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Das Wetter spielt nicht immer mit
Verbandsübung des 5. Minensuchgeschwaders

In See, 01.12.2015.
Zurzeit befindet sich das 5. Minensuchgeschwader mit zwei Hohlstablenkbooten, einem Minenjagdboot, dem Bergungsschlepper „Fehmarn“ und vier Überwasserdrohnen vom Typ „Seehund“ mitten in der dreiwöchigen Verbandsübung Squadex. Dabei sollen die Besatzungen vor allem ihre Kenntnisse sowohl im Seemineneinsatz, der Minenabwehr, als auch bei gemeinsamen seemännischen und navigatorischen Übungen in die Praxis umsetzen.

Die „Pegnitz“ und der dänischen SAR-Hubschrauber „Merlin“ in See.

Die „Pegnitz“ übt mit dem dänischen SAR-Hubschrauber „Merlin“ (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die erste Woche stand ganz im Zeichen der klassischen Einsatzaufgabe der Boote: die Minenkriegführung. Diese beinhaltet seit jeher nicht nur die Beseitigung von Minen, sondern auch deren Einsatz, das Minenlegen. Insgesamt wurden 12 Minen eingesetzt, acht Ankertau- und vier Grundminen. Nachdem diese an Bord verstaut waren, ging es los. Die Hohlstablenkboote „Pegnitz“ und „Siegburg“ legten unter dem Schutz der Nacht die Minen, die anschließend vom jeweils anderen Boot gesucht und bekämpft werden sollten. Dabei wurde den Besatzungen durch das herbstliche Wetter einiges abverlangt. Die Suche und Bekämpfungen der Minen erfolgte mit den Überwasserdrohnen „Seehund“ und den Unterwasserdrohnen „Seefuchs“. Trotz der Umstände wurde die Einsatzfähigkeit in See voll erreicht und der Bergungsschlepper „Fehmarn“ konnte die Minen wieder aus der Ostsee fischen.

Sicher durch die dänische Südsee

„Pegnitz“ und „Herten“ in See.

„Pegnitz“ und „Herten“ während des Manövers (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem alle Minen wieder an Bord waren, begaben sich „Pegnitz“ und „Siegburg“ mit ihren „Seehunden“ sowie das Minenjagdboot „Herten“ auf den Weg nach Kopenhagen. Bevor sie jedoch in den Hafen einliefen, übten sie noch die Navigation durch den Kleinen Belt, der herausforderndsten und engsten Ausfahrt aus der Ostsee. Dabei zeigten die Teams auf der Brücke, dass sie sich gut in der dänischen Südsee auskennen und sicher navigieren können. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten“, zog der Kommandeur des 5. Minensuchgeschwaders, Fregattenkapitän Tobias Voß, ein erstes positives Fazit.

Leistungsfähigkeit und ein wachsames Auge

Der Beginn des Manövers wird durch ein Pfeifen eingeleitet.

Der Manöveranpfiff leitet die Übung ein (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Auslaufen aus Kopenhagen verlegte der Verband in die Bucht vor der dänischen Insel Serejö, um dort, geschützt vor Wind und Wellen, außerhalb der Schifffahrtswege eine „Spielwiese“ für ihre Übungen zu finden.

Die zweite Woche der Verbandsübung wurde für die Qualifikation der Wachoffiziere im Bereich der Seemannschaft genutzt. Unter fordernden Wetterbedingungen konnten bei Schlepp- und Postbeutelmanövern sowie beim Längseitsgehen in Fahrt und an einen Ankerlieger viele wertvolle, seemännische Erfahrungen gesammelt werden. Bei diesen seemännischen Übungen geht es im Kern um den sicheren seemännischen Einsatz des Bootes, damit man zu jeder Zeit Versorgungs- oder auch Notmanöver fahren kann.

Wann immer Kriegsschiffe so nah nebeneinander fahren, gilt es natürlich höchst konzentriert zu sein. Diese „Allemanns-Manöver“ verlangten von jedem einzelnen Besatzungsmitglied hohe körperliche Leistungsfähigkeit und ein wachsames Auge.

Übung zahlt sich aus

Ein „Seehund“ an einer Schlepperleine.

Der „Seehund“ wird Richtung Frederikshavn geschleppt (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Als Mitte der zweiten Woche sich eines von vielen herbstlichen Tiefdruckgebieten über die Ostsee schob, wurde es ungemütlich und der Verband musste weiter nach Norden ausweichen, um seine Übungen in ruhiger See fortsetzen zu können. Jetzt hatte sich das vorherige Üben gelohnt: Als einer der vier Minenabwehrdrohnen mit einem Schaden in der Einspritzpumpe nicht mehr zuverlässig fahren konnte, entschied sich die Verbandsführung, diesen vorerst geschleppt weiter mit zu nehmen. Kurzerhand wurde die Schlepptrosse, ein Abschleppseil, übergeben, sodass die Drohne mit in den nächsten Hafen geschleppt werden konnte.

Kurz vor dem aufbrechen nach Göteborg hörte der Verband in der Nacht von einem Seenotfall, der sich etwa drei Stunden entfernt im Skagerrak ereignet hatte. Für jeden Seemann stand die Pflicht zu helfen außer Frage. So wurde der geplante Hafenaufenthalt letztlich von Göteborg nach Frederikshavn verlegt. Dort konnten die Boote und ihre Besatzungen kurzfristig „auftanken“, bevor es in der letzten Woche, mit dem Fokus auf der Artillerieschießausbildung, wieder zurück nach Kiel geht.

Mit guter Leistung überzeugt

Ein Marinesoldat zieht an einer Leine.

Die Leine wird über das Heckspill geholt (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Auch der für die Ausbildung des 5. Minensuchgeschwaders zuständige Stabsoffizier, Korvettenkapitän Daniel Reuter, ist von der Leistung der Einheiten überzeugt: „Das Wetter hat uns einiges abverlangt und uns immer wieder zu Planänderungen gezwungen. Insgesamt sehe ich noch viel zu tun in der Ausbildung. Als positiv denkender Mensch neige ich dazu, das Glas halb voll anzusehen. Wenn man im November zur See fährt, kommt halt auch mal schlechtes Wetter. Wichtig ist, dass man sich darauf einstellt, flexibel bleibt und versucht, die persönlichen und materiellen Grenzen zu erfahren. Unsere Einheiten haben das gut gemacht!“


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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


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