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Northern Coasts 2017:
Integration mit scharfem Schuss

Putlos, 15.09.2017.
Auf dem Truppenübungsplatz Putlos vergleicht das Seebataillon der Deutschen Marine seine Taktiken mit den militärischen Verfahren der niederländischen Marineinfanterie. Das sieht einfach aus, aber der Teufel steckt im Detail.

Ein Wegweiser zum Übungsgelände des Küsteneinsatzkommandos.

Der Wegweiser zum Übungsgelände des Küsteneinsatzkommandos (Quelle: 2017 Bundeswehr / Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem deutsche und niederländische Seesoldaten am Montag die Handwaffen der jeweils anderen Seite kennengelernt hatten, haben sie am Dienstag damit begonnen, gemischte Teams zu bilden. Doch bevor es soweit war, demonstrierte ein Zug der Küsteneinsatzkompanie den Angriff aus einer Deckung heraus auf eine fiktive Ortschaft.

Die Übungslage sah so aus, dass ein verstärkter Zug Seesoldaten, also etwa 40 Mann, an eine Küste angelandet wurde. Das kann bei militärischen Evakuierungsoperationen geschehen, bei denen es darum geht, deutsche Staatsbürger und andere aus einer akuten Gefahrensituation zu retten.

Nachdem die Seesoldaten also gelandet worden waren, wurden sie von feindlichen Kräften überrascht und beschossen. Hierauf mussten sie – wie es im Militärjargon so schön heißt – „ausweichen“. Das bedeutete: ein kurzes Stück zurückziehen und in einem nahen Waldstück sammeln.

Die Seesoldaten ziehen in den Häuserkampf

Ein Soldat noch mit Tarnschminke im Gesicht verfolgt das Debriefing.

Volle Konzentration während des Debriefings (Quelle: 2017 Bundeswehr / Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Hier bereiteten sich die Seesoldaten auf einen konzentrierten Angriff vor: Zwei Scharfschützen und eine Gruppe von rund zehn Infanteristen brachten sich in Position. Sie sollten den Vorrückenden Deckung geben.

Der Rest des Zuges sickerte über das Waldstück in das Operationsgebiet ein. Lautlos näherten sich die 30 Mann einer kleinen Ortschaft an.

Die Niederländer beobachteten das Vorgehen ihrer deutschen Kameraden genau: Am Donnerstag werden sie das gleiche Szenario an der Seite der Deutschen durchspielen. Sie blieben allerdings in sicherer Entfernung – denn es wurde scharf geschossen. Ein alter militärischer Grundsatz heißt schließlich: „Train as you fight.“ – je näher an der Realität du übst, umso besser.

In schnellen Angriffswellen drangen die deutschen Seesoldaten in die Ortschaft ein und nahmen Haus um Haus. Wenngleich es sich nur um eine Übung handelte – die Marineinfanteristen steckten tief in der angenommenen Lage: Schreie, Rauchgranaten, Schüsse. Die Soldaten standen unter Dauerstress. Für ihre Vorgesetzten, die Gruppen- und den Zugführer, war bis zuletzt höchste Konzentration gefragt.

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Das Ziel: aus gemischten Teams einheitliche machen

Soldaten stehen angetreten in Formation. Vor dieser steht ein Offizier und spricht zu ihnen.

Der Chef des Küsteneinsatzkommandos führt das Debriefing durch (Quelle: 2017 Bundeswehr / Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Eine Ortschaft zu nehmen, ist ein komplexes Unterfangen. Schnelligkeit und perfekte Koordination sind gefragt – während um jede Hausecke eine böse Überraschung lauern kann. Nun stelle man sich vor, dies mit zwei Gruppen von Menschen in direkter Zusammenarbeit zu tun, die aus einer anderen Armee stammen, eine unterschiedliche Muttersprache sprechen sowie ganz andere Waffen und Taktiken benutzen. Genau hierum aber bei geht es bei Northern Coasts 2017 für die deutschen und niederländischen „Marines“.

Im Anschluss an die Übung erfolgte daher ein „knackiges“, aussagekräftiges Debriefing: Der Kompaniechef der Küsteneinsatzkompanie, Korvettenkapitän Hanno Lambrecht, erklärte zunächst auf Deutsch und anschließend auf Englisch, was ihm bei beim Vorgehen seiner Soldaten gefallen hat – und was noch besser werden kann.

Die Niederländer verfolgten die Ausführungen Lambrechts sehr aufmerksam. In den nächsten Tagen gilt es, den Zug der 22. Kompanie des Korps Mariniers mit dem der Küsteneinsatzkompanie zu integrieren.


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Stand vom: 22.09.17 | Autor: 


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