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Unfall auf der „Sachsen“: „Wir standen vor einer gleißenden Feuerwand“

Rostock, 22.06.2018.

Während eines Flugkörperschießens hat es auf der Fregatte „Sachsen“ am 21. Juni eine Fehlfunktion gegeben: Der Antrieb einer Flugabwehrrakete brannte kurz nach dem Abfeuern ab, ohne dass der Flugkörper den Starter verließ. Die richtige und schnelle Reaktion der Besatzung brachte die Lage sofort unter Kontrolle.

Frontaler Blick auf die Brücke eines Kriegsschiffes von vorn; an der Fensterreihe sind Rauchspuren zu sehen.
Die Fregatte „Sachsen“ vor der norwegischen Küste. Das sekundenlange Feuer wurde sofort von der Sprinkleranlage gelöscht. (Quelle: 2018 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Wir standen vor einer gleißenden und glühend heißen Feuerwand“, so berichtete Fregattenkapitän Thomas Hacken, der Verbandsführer der Übung der Deutschen Marine vor der Küste Norwegens, per Telefon.

Die Rakete vom Typ SM 2 war aus ihrem Behälter im Senkrechtstartsystem unmittelbar vor der Brücke des Schiffes abgefeuert worden. Angesichts der Brandgefahr an Oberdeck reagierte die Besatzung schnell und vollkommen richtig. Auch die Sprinkleranlage startete sofort das Löschen.

Es gab zunächst zwei stressverletzte Soldaten. Beiden geht es mittlerweile wieder gut und sie sind dienstfähig. Es gab allerdings sichtbaren Materialschaden am Schiff.

Die Luftverteidigungs-Fregatte „Sachsen“ befindet sich zurzeit mit der Uboot-Jagd-Fregatte „Lübeck“ nördlich des Polarkreises in einem Test- und Übungsgebiet des NATO-Partners Norwegen. Nach dem Vorfall sind beide Schiffe am Morgen des 22. Juni in den norwegischen Hafen Harstad eingelaufen.

Wir müssen realitätsnah üben, damit wir im Ernstfall, auch für die Landes- und Bündnisverteidigung, einsatzbereit sind“, erklärte dazu der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause. Damit seien kalkulierbare Risiken verbunden, wie der Vorfall auf der „Sachsen“ zeige. „Trotzdem sind unsere Besatzungen hochmotiviert und bereit, ihr Bestes zu geben.“

Krause ist erleichtert, dass die Besatzung trotz der außergewöhnlichen Situation wohlauf ist, wie der Kommandant des Schiffes, Fregattenkapitän Mirko Wilcken, bereits berichten konnte.

Vor dem Abfeuern der Rakete hatte es keinerlei Hinweise auf technische Mängel am Startersystem gegeben. Einen weiteren Flugkörper gleichen Typs hatte die „Sachsen“ zuvor erfolgreich gestartet. Auch die Rakete selbst war zuvor technisch überprüft worden und befand sich in einwandfreiem Zustand. Die Crew der „Sachsen“ wird im Hafen zunächst den Schaden genauer evaluieren, um Ursachen zu finden und den Umfang der notwendigen Reparaturen abzuschätzen.

Blick auf mehrere Reihen von mittelgroßen Klappen auf dem Oberdeck eines Kriegsschiffs; daran sind Rauch- und Brandspuren zu sehen.
Das Vertical Launch System der „Sachsen“ nach der Fehlfunktion. (Quelle: 2018 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 13.11.18 | Autor: 


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