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Werkzeugausgabe - das ist mein Laden

Wurster Nordseeküste, 23.10.2017.
Wurster Nordseeküste. Mitten auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz steht eine riesige Flugzeughalle. Hinter den riesigen Hallentoren ist das „Zuhause“ des Ubootjägers und Seefernaufklärers P-3C „Orion“. Auf einer Fläche von 7425 Quadratmetern können bis zu sechs Flugzeuge geparkt werden. In den angrenzenden Werkstätten legen sich die Marinefliegermechaniker Tag für Tag ins Zeug und halten diese in Schuss, damit die sie alltäglich in den Nordholzer Himmel starten können. In einer Serie stellen wir den Alltag in der Werft P-3C „Orion“ vor.

Eine lachende Frau im roten Shirt sitzt an ihrem Arbeitsplatz mit PC und Telefon.

Die gute Seele „Mutti“ fühlt sich wohl in der Werkzeugausgabe (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Etwa 160 Soldaten und zivile Mitarbeiter sind in der Technischen Staffel P-3C „Orion“ in den Werkstätten und Büros beschäftigt. In der Werft stehen auf der einen Seite die Flugzeuge in sogenannten Docks, wo sie komplett überholt werden. Auf der anderen Seite stehen die Einsatzflugzeuge. Neben den täglichen Sichtprüfungen werden Inspektionen, Wartungen und Reparaturen am grau glänzenden Flugzeug durchgeführt. Doch ohne die entsprechenden Werkzeuge geht es das nicht.

Andrang am „Loch“

Ein Soldat schaut in die Innenseite eines grünen Metallschrankes, welcher mit Werkzeugen und gelben Schildern versehen ist.

Alles muss stimmen: Kontrolle in der Werkzeugausgabe (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Das kleine Fenster mit der Aufschrift „Werkzeugausgabe“ fällt auf. Am Ausgabefenster – dem sogenannten „Loch“ – stehen die Marinefliegertechniker wie am Kiosk an und warten auf ihr Werkzeug. „Alles was wir nicht in unserer eigenen Werkzeugkiste finden können, bekommen wir hier“, erklärt einer der Marinefliegertechniker, der vor dem Ausgabefenster wartet.

Ohne uns könnte keiner in der Werfthalle arbeiten“, bringt es Obermaat Baranowski auf dem Punkt. Die Werkzeugausgabe hat alles parat. Schraubendreher, Drehmomentschlüssel, Hammer - über 2.000 Teile gehören zum Inventar. Fein säuberlich sind die unterschiedlichen Geräte und Werkzeuge in den Regalen und Schränken aufgereiht.

Es klingelt in einer Tour. Kaum ist einer weg, kommt der nächste. „Das geht den ganzen Tag so“, scherzt Hauptgefreiter Sven Smolka während er die Klappe zum „Loch“ öffnet.

Ein gefragtes Team

Eine ältere Frau schaut auf ein Papier, welches auf einem Klemmbrett befestigt ist, während ein Soldat auf ein gelbes Schild auf der Innenseite eines grünen Metallschrankes schaut.

Mit der Checkliste wird überprüft (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Wir haben eine Doppelfunktion. Wir sorgen zum einen dafür, dass die Mechaniker das erforderliche Werkzeug bekommen, zum anderen kümmern wir uns um defektes Werkzeug und beschaffen Neues, damit wir immer auf dem neusten Stand sind. Unseren Technikern soll es an nichts fehlen“, betont Obermaat Norman Baranowski. Er selbst ist Marinefliegertechniker und sitzt derzeit in der Ausgabewerkstatt. „Das ist durchaus ein Vorteil, da ich mich in der Materie auskenne und weiß, welche Werkzeuge die Kameraden benötigen“, erklärt er weiter.

Nebenan sitzt Anja Holst am Computer. Liebevoll wird sie hier als „Chefin“ bezeichnet. „Ich bin seit einigen Jahren hier und fühle mich wohl. Ich habe meinen Platz gefunden“, sagt sie mit einem zufriedenen Lächeln. Das Team in der Werkzeugausgabe ist klein, es herrscht eine gute Atmosphäre. „Wir sind ein eingespieltes Team“, bringt es Anja auf dem Punkt.

Kontrolle für Flugsicherheit

Die P-3C wird in der Waschanlage in Nordholz gesäubert.

Sauberkeit muss sein - P-3C in der Waschanlage (Quelle: Bundeswehr / Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Flugsicherheit hat oberste Priorität auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz. Geht was raus, wird es in der Ausgabeliste eingetragen. „Somit können wir immer nachvollziehen welcher Mechaniker sich welches Werkzeug wann ausgeliehen hat“, sagt Anja. Kommt das Werkzeug zurück, wird ein Vollzähligkeitscheck durchgeführt. „Eine weitere Sicherheit. Sollte mal etwas fehlen, wird solange gesucht, bis es gefunden wird. Sollte Werkzeug im Luftfahrzeug liegen bleiben, kann das zu folgenschweren Schäden führen. Das müssen wir unbedingt vermeiden“, sagt Baranowski mit ernster Stimme.

Jeden Tag wird vor Dienstschluss eine Vollzähligkeitskontrolle durchgeführt. Hier wird jedes Regal und jeder Werkzeugschrank überprüft und mit der Ausgabeliste verglichen. „Eine weitere Sicherheit. Hierzu nimmt einer das Werkzeugkontrollblatt in die Hand und hakt ab, während der zweite die verausgabten Werkzeuge angibt“, erklärt Anja. Das Team kennt ihre Werkstatt wir ihre Westentasche. „Fehlt was im Regal sehen wir das auf den ersten Blick. Dennoch gehen wir bei der alltäglichen Kontrolle gewissenhaft vor.“, erklärt Obermaat Baranowski.

Und wieder klingelt einer. In der Werkzeugausgabe wird es nie langweilig.


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Stand vom: 01.11.17 | Autor: 


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