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„Rendezvous“ über See: Aus Übung wird Ernstfall
Seenotretter und Marineflieger im gemeinsamen Einsatz auf der Ostsee

In See, 15.09.2017.
Ein deutscher Lkw-Fahrer an Bord einer Schwedenfähre verdankt der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Seenotrettern und Marinefliegern schnelle medizinische Hilfe. Aus einer gemeinsamen Übung des Seenotrettungskreuzers „Berlin“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und eines Such- und Rettungshubschraubers der Deutschen Marine in der Ostsee wurde am Abend des 14. Septembers plötzlich Ernst.

Ein grauer Hubschrauber fliegt in der Luft.

Ein SAR-Hubschrauber „Sea King“ der Deutschen Marine (Quelle: Bundeswehr / Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Gegen 20.20 Uhr hatten sich der „Sea King“-Hubschrauber der Marine und die in Laboe stationierte „Berlin“ der Seenotretter in der Strander Bucht an der Kieler Förde zum „Rendezvous“ getroffen. Die beiden Crews hatten gemeinsame Windenmanöver bei Dunkelheit zur Übung geplant.

Gerade als der Hubschrauber eingetroffen war, meldete sich die Seenotleitung Bremen (MRCC = Maritime Rescue Coordination Centre) der DGzRS über Funk: Auf der Schwedenfähre „Tom Sawyer“, unterwegs von Travemünde nach Trelleborg, hatte sich etwa 18 Seemeilen nordöstlich von Travemünde ein medizinischer Notfall ereignet. Ein deutscher Lkw-Fahrer klagte über starke Schmerzen in der Brust. Seenotleitung und Besatzung der „Berlin“ schlugen etwas vor, das angesichts der Entfernung zum Einsatzort auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, jedoch schnellstmögliche Hilfe versprach: Die „Berlin“ alarmierte ihren freiwilligen Seenotarzt Dr. Stephan Rusitska, lief kurzerhand zurück nach Laboe und nahm ihn an Bord. Der Hubschrauber wartete unterdessen über der Förde.

Aus der Übung wurde nun Ernst: Die Marineflieger winschten den Arzt auf und flogen ihn zur „Tom Sawyer“. Schon etwa eine halbe Stunde später schwebte der Hubschrauber über der Ostseefähre und setzte ihn mit der Seilwinde an Deck ab. An Bord versorgte der Dr. Rusitska den Lkw-Fahrer. Der Hubschrauber winschte beide auf und flog den Patienten ins Universitätsklinikum nach Lübeck.

Eine männliche Person in einem Rettungkorb eines Hubschraubers.

Der Patient im Rettungskorb der Marineflieger, kurz vor dem Aufwinschen in den „Sea King“ (Quelle: 2017 DGzRS – Die Seenotretter)Größere Abbildung anzeigen

Das „Rendezvous“ zwischen Seenotrettern und Marinefliegern vor Laboe fand zu später Stunde seine Fortsetzung: Die „Berlin“ lief am späten Abend noch einmal aus und traf sich erneut zu einem Windenmanöver mit dem Hubschrauber, der den freiwilligen Seenotarzt der DGzRS kurz vor Mitternacht „nach Hause“ flog.


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Stand vom: 15.09.17 | Autor: 


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