und Kapitänleutnant Eidenschink auf der französischen Fregatte „Prairial“ mit. Ihre Aufgabe war die Durchsetzung von Bestimmungen, die den Ex- und Import von Waren und Rohstoffen unterbinden sollten. Sie unterstützten unter anderem auch aktiv bei Boarding-Einsätzen.

Kapitänleutnant Fuchs und Kapitänleutnant Stösser waren als Teil der NCAGS-Organisation (Naval Cooperation and Guidance for Shipping), zusammen mit amerikanischen und australischen Kameraden, in der „Joint Base Pearl Harbour/Hickam“ stationiert. Die Organisation bietet Reedereien und Kapitänen auf freiwilliger Basis eine vorbeugende Beratung über Art und Ausmaß von Gefahren in bestimmten Seegebieten an. Im Gegenzug erwartet die NCAGS-Organisationen Informationen der Schiffe, die an der Beratung teilnehmen, über ihre Positionen und Bewegungen, um ein möglichst vollständiges Lagebild aufbauen zu können.

Eine der ersten Aufgaben dieser deutschen Zelle bestand darin, die Marineeinheiten bei einer humanitären Katastrophenübung als Verbindungsoffiziere vor Ort zu vertreten. Hierzu waren die beiden Marineschifffahrtleitoffiziere Fuchs und Stösser vorübergehend in der 322. Civil Affairs Brigade eingesetzt, eine Einheit für die zivil-militärische Zusammenarbeit. Anschließend waren sie am Aufbau des Koordinationsteams für die zivile Schifffahrt (Shipping Cooperation Team) in Honolulu beteiligt. Unter anderem stellten sie dafür den ersten Kontakt mit den örtlichen Hafenbehörden her. Fuchs und Stösser hielten außerdem NCAGS-Briefings auf Handelsschiffen und waren in die NCAGS-Wachgruppe im „Pacific Warfighting Center“ integriert.

nach oben

Taktikphase

Taucher arbeiten vom SMA Boomranger aus.
Abwechslungsreiche Übungen für Minentaucher (Quelle: 2016 Bundeswehr / Seebataillon)Größere Abbildung anzeigen

Ein weiteres umfangreiches Übungsszenario im Rahmen von RIMPAC 2016 stand an. Rund um das Seegebiet von San Clemente Island in Süd Kalifornien wurden zahlreiche Seeminen ausgelegt. Diese sollten in einer Operation so weit entfernt werden, dass eine Anlandung und Befreiung der von der radikalen Miliz „Draco“ eroberten Insel möglich ist.

Am 29. Juli war es dann soweit: die militärische Operation zur Befreiung von San Clemente Island hatte begonnen. Bereits seit zehn Tagen arbeitete man fieberhaft, um diesen Auftrag zu erfüllen. Schwer passierbare Seewege wurden durch verschiedenste Verfahren und Methoden der beteiligten Nationen bis in den Flachwasserbereich abgesucht. Wichtige Objekte wurden durch den Einsatz der „Remus“-Drohne oder durch die von der U.S. Navy eingesetzten Delphine untersucht und anschließend durch Tauchteams und den Meeressäugern identifiziert oder wenn nötig beseitigt.

Es ist 4 Uhr morgens am Tag der Landungsoperation. In der Morgendämmerung taucht plötzlich ein Minentaucher am Begleitboot auf und wird aufgenommen. Er meldet: „Ladung wurde platziert.“ Über Funk wird dies an den Einsatzstab weitergegeben, der die Erlaubnis zur Sprengung gibt. Die letzten gefundenen Objekte wurden im Bereich des Gebietes beseitigt und die Anlandung der Marines kann planmäßig erfolgen.

Ein deutsches Team vom Seebataillon, bestehend aus zehn Minentaucherkräften, einem Logistiker der Minentaucherkompanie, einem Sanitäter der San-Einsatzgruppe und einem drei-Mann starken Drohnentrupp der Aufklärungskompanie, nahm an der amerikanischen Großübung Rim of the Pacific 2016 teil. Zusammen mit australischen und japanischen Minentaucherkräften sowie den amerikanischen Delphinen zur Minenabwehr wurde das deutsche Team auf der USS Pearl Harbor“ eingeschifft und arbeitete in enger Kooperation mit den anderen Nationen.

Insgesamt war es ein intensives, abwechslungsreiches und sehr kooperatives Manöver, bei dem viele verschiedene Aufgabenbereiche geübt und durchgeführt wurden. Das deutsche Team wurde dabei voll in die Übung integriert und setzte dabei diverse Akzente für den erfolgreichen Abschluss der Großübung RIMPAC. Besonders in der Kooperation mit den verschiedenen Nationen war es ein großer Erfolg und es konnten neue Freundschaften geschlossen werden.

nach oben

Damn the torpedos! Full speed ahead!“

Hauptbootsmann Wolfgang Hopf auf dem amerikanischen Lenkwaffenkreuzer USS „Mobile Bay“.
Hauptbootsmann Wolfgang Hopf auf dem amerikanischen Lenkwaffenkreuzer USS „Mobile Bay“ (Quelle: 2016 U.S.Navy / Wolfgang Hopf)Größere Abbildung anzeigen

Hauptbootsmann Wolfgang Hopf befindet sich derzeit auf dem Lenkwaffenkreuzer USSMobile Bay“. Im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen der deutschen und der US-amerikanischen Marine, begleitet er ebenfalls das weltgrößte, maritime Manöver „Rim of the Pacific“, kurz RIMPAC 2016, im östlichen Pazifik.

Die USS „Coronado“, in See.
Die amerikanische , USS „Coronado“ bei RIMPAC 2016 (Quelle: 2016 U.S.Navy / W. Hopf)Größere Abbildung anzeigen

nach oben

Briefing auf der „Horizon Spirit“

Kapitänleutnant Fuchs während des Briefings für den Kapitän der „Horizon Spirit“.
Kapitänleutnant Fuchs beim Briefing (Quelle: 2016 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Wie bereits angekündigt konnten wir Anfang dieser Woche mit unseren Briefings an Bord der Schiffe beginnen. Wir wurden an Bord des Dampfschiffes „Horizon Spirit“ durch den Chief Mate und den Kapitän sehr freundlich empfangen und hatten das Gefühl, dass wir auf Interesse und offene Ohren der Schiffsführung, in Bezug auf das Thema NCAGS, gestoßen sind. In diesem Sinne werden wir im Laufe der Woche weiter fortfahren. Bevor das Manöver sich langsam dem Ende zuneigt ist mindestens noch ein weiteres Briefing geplant.

Die „Horizon Spirit“ ist ein 244 m langes Dampfschiff, was derzeit die feste Route Los Angeles - Honolulu - Los Angeles zur Versorgung der Insel Oahu fährt.

Kapitänleutnant Fuchs hat während des ca. 15-minütigen Briefings dem Kapitän der „Horizon Spirit, Captain Smith, die Aufgaben der NCAGS-Organisation erklärt, sowie einen kurzen Einblick in das Manöver RIMPAC 2016 vermittelt. Anschließend fand noch ein informatives Gespräch zwischen allen Beteiligten auf der Brücke der „Horizon Spirit“ statt.

Auf dem Weg zur Gangway hat der Chief Mate uns dann noch einen Blick in den Maschinenraum gewähren lassen.

nach oben

Ankunft beim Security Cooperation Team

Gruppenfoto auf der „Missouri“, Deutsche Vertreter KL Stösser (3.v.l.) und KL Fuchs  (2.v.r.).
Deutsch-Amerikanisches Team an Bord der USS „Missouri“ (Quelle: 2016 Bundeswehr / Jan N. Fuchs)Größere Abbildung anzeigen

Fregattenkapitän Oliver Klein und Kapitänleutnant Klaus Eidenschink befinden sich weiterhin auf See. Im Laufe der nächsten Woche werden die beiden Soldaten zum Security Cooperation Team auf Honolulu zurückkehren.

Wie in unserem letzten Bericht angedeutet, hat sich die Lage vor Ort für uns etwas anders dargestellt als vorher erwartet, sodass wir von unserem ursprünglichen Plan abweichen und improvisieren mussten. Nach Klärung administrativer Punkte war es uns am Anfang dieser Woche möglich, unser Security Cooperation Team in direkter Nähe zum Hafen und den dort ansässigen Behörden zu errichten. Nach derzeitigem Planungsstand soll das SCT im Laufe der nächsten Tage erstmalig an Bord eines zivilen Handelsschiffes gehen, um dort mit der Schiffsführung Gespräche zu führen und diese über das Manöver zu informieren.

Das SCT setzt sich derzeit aus dem Kapitänleutnant Jan-Nicolas Fuchs, sowie zwei amerikanischen Kameraden zusammen. In der Zwischenzeit wurde der Kapitänleutnant Kai Stösser in die NCAGS-Wachgruppe im Pacific Warfighting Center integriert.

nach oben

Deutsche Minentaucher im Pazifik

SMA Boomeranger vor der USS „Pearl Harbor“.
SMA Boomeranger vor der USS „Pearl Harbor“ (Quelle: 2016 Bundeswehr / Seebataillon)Größere Abbildung anzeigen

Mitternacht. Die riesige Heckklappe der fast zweihundert Meter langen „USS Pearl Harbor“ senkt sich langsam ab. Wellen schlagen über das teilweise geflutete Zwischendeck und fast lautlos gleiten drei schwarze Schlauchboote ins Wasser. Bemannt sind sie mit australischen, japanischen und deutschen Minentauchern. Sie setzen östlichen Kurs und ihre Silhouetten verschwinden augenblicklich in der sternklaren Nacht. Ihr Auftrag ist das Lokalisieren, Identifizieren und gegebenenfalls Beseitigen von Seeminen und Hindernissen im Flachwasserbereich. Hierdurch soll der „Freedom of Navigation“, die Bewegungsfreiheit und die Sicherheit für die nachfolgenden amphibischen Kräfte sichergestellt werden.

Ausladen der Schlauchboote SMA Boomeranger aus 40ft Containern in der Naval Base San Diego.
Ausladen der Schlauchboote SMA Boomeranger aus 40ft Containern in der Naval Base San Diego (Quelle: 2016 Bundeswehr / Seebataillon)Größere Abbildung anzeigen

Doch bevor es losging, bezogen die Eckernförder Marinesoldaten Quartier auf der „USS Pearl Harbor“. Noch im Hafen liegend übten die Soldaten des Seebataillons mit den Minentauchern der anderen Nationen zusammen und spielten die Sicherheitsprozeduren durch. Erst danach konnten Sie ihren eigentlich Auftrag, die Seeminenabwehr, in Angriff nehmen. Diesen Übungsabschnitt haben die Einsatzkräfte des Seebataillons erfolgreich gemeistert. Tauchgänge in verschiedenen Tiefen, Absprünge aus Hubschraubern und den Einsatz der „REMUS“-Drohne haben sie geübt. Jetzt geht es in den nächsten Abschnitt der Übung, die „Taktikphase“.

nach oben

Start der Marineschifffahrtleitung bei RIMPAC 2016

Das Dezernat Marineschifffahrtleitung des Marinekommandos ist mit vier Reserveoffizieren beim US-Manöver RIMPAC 16 vertreten.

Die RIMPAC-Teilnehmer des Dezernats Marineschifffahrtleitung.
Die RIMPAC-Teilnehmer des Dezernats Marineschifffahrtleitung (Quelle: 2016 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Fregattenkapitän Klein und Kapitänleutnant Eidenschink fahren als Embargo Control Liasion Officer auf der Französischen Fregatte „Prairial“ mit. Ihre Aufgabe ist die Durchsetzung von Gesetzen zur Unterbindung des Exports und Imports von Waren oder Rohstoffen.

Sie unterstützen unteranderem auch aktiv bei Boarding-Einsätzen während des Manövers. Kapitänleutnant Fuchs und Stösser sind als Teil der NCAGS-Organisation (Naval Cooperation and Guidance for Shipping), zusammen mit amerikanischen und australischen Kameraden auf der Joint Base Pearl Harbour - Hickam stationiert. Die Organisation bietet Reedereien und Kapitänen auf freiwilliger Basis eine vorbeugende Beratung über Art und Ausmaß von Gefahren in bestimmten Seegebieten an. Im Gegenzug erwartet die NCAGS-Organisationen Informationen der an der Beratung teilnehmenden Schiffe über ihre Positionen und Bewegungen, um ein möglichst vollständiges Lagebild aufbauen zu können.Eine der ersten Aufgaben bestand darin die Marineeinheiten bei einer humanitären Katastrophenübung (Tsunami) als Verbindungsoffizier vor Ort zu vertreten.

Hierzu wurden die beiden Marineschifffahrtleitoffiziere vorübergehend in der 322sten Civil Affairs Brigade eingesetzt (Organisation für eine zivil-militärische Zusammenarbeit). Anschließend wurde mit dem Aufbau des Koordinationsteams der zivilen Schifffahrt in Honolulu begonnen. Unter anderem wurde dafür der erste Kontakt mit den örtlichen Hafenbehörden hergestellt.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 20.11.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.aktuelle&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7CABUL6C337DIBR