Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Marineflieger im Umbruch

Marineflieger im Umbruch

Nordholz, 08.10.2012.

Ein Jahr vor dem 100-jährigen Jubiläum der Aufstellung der Marinefliegerabteilung in Deutschland im Jahr 1913 bringt eine Strukturreform wieder zusammen, was zusammen gehört. Die Rede ist von den Marinefliegern der Bundeswehr.

Manöver eines „Sea Lynx“ auf dem Flugdeck der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“.
Marinehubschrauber „Sea Lynx“ (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Nach Gründung der Bundeswehr entstand eine kampfstarke fliegende Komponente der Marine, die über 30 Jahre von einem Divisionschef im Range eines Flottillenadmirals geführt wurde. Sie bestand aus insgesamt drei Großverbänden mit Seefernaufklärern, Bordhubschraubern und Marinejagdbombern sowie einem Geschwader mit Seenotrettungshubschraubern und Verbindungsflugzeugen.

nach oben

An einem Standort

Static Display Marineflieger.
Ehemalige fliegende Einheiten (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Nach Ende des Kalten Krieges verkleinerten sich die Marineflieger in mehreren Schritten. Nach Auflösung des letzten Jagdbombergeschwaders im Jahr 2005 wurde auch die bisherige Steuerungsebene, die Flottille der Marineflieger in Kiel-Holtenau aufgegeben. Stattdessen wurden die verbleibenden Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz und das Marinefliegergeschwader 5 in Kiel-Holtenau dem Befehlshaber der Flotte in Glücksburg unmittelbar unterstellt. Im Jahr 2009 entschied sich die Marine endgültig für eine Zusammenlegung aller Marineflieger in Nordholz. 2012 hieß die Zielmarke, ab der man mit allen verbliebenen Marineflugzeugen von einem Standort aus fliegen wollte.

nach oben

Geänderte Strukturen

P-3C ORION auf dem Flugfeld.
P-3C ORION (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Mit der nun erfolgenden Zusammenziehung auf dem Marinefliegerstützpunkt in Nordholz wird es dort drei neue Dienststellen geben, die mit der bisherigen Struktur der Marineflieger kaum mehr etwas gemein haben.

Im Gegensatz zu den übrigen Boots- und Schiffsgeschwadern verfügten die Flieger seit 2006 über keine Kommandoebene mehr zwischen den Geschwadern und dem verantwortlichen Flottenchef. Ein Umstand, der die Marinefliegergeschwader, die sich seit 2001 durchgehend im Einsatz befinden und seit ihrer Aufstellung ständig bei der Seenotrettung engagiert sind, immer wieder stark gefordert hat. Gerade ihre Expertise im Rahmen der Steuerung und Unterstützung der Marinefliegerei, in und neben den Einsatz- und Ausbildungsverpflichtungen, wurde regelmäßig durch das Flottenkommando und andere Dienststellen in Anspruch genommen.

Ein Grund mehr für die Marine, das Steuerungselement der Flottillenebene auch bei den Marinefliegern wieder einzuführen. Oberhalb der beiden Geschwader übernimmt am 8. Oktober 2012 das neu aufgestellte Marinefliegerkommando seine Rolle als Steuerungs- und Fachkompetenzzentrum aller Marineflieger. Die Geschwader können sich somit auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren: Fliegen für die Marine, für die Bundeswehr und für die hoheitlichen Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland. Das Marinefliegerkommando unter Führung eines Kapitän zur See wird knapp 70 Soldaten und zivile Mitarbeiter umfassen.

nach oben

„Heimat der Marineflieger“

Ein „Sea King“ im Fast Roping Manöver.
Training über See (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ (MFG 3 „GZ“), bisher alleiniger Hausherr in Nordholz, wird seine Bordhubschrauber an das seit September 2012 nach Nordholz umziehende Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) abgeben. Damit konzentriert sich das MFG 3 „GZ“ auf den Betrieb der Flächenflugzeuge P-3C „Orion“ und „Dornier“ 228 LM. Letztere wird zur Überwachung der Seeräume über Nord- und Ostsee gegen Meeresverschmutzungen im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) genutzt. Zudem bleibt das MFG 3 “GZ“ für den Grundbetrieb des Marinefliegerstützpunktes Nordholz zuständig.

Das Marinefliegergeschwader 5 wächst deutlich auf und betreibt künftig beide Hubschraubertypen „Sea King“ und „Sea Lynx“. Außerdem erhält das MFG 5 den Auftrag der fliegerischen und technischen Ausbildung für alle fliegenden Waffensysteme der Marine, einschließlich der Ausbildung „Überleben auf See“.

Zu den beiden Marinefliegergeschwadern werden künftig insgesamt ca. 2.100 Soldaten und zivile Mitarbeiter gehören. Nordholz kann sich nun nach fast 100 Jahren Marinefliegerei in Deutschland zu Recht „Heimat der Marineflieger“ nennen.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 20.11.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.aktuelle&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7C8YVHEH406DIBR