Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Das organisatorische Herzstück der „Bonn“

Das organisatorische Herzstück der „Bonn“

Wilhelmshaven, 13.09.2017.
Die „O-Reg“ steht auf jedem Laufzettel und regelmäßig klingt durch die Schiffslautsprecheranlage: „Folgende Soldaten jetzt zur O-Reg“. Ein leicht kryptischer Name, doch was verbirgt sich eigentlich hinter der „Offenen Registratur“, wie sie mit vollem Namen heißt?

Ein männlicher Soldat bei seiner Arbeit an einem Computer.

Der Personalbearbeitungsmeister Oberbootsmann Tom Weber bei der Bearbeitung von Gesuchen, Lehrgängen und Akten (Quelle: 2017 Bundeswehr / Janine Pape)Größere Abbildung anzeigen

Die O-Reg ist die Schiffsschreibstube, quasi das Sekretariat des Einsatzgruppenversorgers „Bonn“. Hier halten zwei Portepee-Unteroffiziere, ein Unteroffizier und zwei Mannschaftsdienstgrade das Schiffsleben am Laufen.

Sie haben ein breites Spektrum an Aufgaben: Ihnen obliegt die Führung der Akten der 170-köpfigen Besatzung. Besonders wenn neue Soldaten kommen oder „alte“ Soldaten das Schiff verlassen, ist die O-Reg für die administrative Abwicklung verantwortlich. Ebenso bereitet das Team Beförderungen und Auszeichnungen vor. Die O-Reg versendet die Post des Schiffes und verteilt Briefe, Pakete, Mitteilungen und Vorschriften, die das Schiff erreichen. Die Soldaten der O-Reg hängen wichtige Informationen für die Besatzung aus, sind für die Erstellung und Verteilung von Schiffsbefehlen und Wachplänen zuständig und für die Beschilderung von Kammern und Betriebsräumen im Schiff. Alles, was organisatorisch anfällt, landet erst mal bei der O-Reg. Sie ist der administrative Knotenpunkt des Schiffes.

Ein weiblicher Soldat sitzt am Schreibtisch inerhalb eines Kriegsschiffes.

Hauptgefreiter Jessica Engel vor ihrem täglichen Begleiter dem Computer beim Erstellen des Tagesbefehls (Quelle: 2017 Bundeswehr / Janine Pape)Größere Abbildung anzeigen

Personal ist das höchste Gut, dementsprechend steht Sorgfalt an erster Stelle“, sagt Personalbearbeitungsmeister Oberbootsmann Tom Weber, dem die O-Reg untersteht. „Für den reibungslosen administrativen Betrieb an Bord, ist unsere Arbeit unerlässlich. Die Soldaten verlassen sich darauf, dass wir uns um ihre Belange kümmern.“, so Weber weiter. Dabei handelt es sich meist um die Nebenakten, Lehrgänge oder Gesuche. Der 27-jährige ist durch seine Familie zur Bundeswehr gekommen und hat dort die Personal-Laufbahn eingeschlagen. Nachdem er eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann absolviert hat, hat er sich 2012 dazu entschlossen, zur Bundeswehr zu gehen. Als Matrose in die Bundeswehr eingestiegen, war er selbst als O-Reg-Gast tätig und hat so von der Pike auf gelernt, worauf geachtet werden muss. „Durch meine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann habe ich schon immer mit Personal zu tun gehabt und weiß, dass man alles für seine Mitarbeiter, oder in dem Fall für seine Soldaten, tun sollte. Kümmert man sich nicht vernünftig um sein Personal, ist es auch nicht motiviert“.

Teamarbeit und Multitasking

Für Weber und sein Team kommt eine Menge organisatorischer Arbeit zusammen, die die Führung einer 170 starken Besatzung erfordert. „Besonders wichtig ist gute Teamarbeit und Multitasking“, erzählt Hauptgefreiter Marietta Markenbeck, die seit einem Jahr in der O-Reg der „Bonn“ tätig ist. „Wir müssen eine schnelle Auffassungsgabe haben, wenn uns mehrere Sachen gleichzeitig oder mal eben zwischendrin gegeben werden. Natürlich sind wir als erste Anlaufstelle für die Soldaten auch immer freundlich und hilfsbereit.“, so Markenbeck. Um den Job in der O-Reg erfolgreich zu bestreiten, braucht man viel Organisationstalent und Sorgfalt. „Wobei bei der Führung von Listen und Arbeit mit verschiedenen Programmen auch gute Computerkenntnisse hilfreich sind.“, berichtet Hauptgefreiter Jessica Engel.

Ein männlicher Soldat an einem Schreibtisch in einem Dienstzimmer der Bundeswehr.

Der Personalbearbeitungsmeister Oberbootsmann Tom Weber an seinem Arbeitsplatz, momentan in der Kaserne Ebkeriege in Wilhelmshaven, da die „Bonn“ in der Werft liegt (Quelle: 2017 Bundeswehr / Janine Pape)Größere Abbildung anzeigen

Die Vierte im Team ist Obermaat Antje Bahlmann. Sie hat vorher Rechtsanwaltsfachangestellte gelernt. Zur Bundeswehr wollte sie schon immer, hatte anfangs Interesse an einer Laufbahn als Funker. Durch ihre Vorausbildung wurde Antje Bahlmann 61er, Soldat in der Verwendungsreihe Stabsdienst. „Die Zusammenarbeit mit den Kameraden in der O-Reg gefällt mir am meisten“, berichtet sie. Ihre Vorkenntnisse im Bereich schreiben, formulieren, Papiere in Ordnung halten und sich mit Paragraphen auseinander setzen, kann sie bei ihrer Tätigkeiten an Bord gut einsetzen. Aber auch viel Neues hat sie gelernt, so zum Beispiel diverse Bundeswehrabkürzungen und die Nutzung bundeswehrspezifischer Programme.

Als Erster Offizier weiß Fregattenkapitän Karsten Uwe Schlüter: „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt und daher ist eine professionelle und freundliche Personalbearbeitung elementar. Diese weiß ich bei unserer O-Reg stets in guten Händen.“


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 13.09.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.aktuelle&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7CAR6BLR224DIBR