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Good Hope VII: Die NATO als Messlatte

Kiel, 28.02.2017.
Seit dem 24. Februar üben deutsche und südafrikanische Marinesoldaten im Seemanöver „Good Hope VII“ zusammen in Nord- und Ostsee. Die Südafrikanische Marine hat hierzu eine ihrer modernsten Fregatten, die „Amatola“, erstmals in deutsche Gewässer geschickt. Bis Mitte März wird das umfangreiche Manöver andauern.

Die in Hamburg bei Blohm&Voss gebaute Fregatte „Amatola“ wurde 2006 von der Südafrikanischen Marine in Dienst gestellt.

Die bei Blohm&Voss in Hamburg gebaute Fregatte „Amatola“ wurde 2006 von der Südafrikanischen Marine in Dienst gestellt (Quelle: Südafrikanische Marine)Größere Abbildung anzeigen

Volker Blasches „mobiles Büro“ befindet sich auf der „Bonn“. Der Fregattenkapitän ist Verbandsführer für die deutsch-südafrikanische Manövergruppe, und der Einsatzgruppenversorger der Deutschen Marine ist sein Flaggschiff. Von hier aus koordiniert und plant er mit seinem eingeschifften Einsatzstab den Ablauf der Übung. Mitten in der Nordsee traf die „Bonn“ am 25. Februar auf den Gast von der Südhalbkugel – die südafrikanische Mehrzweck-Fregatte „Amatola“ – und gleich und direkt kamen zwei südafrikanische Verbindungsoffiziere mit Bordhubschrauber auf die „Bonn“. Auf dem gemeinsamen Transit nach Kiel setzte Blasche dafür umgekehrt bei erster Gelegenheit per Speedboot zur „Amatola“ über.

„Der Besuch eines Verbandsführers auf manöverbeteiligten Kriegsschiffen in See ist gerade bei ausländischen Einheiten ein sichtbarer Ausdruck der Wertschätzung“, erläutert Blasche. Sein persönliches Gespräch mit dem Kommandanten der „Amatola“, Kapitän zur See Max Roux, diene zudem einem ersten Informationsaustausch und Kennenlernen.

Nachdem „Bonn“ und „Amatola“ zwei Tage später in Kiel festgemacht hatten, stellten die Verantwortlichen den Ablauf des Manövers in einer „Pre-Sail-Conference“ nochmals im Detail vor und besprachen sich ausführlich. „Ziel einer solchen Besprechung ist, dass an ihrem Ende der Konferenz jedem Teilnehmer klar ist was die Schwerpunkte des Manövers sind und wie diese gemeinsam zu erreichen sind“, erklärt der Korvettenkapitän Sven Siegismund. Erst danach kann die Übung richtig losgehen.

Erstmals üben die Südafrikaner in der Ostsee

Der Bordhubschrauber „Sea Lynx“ ist auf der „Bonn“ gelandet.

Der Bordhubschrauber „Sea Lynx“ ist auf der „Bonn“ gelandet (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Good Hope“ ist ein regelmäßiges Manöver, das Deutschland und Südafrika außerhalb eines NATO-Rahmens rein bilateral durchführen. In der Vergangenheit hatte es immer in südafrikanischen Gewässern stattgefunden. Erstmals hat sich die Südafrikanische Marine dieses Mal auf den weiten Weg gemacht, um in deutschem Seegebiet „Good Hope VII“ zu absolvieren. Für die Südafrikaner eine Besonderheit, da die Schiffsverkehrsdichte in der Ostsee erheblich höher ist als um das Kap der Guten Hoffnung und angrenzenden Gewässern.

Verbandsführer Blasche hat aber schon aus seiner ersten Begegnung mit Kommandant und Crew der „Amatola“ den Eindruck mitgenommen, er habe es mit „einer professionellen und hoch motivierten Besatzung zu tun, die klare Ausbildungsschwerpunkte auf seemännische Manöver, auf Leck- und Brandabwehr und taktische Übungen setzt“.

Die Südafrikanische Marine zählt zu den schlagkräftigsten Seestreitkräften in ihrer Region. Als Marine eines Nicht-NATO-Staats hat sie ein großes Interesse daran, ihre militärischen Fähigkeiten weiter auszubauen und den Ausbildungsstand der Marinesoldaten zu erhöhen. Der „Arbeitsbesuch“ der „Amatola“ vor der deutschen Küste dient vor allem dazu, Zusammenarbeit in multinationalen Einsatzverbänden zu optimieren, so dass auch die südafrikanischen Marineschiffe verschiedene Bedrohungen nach NATO-Standards bekämpfen können. Nicht zuletzt aber soll das binationale Manöver die bereits bestehende Beziehung und vertrauensvolle Partnerschaft zwischen beiden Marinen festigen.

Umfangreiches und anspruchsvolles Manöver

Das Speedboot fährt an Land um das Personal an Bord zu holen.

Der Personentransfer kann beginnen (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

An „Good Hope VII“ werden neben „Amatola“ und „Bonn“ noch die deutsche Fregatte „Augsburg“ und zeitweise weitere Schiffe, Boote und Flugzeuge der Deutschen Marine teilnehmen, darunter auch ein Seefernaufklärer und U-Jagdflugzeug P-3C „Orion“ der Marineflieger aus Nordholz. Ebenso unterstützt das Einsatz- und Ausbildungszentrum Schadensabwehr der Deutschen Marine in Neustadt, Holstein die Übung.

Das vierzehntägige Manöver ist in mehrere Phasen aufgeteilt und wird im Verlauf immer anspruchsvoller: Ob Flugabwehr, Seezielbekämpfung, Schadensabwehr, Mann-über-Bord-Manöver oder Versorgung in See – der Schwierigkeitsgrad erhöht sich täglich und die operationelle Zusammenarbeit wird optimiert. Unterschiedlichste Übungsszenarien fordern Schiffe und Besatzungen darin, mehrdimensionale Bedrohungen abzuwehren. Übergeordnetes Ziel ist, die verschiedenen Abläufe optimal aufeinander abzustimmen, so dass alle beteiligten Einheiten als sogenannte „Combined Task Group“ effektiv gemeinsam handeln können.


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Stand vom: 07.03.17 | Autor: 


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