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Historisch-Taktische Tagung der Marine beginnt: „Menschen in Grenzsituationen“

Linstow, 09.01.2018.

Vom 9. bis 11. Januar findet die 58. Historisch-Taktische Tagung der Marine statt. Neben dem inhaltlichen Schwerpunkt Handeln in Extremlagen befasst sich die Deutsche Marine mit ihrer eigenen Geschichte. Ehrengast wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sein.

Marinesoldaten im Gefechtsanzug und mit Feuerschutzhauben sitzen vor Monitoren im innerhalb eines Kriegsschiffes.
Immer einsatzbereit: Marinesoldaten während der Operation „Counter Daesh“ (Quelle: Bundeswehr / Torsten Kraatz)Größere Abbildung anzeigen

Rund 650 Marineoffiziere diskutieren am Tagungsort Linstow, rund 60 Kilometer südlich von Rostock, über Entscheidungsfindung in schwieriger Lage: Welches Handeln ist in einer Extremsituation das richtige? Gerade militärische Verantwortungsträger sind schlimmstenfalls mit Widersprüchen konfrontiert: zwischen „Moral und Maßgabe“, zwischen „Wahrnehmung und Wirklichkeit“, wie es das Generalthema der Konferenz formuliert.

Die neun Einzelvorträge dieses Jahres haben als gemeinsames Element Grenzsituationen: etwa die eines Kommandanten im Spannungsfeld zwischen eigener Lagebeurteilung und dem Primat der Politik, oder auch die Schlüsselrolle von Admiral Theodor Hoffmann von der friedlichen Wende 1989 bis zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990.

Besondere Bedeutung hat dieses Jahr die Traditionsbildung der Streitkräfte: Anhand der Person Konteradmiral Rolf Johannessons wird sich die Marine auf der Tagung mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen. 1945 noch Flaggoffizier der Kriegsmarine, trat Johannesson 1957 als Flottillenadmiral in den Dienst der neu geschaffenen Bundeswehr.

Aus der Geschichte für die Gegenwart lernen

Als Konsequenz seiner eigenen gebrochenen Biografie begründete er, in seiner Funktion als „Kommandeur der Seestreitkräfte“, 1957 die Historisch-Taktische Tagung der Marine. Seine Vorgabe zur mittlerweile jährlich stattfindenden Diskussionsveranstaltung lautet, „dass man weniger aus Erfolgen als aus Fehlschlägen lernt“. Damit das heutige Führungspersonal der Marine aus der Geschichte für ihre Gegenwart lernt, sollen sich die Teilnehmer offen und ohne Blick auf die dienstliche Position über Inhalte auseinandersetzen. Es gilt die Konferenzregel: „Der Dienstgrad tritt bei Vortragenden und Beitragenden deutlich hinter die Qualität der Ausführungen zurück.“

Die Tagungen orientieren sich bis heute an den Zielen und Ideen Johannessons: „wahres Kriegsgeschehen“ und Fehler der Vergangenheit offenzulegen, um aus ihnen Lehren für die Zukunft zu ziehen; die jungen Marineoffiziere zu „Wahrhaftigkeit, Loyalität und Zivilcourage zu erziehen“, ihr Verhältnis zu Freiheit und Demokratie zu festigen; ihr „Selbstverständnis aus der Grundlage von Geschichte und Verfassung herauszuarbeiten“; den Verantwortungsträger in See zu selbständigem Handeln zu befähigen.

Die Redaktion von Marine.de wird in den nächsten Tagen weiter über die Veranstaltung berichten. Auch dokumentieren wir das Grußwort des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und die Grundsatzrede des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause,  mit der er den Kurs der Deutschen Marine für 2018 absteckt.


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Stand vom: 26.01.18 | Autor: 


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