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Ein Tag bei der Marine

Kiel, 08.10.2015.
Ganz unter dem Motto „Marine live!“ durften sich junge Menschen ein Bild von den Arbeits- und Lebensbedingungen bei der Marine machen. Während einer mehrstündigen Tour in der Kieler Förde stand die Besatzung des Minenjagdbootes „Herten“ ihren Gästen für Fragen zum Leben und Arbeiten an Bord zur Verfügung. Die Sonderaktion „Marine live!“ gibt jährlich Hunderten von Interessierten die Möglichkeit, die Deutsche Marine hautnah zu erleben.

Die Bergung mit einem Löschschlauch wird vorgeführt.

Die Bergung einer verletzten Person mit einem Löschschlauch wird vorgeführt (Quelle: 2015 Bundeswehr / Willi Brekenfelder)Größere Abbildung anzeigen

„Ich begrüße sie herzlich auf dem Minenjagdboot „Herten“. Heute werden wir zusammen mit der „Pegnitz“ ausfahren, um Ihnen die Marine näher zu bringen.“ Mit diesen Worten empfing der Kommandant der „Herten“, Kapitänleutnant Philipp Palm, die jungen Gäste auf seinem Boot.

Der Großteil der Besucher hat bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung. Aus ganz Deutschland sind sie schon am Vortag angereist um sich die Arbeitsbereiche der Marine anzuschauen in denen sie ihre vorhandene Qualifikation nutzen können. Metallbauer, Klempner, Koch - viele handwerkliche Berufe waren an diesem Tag vertreten. „Mir ist mein momentaner Arbeitsplatz zu langweilig, ich möchte etwas Neues“, so einer der Interessenten. Zusätzlich würde er als gelernter Metallbauer mit einem höherem Dienstgrad einsteigen und somit auch mehr als seine jetzigen Arbeitskollegen verdienen. Mitunter ist der gute Verdienst auch für die anderen ein Grund zur Bundeswehr zu gehen.

Auf zur Bootsführung

Ein Marinesoldat präsentiert den Besuchern die Minenjagddrohne „Seefuchs“.

Hier wird den Besuchern die Minenjagddrohne „Seefuchs“ vorgestellt (Quelle: 2015 Bundeswehr / Willi Brekenfelder)Größere Abbildung anzeigen

Auf dem Tagesplan stand unter anderem eine Führung durch die „Herten“. Von der Operationszentrale, in der nahezu jeder einzelne Knopf vom Fachpersonal erklärt wurde, bis hin zur Zweimannkammer und dabei wurden keine Fragen offen gelassen.

Zur Mittagsstunde zauberten die Smuts, die Köche an Bord, eine schmackhafte Mahlzeit. „Für über 40 Mann zu kochen ist keine leichte Aufgabe und das noch bei dem wenigen Platz auf dem Boot“, bemerkte ein ausgebildeter Koch unter den Gästen. Die Pause in der Messe wurde sichtlich genossen.

Nach dem Essen ging es weiter Richtung Maschinenraum. Dort wartete auch schon einer der Heizer, der die Gruppe in Empfang nahm und sie entlang der Geräte führte. Dabei erläuterte er unter dem Lärm der Maschinen detailliert seinen Aufgabenbereich, der die Schiffsbetriebstechnik, Schiffselektronik und Antriebstechnik umfasste, nahm zu allerlei Fragen Stellung und präsentierte die Motoren und Anlagen.

Vorführung der Feuerbekämpfung

Besucher begutachten im Maschinenraum.

Ein Heizer erklärt die Geräte im Maschinenraum (Quelle: 2015 Bundeswehr / Willi Brekenfelder)Größere Abbildung anzeigen

„Feuer an Deck! In Fünf Sierra Null,“ ertönt es durch die Lautsprecher. Eine Brandabwehrübung wurde eingeleitet. Die Führung wird sofort abgebrochen. Die Passanten werden auf schnellstem Weg in Sicherheit gebracht. Zwischen den Motoren und Maschinen hindurch geschlängelt und aus einem Schott (Tür) an Deck herausgetreten, blendet schon das Tageslicht. Alle Gäste befinden sich wohlauf an Oberdeck und können die Übung aus nächster Nähe betrachten. Alle Soldaten an Bord tragen nun Brandschutzkleidung. Durch die Lautsprecher sind immer wieder Anweisungen vom schiffstechnischen Leitstand zu hören und Besatzungsmitglieder treten mit Atemschutzgeräten in das Boot ein, um das Feuer zu bekämpfen.

Manöver auf See

Besucher schauen dem RAS-Manöver zu.

Ein Crewmitglied der „Pegnitz“ wirft eine Leine zur „Herten“ (Quelle: 2015 Bundeswehr / Willi Brekenfelder)Größere Abbildung anzeigen

Als alle Brandherde unter Kontrolle waren, ging die Führung unter Deck weiter. Nachdem die restlichen Fragen zu den Maschinen beantwortet waren, ging es für die Besuchergruppe auf die Brücke. Das Navigationsteam ließ sich nicht stören und arbeitete wie gewohnt weiter. Denn es stand noch eine gemeinsame Übung mit dem Minenjagdboot „Pegnitz“ an. Bei dem Postbeutelmanöver sollten von Boot zu Boot ausgewählte Gegenstände, meist sind es kleine Geschenke an die andere Besatzung, getauscht werden. Die Gäste schauten gespannt zu, wie bei hohem Tempo eine Leine zwischen beiden Einheiten gespannt und ein Beutel herüber gezogen wurde. Ein RAS-Manöver (Replenishment at Sea). dient zur Versorgung in See befindlicher Einheiten mit Materialien, wie zum Beispiel Treibstoff, Ersatzteilen, Lebensmitteln und Munition. Dabei kommt es darauf an, dass beide Einheiten parallel und mit exakt gleicher Geschwindigkeit zueinander fahren. Dies erfordert höchste Konzentration.

Mit Abschluss dieser Übung setzte das Minenjagdboot „Herten“ wieder Kurs in Richtung Marinestützpunkt Kiel. Endlich ließ sich auch die Sonne blicken und gestaltete die Rückfahrt an Oberdeck sehr angenehm. Vorbei am Yachthafen und am Marineehrenmal Laboe lief das Boot wieder in seinem Heimathafen ein. „Nach dem heutigen Tag kann ich mir eine Zukunft bei der Marine sehr gut vorstellen“, resümierte Sven, einer der Gäste, seine Erlebnisse an Bord des Minenjagdbootes „Herten“.

Kommandant Philipp Palm schaut vom Oberdeck herunter.

Kommandant Philipp Palm während der Feuerbekämpfung an Oberdeck (Quelle: 2015 Bundeswehr / Willi Brekenfelder)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


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