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Good Hope VII: Übung ist das halbe Leben - Flugbetrieb auf hoher See

In See, 09.03.2017.
Die fliegende Truppe nutzt jede Gelegenheit zum Üben. So auch während Good Hope VII. Dieses Mal stand dabei die Ausbildung des Flightdeck Officers (FDO) und des Flugbetriebspersonals im Fokus. Dreh- und Angelpunkt dafür war das Flugdeck des Einsatzgruppenversorger „Bonn“.

Der Flugdeck Offizier gibt dem startendem Helikopter die Richtung an.

Der Flugdeck Offizier gibt dem startendem Helikopter die Richtung an (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

„Klar machen zum Flugbetrieb!“, ertönt es über die Schiffslautsprecher. Wenige Minuten später finden sich die ersten Marinesoldaten im Hangar ein. Sie streifen sich ihre Schwimmweste über und begeben sich auf das Flugdeck. Das Flugdienstpersonal setzt sich aus insgesamt 10 Soldaten zusammen. Zwei Retter, vier Lascher, zwei Löscher, zwei, die für die Betankung zuständig sind und ein Flightdeck Officer (FDO). Zusätzlich sitzt noch ein Flugkoordinator im sogenannten „Flightcommand“ (FlyCo), einer kleinen Glaskanzel, an der Seite vom Hangar.

Mit wenigen, gekonnten Handgriffen werden die Verriegelungen der Reling gelöst und heruntergeklappt. Anschließend kommt die Feuerlöschpumpe zum Einsatz. „Mit ihr wird die Landefläche von losen Kleinteilen wie Steinen und anderen Dingen befreit“, erklärt einer der Soldaten. „Diese können beim Landeanflug aufgewirbelt werden und Mensch oder Material gefährden.“ Nach 20 Minuten ist alles fertig und der Flugbetrieb kann losgehen.

Alle Fäden laufen zusammen

Bordhubschrauber vom Typ „Sea Lynx“ im Landeanflug.

Bordhubschrauber vom Typ „Sea Lynx“ im Landeanflug (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

„Es kann nur einen geben!“ Und so ist es auch bei den Fliegern. Es gibt nur einen Chef während des Flugbetriebes, den FDO. Ohne seine Anweisungen bewegt sich keiner. Er ist für das sichere Landen des Hubschraubers verantwortlich. Zusätzlich trägt er die Verantwortung für die Sicherheit. Damit er das alles zu jederzeit gewährleisten kann, hält der Flugdeckoffizier zeitgleich über Funk die Verbindung zum Piloten, „FlyCo“, Operationszentrale und der Brücke. Bei ihm laufen letztlich alle Fäden zusammen.

Es ist soweit. Der „Sea Lynx“ ist im Anflugmanöver. Der Flightdeck Officer ruft: „Alles auf Station!“ Der „FlyCo“ stellt die Ampel auf dem Flugdeck auf Grün. „Green Deck“ - Der Bordhubschrauber hat Landeerlaubnis. Jeder weiß was zu tun ist. Alle stehen auf Warteposition. Wenige Sekunden später schwebt der Bordhubschrauber mit seinem ohrenbetäubendem Rotorgeräusch ein und hält wenige Meter an der Seite vom Landedeck seine Position. Der Flightdeck Officer gibt mit seinen winddurchlässigen Winkerkellen die Anweisungen an den Piloten. Seine rechte Winkerkelle geht mit einem Wink zum Kopf.

Touchdown“!

Der Flugdeck Offizier gibt Anweisungen an die Lascher.

Lascher (mit blauem Helm) bekommen Anweisungen vom Flugdeck Offizier (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Schon schwebt der „Lynx“ über dem Flugdeck. Der Winddruck, der „downwash“, wirbelt Spritzwasser hoch. Der FDO gibt einen weiteren Wink nach unten. „Touchdown“! Der „Lynx“ ist gelandet. Zeitgleich fährt die Harpune unter dem Hubschrauber aus und greift in das „Grid“, ein wabenartiges Gitter im Zentrum des Flugdecks und zieht den Hubschrauber ran. Der FDO gibt das Zeichen das die Harpune gegriffen hat.

Die „Lascher“ gehen auf Anweisung vor und befestigen die Laschgurte erst am Rumpf des Hubschraubers und anschließend in den Ösen auf dem Flugdeck. Der „Sea Lynx“ ist nun fest mit dem Schiff verbunden . Mit einem weiteren Wink der Kelle gibt der Flugdeckoffizier den „Laschern“ das Zeichen, dass sie sich zum Hangar bewegen dürfen.

Der Pilot zeigt den Daumen und gibt das Zeichen das er wieder losfliegen möchte. Nachdem die Gurte eingeholt sind, reihen sich die vier Soldatenvor dem Hangartor auf und zeigen die Gurte hoch. Eine Sicherheit an die Piloten, dass keine Gurte mehr am Helikopter sind. Die Startrichtung wird vom „Chef“ angezeigt. Wenige Sekunden später ist der „Sea Lynx“ wieder in der Luft. Für das Flugpersonal heißt das: alles verstauen – der Flugbetrieb ist beendet.


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Stand vom: 26.06.17 | Autor: 


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