Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Northern Coasts 2017: Von den Oranjes lernen

Northern Coasts 2017:
Die Grünen auf dem Truppenübungsplatz

Putlos, 14.09.2017.
Sie sind naturverbunden, denken international und ihnen ist Moral sehr wichtig. Die Rede ist natürlich von den Seesoldaten aus Eckernförde. Sie sind der verlängerte Arm der Flotte, wenn es etwa um amphibische Operationen geht. Genau hierauf bereiten sich Angehörige der Küsteneinsatzkompanie gegenwärtig vor. Seit Montag trainieren sie dazu gemeinsam mit ihren Kameraden vom niederländischen Korps Mariniers auf dem Truppenübungsplatz Putlos.

Zwei Soldaten im Gespräch.

Der Chef von der Küsteneinsatzkompanie im Gespräch mit dem Zugführer des Korps Mariniers. (Quelle: 2017 Bundeswehr / Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Das Wetter könnte schlechter sein“, klagt Kompaniechef Korvettenkapitän Hanno Lambrecht und schaut in den Himmel über Putlos: alles Grau. Leichter Nieselregen. Normalsterbliche würden bei diesen Verhältnissen wohl ungern das Haus verlassen. Ganz anders die deutschen und niederländischen Marineinfanteristen. Denn das Manöver, an dem sie teilnehmen, heißt schließlich „Northern Coasts“ und nicht „Sunny Beach“.

Die besondere Zuneigung von Fußsoldaten zu schlechtem Wetter kommt nicht von ungefähr: Mitunter können ungünstigen Witterungsbedingungen einen taktischen Vorteil bedeuten. Doch das im ist Moment nur ein Nebenaspekt.

Infanteriewetter in Putlos

Ein niederländischer Soldat wird von einem deutschen Soldaten in der Handhabung des Maschinengewehrs 3 eingewiesen.

Ausbildung an einem deutschen Maschinengewehr 3 (Quelle: 2017 Bundeswehr / Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Auf dem Truppenübungsplatz im Osten Schleswig-Holsteins toben sich zur Zeit deutsche und niederländische Marineinfanteristen aus: Während des multinationalen Großmanövers Northern Coasts 2017 trainiert hier die Küsteneinsatzkompanie des Seebataillons der Deutschen Marine mit der 22. Kompanie des Korps Mariniers der Königlich Niederländischen Marine. Schwerpunkt zum Auftakt war der fachliche Austausch der rund 90 Seesoldaten beider Seiten. Gerade die Deutschen sollen von den niederländischen Experten für amphibische Operationen noch viel dazulernen. Ziel ist, eines Tages in der Lage zu sein, gemeinsam in den Einsatz zu gehen.

Was spannend klingt, scheint in den Köpfen der Soldatinnen und Soldaten allerdings noch relativ weit in der Zukunft zu liegen. Denn erst einmal geht es allen darum, die Ausrüstung sowie die Abläufe und Verfahren der jeweils anderen Nation genau kennenzulernen. Klar, denn wer miteinander kämpfen will, muss wissen, wie sich der andere auf dem Gefechtsfeld verhält.

Zu diesem Zweck fand unter anderem ein sogenanntes Schulschießen statt. Das heißt, dass die Soldaten mit Handwaffen auf nicht-bewegliche Ziele geschossen haben – einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die Waffen der jeweils anderen Seite im scharfen Schuss verhalten. Die Niederländer sind mit dem Sturmgewehr HK416 ausgestattet, die Deutschen dagegen mit dem allbekannten G36 der Bundeswehr.

Gegenseitiges Kennenlernen mithilfe der Waffen

Ein niederländischer Soldat beugt sich über ein deutsches Scharfschützengewehr in einem wald.

Niederländische Soldaten begutachten die Scharfschützengewehre der deutschen Kameraden. (Quelle: 2017 Bundeswehr / Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Das Schießen bot aber nicht nur Gelegenheit, verschiedene Waffen zu testen. Es sorgte auch dafür, dass sich Deutsche und Niederländer professionell nähergekommen sind. Die Kooperation zwischen beiden Marineinfanterie ist schließlich noch nicht so alt. Erst im Februar 2016 hatten die beiden Verteidigungsministerinnen Ursula von der Leyen und Jeanine Hennis-Plasschaert in Amsterdam ein umfassendes deutsch-niederländisches militärisches Kooperationsabkommen unterschrieben.

Nicht zuletzt war es wichtig, die menschliche Kommunikation zu testen: Obwohl einige niederländische Marineinfanteristen Deutsch sprechen, ist die Arbeitssprache hauptsächlich Englisch. Für die Ausbildung war das kein Problem. Wie es sich verhält, wenn Seesoldaten und Marines in gemischten Teileinheiten agieren, wird sich die kommenden Tage zeigen.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 04.10.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.aktuelle&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7CAR7D8F521DIBR