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Offiziersausbildung: „Mircea“ übernimmt für „Gorch Fock“

Rostock, 28.04.2017.
Die Deutsche Marine wird im Sommer 2017 ihre Offiziersschüler auf dem rumänischen Segelschulschiff „Mircea“ ausbilden. Das Nutzungsmodell bringt Arbeitssicherheit, Team-building und Seemannschaft miteinander in Einklang.

Zahlreiche Fragen bezüglich der „Gorch Fock“ wurden beantwortet.

Zahlreiche Fragen bezüglich der „Gorch Fock“ wurden beantwortet (Quelle: 2017 Bundeswehr / Hannes Borowsky)Größere Abbildung anzeigen

Ich habe entschieden, das Angebot der Rumänischen Marine anzunehmen, ihr Segelschulschiff ‚Mircea‘ für die Ausbildung unserer Offiziersanwärter zu nutzen.“ Das teilte Vizeadmiral Rainer Brinkmann als Befehlshaber der Flotte auf einer Pressekonferenz in Rostock am 27. April offiziell mit.

Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht“, erklärte der Stellvertreter des Inspekteurs der Marine. „Sie fiel nach einer umfänglichen Bestandsaufnahme, einschließlich mehrerer Begehungen des Schiffes vor Ort, und einer fundierten Abwägung aller Umstände.

Viezeadmiral Rainer Brinkmann im Interview mit tv.rostock.

Viezeadmiral Rainer Brinkmann im Interview mit tv.rostock (Quelle: 2017 Bundeswehr / Hannes Borowsky)Größere Abbildung anzeigen

Das Segelschulschiff der Deutschen Marine, die „Gorch Fock“, befindet sich zurzeit in einer Generalüberholung, die voraussichtlich noch bis 2018 dauern wird. Übergangsweise kann die Marine jetzt auf die Kooperation mit Rumänien setzen. Maßgebend für Brinkmanns Entscheidung war, dass die Marine die seemännische Grundausbildung ihrer Kadettinnen und Kadetten aufrechterhalten kann.

Kapitän zur See Johannes Dumrese, Sprecher des Inspekteurs der Marine, bekräftigte den Wert der Arbeitsweisen traditioneller Seefahrt auch für eine moderne Seestreitkraft. Das betreffe einerseits das Teamwork: „Man kann die Schot auf einem Großsegler nicht alleine holen. Da müssen alle anpacken.“ Andererseits fördere der Umgang mit den Naturkräften die nautischen Fähigkeiten jedes Offiziersschülers. Beide Erfahrungen gehören als wertvolle Beiträge zu einem zeitgemäßen Leitbild des Marineoffiziers.

Mit dem Nutzungsmodell bleiben die Kosten im Rahmen

Vizeadmiral Rainer Brinkmann beantwortet offene Fragen.

Vizeadmiral Rainer Brinkmann beantwortet offene Fragen (Quelle: 2017 Bundeswehr / Hannes Borowsky)Größere Abbildung anzeigen

Die „Mircea“ wird nicht durch die Deutsche Marine gechartert, sondern steht weiter unter rumänischem Kommando. Die deutschen Offiziersanwärter werden zusammen mit der rumänischen Stammbesatzung und Kadetten der Rumänischen Marine fahren. „So eine internationale Zusammenarbeit ist im Erbgut des Matrosen verwurzelt“, sagte Admiral Brinkmann dazu. Auch bewege sich durch dieses Modell die Nutzung des Schiffes sich im Rahmen der Betriebskosten der „Gorch Fock“.

Der Befehlshaber der Flotte erklärte für die kommende Ausbildungspraxis, wie viel Wert er auf eine ausreichende Arbeitssicherheit für die deutschen Offiziersanwärter legt. Das betrifft für ihn besonders das Arbeiten in der Takelage. „Die strengen Sicherheitsbestimmungen, die für unser Personal gelten, können wir auf der ‚Mircea‘ nicht in vollem Umfang umsetzen. Das liegt nicht zuletzt auch an fehlenden baulichen Voraussetzungen“, sagte Brinkmann.

Da die Sicherheitsstandards der Deutschen Marine, insbesondere auf der „Gorch Fock“, international an der Spitze stünden, habe man gemeinsam mit den rumänischen Partner Kompromisse gefunden. So würde in der Takelage während der Ausbildungsfahrt für die deutschen Offiziersschüler ausschließlich die rumänische Stammbesatzung arbeiten. Den Decksdienst und die nautischen Aufgaben wiederum werden die deutschen Kadetten wahrnehmen. „Diesen Kompromiss gehen wir gerne ein, weil wir die Erfahrung eines Törns auf einem Großsegler erhalten können“, so Brinkmann.

Auch sanitätsdienstlich wird die rumänische Crew verstärkt. Ein deutscher Schiffsarzt und eine deutsche Zahnärztin werden an Bord kommen, um eine ausreichende medizinische Versorgung nach Bundeswehrstandards zu gewährleisten.

Die Segelroute der deutschen Kadetten führt einmal um Europa

Vizeadmiral Rainer Brinkmann während der Pressekonferenz.

Vizeadmiral Rainer Brinkmann während der Pressekonferenz (Quelle: 2017 Bundeswehr / Hannes Borowsky)Größere Abbildung anzeigen

Die erste Teilgruppe der deutschen Offiziersanwärter wird am 3. August in Wilhelmshaven an Bord des rumänischen Schulschiffs gehen. Die „Mircea“ wird zu der Zeit bereits eine das europäischen Festland umrundet und an den internationalen „Tall Ship Races 2017“ in der Ostsee teilgenommen haben.

In der Marinebasis Wilhelmshaven findet zunächst die einwöchige sogenannte Segelvorausbildung der Kadetten statt. Die Segelroute der „Mircea“ führt dann über Lissabon nach Palma de Mallorca. Dort findet am 28. August der Crewwechsel statt. Nach der Segelvorausbildung für die zweite deutsche Teilgruppe fährt die „Mircea“ über Chania auf Kreta in ihren Heimathafen Constanta am Schwarzen Meer. Voraussichtlich am 22. September wird der deutsche Teil der Crew dort wieder ausgeschifft.

Im traditionellen Selbstverständnis deutscher Segelschulschiffe werden die deutschen Marinesoldaten an Bord der „Mircea“ auch als „Botschafter in Blau“ repräsentative Aufgaben übernehmen. Das Programm für den Aufenthalt in den Auslandshäfen ist bereits in der Planung.

Abschließend verwies Admiral Brinkmann noch einmal auf die Chancen, die mit der Kooperation verbunden sind: „Über das verbindende Element der englischen Sprache und die beeindruckende Naturerfahrung, die alle miteinander teilen, wird eine neue lebendige Partnerschaft zwischen den beiden NATO-Marinen entstehen.

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Stand vom: 26.06.17 | Autor: 


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