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Gedenkveranstaltung in Flensburg: „Aber ein Leugnen darf nicht sein“

Flensburg, 05.02.2018.

Mit diesen Worten warnte die Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch in ihrer Rede zur Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus davor, den Holocaust und die Nazi-Verbrechen zu verharmlosen.

Ein Mann steht an einem Rednerpullt.
Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach regt zum Nachdenken an (Quelle: 2018 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Man kann es der heutigen Generation nicht verübeln, dass sie sich nicht mehr mit den Verbrechen identifizieren will“, sagte sie im Bundestag vor vollbesetzten Rängen. „Aber ein Leugnen darf nicht sein. Dabei gehe es nicht um Schuldgefühle, sondern um die Sicherheit, dass so etwas nie wieder passieren darf.“

Einen Tag später veranstaltete die Jüdische Gemeinde e.V. in Kooperation mit der Stadt Flensburg eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus im Rathaus der Stadt. Über 300 geladene Gäste waren gekommen, unter ihnen auch 50 Angehörige der Marineschule Mürwik. In den letzten 15 Jahren fand diese Veranstaltung immer in der Marineschule statt. Der Kommandeur der MSM, Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach, empfiehlt diese Form in Zukunft außerhalb einer Kaserne beizubehalten. Nur so können zukünftige Offiziere in direkten Kontakt mit der jüdischen Gemeinde kommen.

Es ist eine Tafel zu sehen auf der Namen stehen.
Flensburger Opfer des Judenmordes (Quelle: 2018 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Es war eine Gedenkveranstaltung, die zum Nachdenken anregte. Nach den Grußworten der Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar und dem Kommandeur der MSM folgte der Landesrabbiner der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holsteins Dov-Levy Barsilay. Er trug seine Gedanken zu „Michtam LeDavid“, Psalm 16 vor. („Ein Lied von David – Beschütze mich, Gott, denn bei dir suche ich Zuflucht“ aus dem Alten Testament).

Im Anschluss stellte die Historikerin Dr. Bettina Goldberg in ihrem historischen Rückblick „Verfolgt – vertrieben – ermordet“ den Lebensweg von drei jüdischen Familien aus Flensburg vor. Diese stehen exemplarisch für hunderttausende von jüdischen Familien, die in der Zeit des Nationalsozialismus dem Genozid entkamen oder auf Umwegen durch Europa flüchteten. Ruhig und nachdenklich stiegen die Marinesoldatinnen und Marinesoldaten anschließend in den Bus und fuhren zur Marineschule.

Es sollte ein Muss sein, an einer der zahlreichen Gedenkfeiern irgendwo in Deutschland oder weltweit teilzunehmen, damit dieses Verbrechen unserer Vergangenheit nicht vergessen wird und erst gar nicht geleugnet werden kann“ – ganz im Sinne von der Holocaustüberlebenden Anita Lasker-Wallfisch.


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Stand vom: 06.02.18 | Autor: 


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