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Innere Führung heute: Lagefeststellung bei der Marine

Rostock, 09.11.2017.

Im Marinekommando hat vom 25. bis 27. Oktober der sechste Pilot-Workshop „Innere Führung – heute“ stattgefunden. Er ist verknüpft mit intensiver Reflexion der Führungskultur in der gesamten Bundeswehr. Und er bedient sich der ungewohnten Methode Storytelling.

Eine gute, offene und ehrliche Diskussion“, hat sich der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, von den Teilnehmern des Workshops zur Inneren Führung gewünscht. Im Rostocker Marinekommando sind 30 Soldatinnen und Soldaten im Dienstgrad vom Kapitänleutnant bis zum Kapitän zur See zusammengekommen – auf Einladung ihres Inspekteurs, aber mit einem größeren Ziel vor Augen. Denn wie Admiral Krause ausgeführt hat: „Wir wollen nicht nur im eigenen Saft kochen.“

Was bedeutet die Aufforderung des Admirals konkret? Die Atmosphäre in den drei Arbeitsgruppen des Workshops ist kreativ und konstruktiv. Die Teilnehmer des Workshops erzählen von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit guter Führung. Individuelle Beispiele, positive und negative, gehören zur Methode, die die Moderatoren bewusst einsetzen.

Das Storytelling, also eine persönliche Geschichte zu erzählen, ist Brainstorming am Beispiel“, erläutert einer der Moderatoren vom Beratungsunternehmen BwConsulting. Dieses unterstützt bei der Durchführung der Workshops und verstärkt mit erfahrenem Personal die Arbeitsgruppe „Innere Führung –heute“ des Verteidigungsministeriums.

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Fehlentwicklungen entdecken, Führung stärken

Potraitaufnahme des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause
Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine (Quelle: 2017 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Im geschützten Raum offen reden und zwar ohne Sorge, dass Vorgesetzte etwas falsch verstehen könnten, ist deshalb der wohl wichtigste Abholpunkt bei dieser Bestandsaufnahme. Die Arbeitsgruppe möchte auf diese Weise ein klares Bild von der tatsächlichen Situation innerhalb der Bundeswehr bekommen.

Wir wollen ein ehrliches Lagebild der Führungskultur in den Streitkräften gewinnen“, lautet denn auch für Brigadegeneral Oliver Kohl, Leiter der Arbeitsgruppe, in aller Kürze der Auftrag. „Es geht nicht darum, Schuldige zu suchen, sondern unter anderem Fehlentwicklungen zu entdecken und ihnen dann entgegenzuwirken.“ Vor allem gehe es aber darum, die verantwortlichen Führer in ihren Aufgaben zu stärken.

Die Teilnehmer des Workshops in Rostock nehmen die Veranstaltung gut an. Die „Storytelling“-Methode ist für die meisten allerdings noch etwas ungewohnt.

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„Was stelle ich mir unter guter Führung vor?“

Mit ihrem Tagesbefehl vom 10. Mai 2017 ließ Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen das umfassende Programm „Innere Führung – heute“ anlaufen. Ziel des Programms ist es, ein vollständiges, aggregiertes und ehrliches Lagebild zur Führungskultur in den Streitkräften sowie daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen zu erhalten. Die Workshopteilnehmer sollen durch selbst Erlebtes sowohl Negatives wie Positives herausstellen – immer unter der Leitfrage: „Was stelle ich mir unter guter Führung vor, und wie können wir sie weiterentwickeln?“.

Der Workshop vom 25. bis 27. Oktober in der Hanse-Kaserne in Rostock ist bereits der sechste einer „Pilotphase“, die im September begonnen hat. Fünf weitere bei Luftwaffe, Streitkräftebasis, Sanitätsdienst, Cyber- und Informationsraum sowie Heer haben schon in diesem Jahr stattgefunden. Und das organisationsbereichsübergreifend: Beim Workshop des Heeres in Strausberg hat Admiral Krauses Stellvertreter, Befehlshaber der Flotte Vizeadmiral Rainer Brinkmann, die Keynote zur Einstimmung ins Thema gehalten. Bei der Marine hat dies sein Pendent, der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Carsten Jacobson, übernommen.

Für die Workshops der ersten Phase sind jeweils 30 Bataillons- und Kompaniechefs – für die Marine also Geschwaderkommandeure, Kommandanten und Inspektionschefs – eingeladen gewesen. Unterteilt in drei Arbeitsgruppen, zwei für Vorgesetzte der Disziplinarstufe 1, eine für die Stufe 2, lieferten sie den Moderatoren Beispiel um Beispiel.

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Ein Vorhaben, das Geduld braucht

Portraitaufnahme des stellvertretenden Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Carsten Jacobson
Generalleutnant Carsten Jacobson, Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres bei seiner Keynote (Quelle: 2017 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Nächstes Jahr, nach einer ersten Rückmeldung an die Leitung BMVg im Dezember, folgen weitere Workshops auf unterschiedlichen Führungsebenen.

Die Deutsche Marine ist mit dem ersten Aufschlag schon relativ gut erfasst: Rund ein Drittel aller Kommandeure und Kommandanten sind in Rostock dabei gewesen.

Das bedeutet natürlich, dass es Geduld braucht, um die Situation so objektiv wie möglich zu erfassen. „Ein transparentes, ehrliches und übergreifendes Lagebild braucht nun einmal seine Zeit“, sagt Daniel Bitter, Leiter des Projekts bei der BwConsulting.

Die konkrete Umsetzung der gesammelten Vorschläge bleibt aber dennoch für 2018 im Fokus. Dann wird sich zeigen, welche positiven Entwicklungen gestärkt und welchen negativen Entwicklungen entgegen gewirkt werden soll.

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Stand vom: 20.11.17 | Autor: 


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