Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Fliegende Lebensretter

Fliegende Lebensretter

Wurster Nordseeküste, 20.01.2018.

Freitag, 11 Uhr Ortszeit: Ein Auftrag aus dem RCC (Rescue Coordination Center) in Glücksburg geht ein. Nach dem Brand eines Einfamilienhauses bei Aurich soll ein Patient zur weiteren Behandlung ins Uniklinikum Düsseldorf geflogen werden. Der Patient ist ein 3-jähriger Junge. Er hat bei dem Brand eine lebensgefährliche Rauchgasvergiftung erlitten.

Es ist ein Hubschrauber zu sehen, welcher auf einem Landedeck steht. Die Sonne geht auf und der Himmel ist bewölkt.
Die Ruhe nach dem Sturm. Als der „Sea King“ in Düsseldorf landete, wurde der 3-Jährige Patient direkt behandelt (Quelle: 2018 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Lebensretter Druckkammer

Bei tiefhängender Wolkendecke und schlechter Sicht machten sich die Rettungsflieger in ihrem „Sea King“ Hubschrauber auf den Weg zum Klinikum in Oldenburg, wo der kleine Junge bereits durch Ärzte versorgt wurde. Auf Grund seines Zustandes hatten diese veranlasst, dass der Junge nach Düsseldorf kommen sollte. Dort befindet sich eine von bundesweit sechs Druckkammern, die über eine 24-Stunden-Bereitschaft verfügen. Dort können unter anderem Patienten mit einer starken Kohlenmonoxidvergiftung behandelt werden. Bei einer Wegstrecke von fast 300 km kam dabei nur eine Verlegung via Helikopter in Frage. Die Marineflieger aus Nordholz sollten dabei den ersten Teil bis zum Flughafen Münster/Osnabrück übernehmen. Dort war eine Umbettung in einen SAR Hubschrauber des Typs Bell UH-1D geplant, der auf SAR Einsätze über Land spezialisiert ist. Er sollte den Jungen dann weiter nach Düsseldorf transportieren.

Jede Sekunde zählt!

Doch noch während die notwendigen medizinischen Geräte in den Helikopter eingebaut wurden, verschlechterte sich der Zustand des 3-Jährigen. Um keine weitere Zeit zu verlieren wurde entschieden: Der „Sea King“ bringt den in Lebensgefahr Schwebenden direkt nach Düsseldorf! Neben der 4-köpfigen Crew des Hubschraubers waren auch eine Ärztin und eine Krankenschwester des Klinikums Oldenburg mit an Bord.  Gegen halb vier machten sie sich auf den Weg. „Während des Fluges mussten der Bordmechaniker und ich die Ärztin und die Krankenschwester unterstützen“, erzählt Oberleutnant zur See Sven Hoffmann. „Um den Jungen am Leben zu halten, war jede verfügbare Hand notwendig.“ Als Luftfahrzeugoperationsoffizier ist er an Bord für die Leitung von Einsätzen oder Such- und Rettungsaktionen zuständig.

Kein alltäglicher Einsatz

Ein Helikopter fliegt in der Dämmerung.
Ein MK41 „Sea King“ im Anflug (Quelle: Frank Vorwerk)

Nach rund eineinhalb Stunden Flug landete die Maschine schließlich auf dem Uniklinikum Düsseldorf. Dort wartete bereits  ein Ärzteteam um den 3-Jährigen auf dem schnellsten Weg in die vorbereitete Druckkammer zu bringen. Nach einer guten Stunde konnte aufgeatmet werden: Der kleine Junge schien die Behandlung gut anzunehmen. „Da fiel der Druck  dann von uns allen so ein wenig ab“, schildert Hoffmann. „Das war auch der Ärztin und der Krankenschwester anzumerken.“ Auch für sie war das kein alltäglicher Einsatz.

Krankentransporte gehören für die SAR-Flieger aus Nordholz durchaus zum Alltag. Meist finden diese jedoch zwischen den Friesischen Inseln und dem Festland statt. „Ein Kind zu transportieren, dessen Leben am seidenen Faden hängt, ist zum Glück alles andere als alltäglich“, betont der Marineoffizier, selbst Vater. So etwas gehe an keinem der Crew spurlos vorbei.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 26.01.18 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.aktuelle&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7CAVBCST260DIBR