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Ein Schiff, eine Besatzung, zwei Dienstorte

In See, 25.10.2017.
Um 6:30 Uhr und um 7:00 Uhr heißt es „Guten Morgen Besatzung“. Zwei Mal Dienstbeginn? So scheint es, wenn man sich die Tagesplanung der Besatzung der „Bonn“ anschaut. Die Besatzung arbeitet allerdings nicht nur zu verschiedenen Zeiten, sondern auch an verschiedenen Orten.

Ein großes Graues Schiff steht auf Holzböcken in einem leeren Trockendock.

Der EGV „Bonn“ mit Gerüst im Trockendock bei Blohm + Voss (Quelle: 2017 Bundeswehr / Stefan Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Der Einsatzgruppenversorger „Bonn“ ist für eine planmäßige Werftphase im Trockendock bei Blohm + Voss in Hamburg und wird dort unter Federführung der Norderwerft instand gesetzt. Mit dem Schiff sind ca. 65 Soldaten als „Werftgruppe“ in Hamburg geblieben, um bei der Befundung, Erneuerung und Reparatur der „Bonn“ zu unterstützen. Dies sind vor allem Soldaten der Schiffstechnik.

Die übrige Besatzung leistet ihren Dienst als „Standortgruppe“ am Heimatstandort Wilhelmshaven. Sie sind in der Ebkeriege-Kaserne untergekommen. Diese Kaserne war lange Zeit außer Betrieb und wurde 2016 reaktiviert. Nun steht sie als „Steinschiff“, wie die Landdienststelle von der Besatzung genannt wird, für die Standortgruppe zur Verfügung. Die Soldaten hier gehen ihren ganz normalen Tätigkeiten nach, sanitätsdienstliche Versorgung, Materialbewegung oder Ausbildung je nach Hauptabschnitt.

Vier Soldaten stehen unter einer der riesigen Schiffsschrauben der „Bonn“ und begutachten diese.

Soldaten des EGV´s „Bonn“ begutachten die Schiffsschrauben (Quelle: 2017 Bundeswehr / Stefan Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Ebenso wird die Zeit für Lehrgänge oder Unterstützung anderer Einheiten genutzt. „Einige unserer Soldaten unterstützen die Kameraden auf anderen Schiffen wie der „Frankfurt am Main“ oder der „Hessen““, berichtet der Schiffswachtmeister, Stabsbootsmann Andreas Genthe.

Die Schwierigkeit bei einer Distanz von 220 Kilometern ist ganz deutlich, die Besatzung zusammen zu halten“, berichtet Fregattenkapitän Karsten Uwe Schlüter, Erster Offizier der „Bonn“. Beide Crews haben Vor- und Nachteile. Die Standortgruppe ist zwar jeden Tag zu Hause, dafür hat die Werftgruppe den spannenderen Dienst. Sie erleben hautnah, wie die „Bonn“ wieder fit gemacht wird und können nach Dienst zudem das Angebot Hamburgs genießen.

Auch organisatorische Aspekte fließen mit ein, so muss zum Beispiel regelmäßig benötigtes Personal und Material von Wilhelmshaven nach Hamburg und zurück transportiert werden. Der Schiffsversorgungsmeister Hauptbootsmann Daniel Fassbinder berichtet über die logistische Unterstützung: „Wir haben ein oder zwei Mal in der Woche eine Versorgungsfahrt, wo unser Standwagen alles, was nötig ist, von einem Ort zum anderen fährt. Und bei Bedarf natürlich noch öfter.“ Hier ist manchmal viel Flexibilität gefragt.

Ein Soldat sitzt an seinem Bürotisch vor ihm steht ein Laptop und ein Bildschirm.

Navigationsunteroffizier Lasse Dymowski arbeitet nun in einem Büro in der Ebkeriege statt wie sonst auf der Brücke des EGV´s „Bonn“ (Quelle: 2017 Bundeswehr / Joshua Habener)Größere Abbildung anzeigen

Gerade anfangs, als die Besatzung von Hamburg nach Wilhelmshaven zog, gab es von persönlicher Ausrüstung über IT-Ausstattung und Büromittel viel Materialbewegung. Jetzt gibt es zwei arbeitsfähige Standorte, zum einen die Büroräume in der Kaserne, zum anderen die Container in der Werft. Aber eines haben die beiden Dienstorte gemeinsam: Die Soldaten freuen sich, wenn sie mit ihrem Schiff wieder in See stechen können.


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Stand vom: 25.10.17 | Autor: 


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