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Ihr sollt nicht vergessen werden!

Laboe, 14.09.2017.

20 Jahre ist es her als sich eine der größten Tragödien in der Geschichte der Deutschen Marine ereignete: Am 13. September 1997 kollidierte eine „Tupolew“ Tu-154 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung mit einem US-Amerikanischen Militärtransporter des Typs „Lockheed C-141 Starlifter“.

In einer kreisrunden Halle, geschmückt mit Blumenkränzen und Flaggen verschiedener Nation, stehen Marineuniformträger im Kreis angeordnet. Mittig im Hintergrund ist ein Rednerpult hinter dem ein Pfarrer steht.
Die Gedenkhalle des Marineehrenmals in Laboe (Quelle: 2017 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Anlässlich des Jahrestages dieser Schreckensnachricht wurde am Marineehrenmal in Laboe und an der Marineschule Mürwik eine Gedenkveranstaltung abgehalten.

Der Absturz ereignete sich über dem Atlantik 120 Kilometer vor der Küste Namibias. An Bord der „Tupolew“ befanden sich neben der zehnköpfigen Besatzung zwei Ehefrauen von Besatzungsangehörigen, zwölf Marineangehörige, sowie ein Techniker der Elbe Flugzeugwerke. Die Maschine war auf dem Weg nach Kapstadt, wo die Passagiere auf Einladung der südafrikanischen Marine an einer Regatta zum 75-jährigen Jubiläum der Seestreitkräfte des Landes teilnehmen sollten. Die Katastrophe forderte insgesamt 33 Todesopfer. Ihnen zu Ehren wurde ein Kranz in der Gedenkhalle des Ehrenmals niedergelegt.

Es schien beinahe so als wenn das Wetter mit den angereisten Angehörigen, Freunden und Bekannten der Verunglückten trauerte und das Marineehrenmal in ein regnerisches Grau einhüllte. Unter dem Läuten einer Glocke, dem sogenannten „Glasen“, und Trommelschlägen begaben sich die Kranzträger, eine Abordnung des Deutsche Marinebundes sowie der evangelische Militärpfarrer, Kristian Lüders, zusammen mit Kapitän zur See Ingo Pache in die Gedenkhalle. Als das Glasen verstummte wurden die Namen der verunglückten Kameraden von dem Geistlichen aufgezählt. Danach herrscht in der Gedenkhalle Stille.

Kapitän zur See Pache unterstrich in seiner Ansprache am Marineehrenmal Laboe das Verhängnisvolle des Unglücks: „Die besondere Tragik ihres Todes liegt darin, dass diese zwölf Männer handverlesene, besonders befähigte und verdiente Soldaten der Deutschen Marine waren. Sie sollten unser Land bei den Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der südafrikanischen Marine auf allerhöchste Einladung hin repräsentieren. Eine ehrenvolle Aufgabe, auf die sie sich freuten und die auch eine besondere Auszeichnung für den Einzelnen bedeutet hat. Wir verneigen uns vor unseren Kameraden, die ihr Seemannsgrab fern der Heimat fanden und machen uns dabei bewusst, dass sogar die vordergründig positiven Seiten unseres Berufes immer verbunden sein können mit Gefahr für Leib und eigenes Leben. In unsere Gedanken beziehen wir die zurückgebliebenen Familien und Freunde fest mit ein.“

Als schließlich die zwei angereisten Soldaten des Marinemusikkorps „Kiel“ den Titel „Ich hatte einen Kameraden“ anstimmten, wurde der Kranz in die Gedenkhalle abgelegt. Das Marineehrenmal Laboe verlieh der Gedenkveranstaltung eine besonders würdige Atmosphäre. Dies fand auch Fregattenkapitän a.D. Dirk Brandt, ein ehemaliges Crewmitglied von Fregattenkapitän Bernd Graichen, eines der Opfer des Unglücks. Mit den Gedenken an die verstorbenen Kameraden wurde die Verbundenheit der Marine mit allen Angehörigen nochmalig symbolisiert: Sie sollen nicht vergessen werden!

In einem großen Raum mit hölzernem Boden und hölzerne Decke sitzen zahlreiche Menschen und hören einem Redner hinter einem Rednerpult zu.
Gedenkveranstaltung an der Marineschule Mürwik (Quelle: 2017 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Zur gleichen Zeit fand in der Marineschule Mürwik, im Beisein der Beauftragten Angelegenheiten für Hinterbliebene im Bundesministerium der Verteidigung Frau Susanne Bruns, eine Gedenkveranstaltung statt. Der stellvertretende Kommandeur Kapitän zur See Stephan Annighöfer fand bewegende Worte für einige der ihm persönlich bekannten Soldaten. Anschließend sprach Militärdekan Ernst Rauning zu den Anwesenden und erläuterte in seiner Ansprache wie nah doch Leben und Tod beieinander liegen. Vollkommende Stille umgab die Aula, als zum Gedenken der Verstorbenen eine Gedenkminute abgehalten wurde.

Infobox
Die Beauftragte Angelegenheiten für Hinterbliebene wurde im Juli 2010 eingerichtet. Hinterbliebene von gefallenen Soldatinnen und Soldaten können sich direkt an die Beauftragte wenden. Die Beauftragte ist am zweiten Dienstsitz des Verteidigungsministeriums in Berlin beheimatet.

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Stand vom: 20.11.17 | Autor: 


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