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Manövertagebuch: Tender „Main“ im Mittelmeer

Collage: Tender „Main“ in See und Buch-Icon.

Der Tender „Main“ befindet sich unter dem Kommando von Korvettenkapitän Carsten Egerland auf großer Manöverfahrt Richtung Mittelmeer. Zusammen mit dem Uboot „U 33“ wird das Schiff an internationalen Übungen teilnehmen sowie verstärkt den eigenen Nachwuchs ausbilden. Von Norddeutschland über die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer lassen uns die Soldaten im Manövertagebuch über die Besonderheiten, aber auch über das ganz Alltägliche ihrer Seefahrt teilhaben.


Torpedoschießen in der Nähe von Tarent

Zwei Soldaten der Systemunterstützungsgruppe bergen den verschossenen Torpedo.

Das Bergeteam mit dem Torpedo (Quelle: 2015 Bundeswehr / Nikolaus Berghammer)Größere Abbildung anzeigen

Zu Beginn des Schießabschnittes werden alle vier Gefechtstorpedos, die „U 33“ standardmäßig geladen hat, entladen und im Torpedoklarmachraum vom Tender „Main“ verstaut. Das Entladen übernimmt die Systemunterstützungsgruppe (SUG), die dafür aus Deutschland angereist ist. Anschließend verstaut das Bordkommando die Torpedos an Bord des Tenders. Zu diesem Team gehören der Abschnittsleiter, an Bord Feuerwerker genannt, zwei Unteroffiziere und fünf Mannschaftsdienstgrade. Diese Jungs sind für die gesamte Munition aller Waffen verantwortlich und sorgen für einen reibungslosen Ablauf beim Schießen und auch beim Schießen mit Handwaffen. Während des Torpedoschießabschnitts ist die Hauptaufgabe das Torpedobergen. Dabei fischt man einen verschossenen Torpedo und bringt diesen zurück zum Tender.

Aber warum ist es nötig einen Torpedo zu fischen? Die Ubootfahrer, die einmal Kommandant werden wollen, müssen sich als Kommandantenschüler beweisen. Außerdem gilt es für die gesamte Besatzung des Ubootes, die Einsatzfähigkeit unter Beweis zu stellen. Dazu ist es wichtig die Ubootwaffe, den Torpedo, tatsächlich zu verschießen. Weil es nicht möglich ist mit Gefechtstorpedos auf echte Ziele zu Übungszwecken zu schießen, benutzt man einen Übungstorpedo. Er ist genauso lang, genauso dick und auch genauso schwer wie ein echter, nur ohne Sprengstoff. An Stelle des Sprengstoffes ist Elektronik zur Auswertung und eine große Lampe eingebaut, welche für das Bergen wichtig sind.

Der Ablauf in einer Schießnacht ist dann genau geplant: Das Uboot klärt aus sicherer Entfernung den Gegner auf und ermittelt die erforderlichen Schussdaten. Sobald alle Daten zur Verfügung stehen, wird der Torpedo mittels Luftdruck aus dem Torpedorohr gedrückt. Anschließend beginnt der Torpedo selbstständig Fahrt in die Richtung des Ziels aufzunehmen. Die Aufgabe der Ubootbesatzung ist es den „Feind“ zu versenken. Dabei fährt der Torpedo einmal unter dem Zielschiff entlang. Wird der Torpedo per Hand gelenkt, ist das gar nicht so einfach und benötigt viel Übung. Für den Antrieb besitzt ein Übungstorpedo riesige Batterien mit denen ein Elektromotor betrieben wird. Mit diesen Batterien ist es möglich, den Torpedo eine ganze Stunde durchs Wasser zu lenken. So kann man mehrfach versuchen das Zielschiff zu unterlaufen. Sobald die Batterien an Leistung verlieren, explodiert der Übungstorpedo nicht mehr, sondern schwimmt zur Wasseroberfläche auf.

Das Torpedobergeboot wird mit dem Torpedo an Bord gehoben.

Das Torpedobergeboot wird mit dem Torpedo an Bord gehoben (Quelle: 2015 Bundeswehr / Nikolaus Berghammer)Größere Abbildung anzeigen

Jetzt kommen die Waffentechniker wieder ins Spiel. Sie holen den Torpedo aus dem Wasser und verbringen ihn an Bord. Die Brückenbesatzung fährt den Tender in die Nähe des aufgeschwommenen Torpedos, der nur durch seine große weiße Lampe im Wasser zu sehen ist. Aus diesem Grund schießt man auch nur bei Nacht. Zeitgleich macht die Crew des Feuerwerkers das Deck an Backbord klar zum Bergen. Dabei fahren sie die Außenbordmotoren des Torpedobergebootes warm und bereiten den Torpedoklarmachraum zum Einstauen des Torpedos vor.

Währenddessen dreht sich der Bordkran nach hinten, um dann das Torpedobergeboot auszusetzen. Außerdem rüsten sich zwei Schwimmer aus, die später im Boot sitzen und den „Aal“ im Wasser einfangen. Sobald der Befehl zum Bergen kommt, wird das Bergeboot ins Wasser gesetzt und durch die Bergecrew, bestehend aus dem Fahrer, zwei weiteren Soldaten und den beiden Tauchern, besetzt. Da der „Aal“ nur an seinem Lichtschein im Wasser zu erkennen ist, hilft die Brücke per Funk und weist dem Bergeboot den richtigen Weg. Am Torpedo angekommen, gehen die beiden Taucher ins Wasser und stülpen dem „Aal“ einen Fangkorb über. Dieser ist mit einer 30 Meter langen Leine mit dem Bergeboot verbunden. Jetzt wird er mit Muskelkraft über eine Kurbel in das Boot gezogen. Anschließend gehen die Taucher wieder zurück an Bord und verlegen zurück zum Tender.

Dort angekommen verlässt die Besatzung das Boot. Der Kranfahrer hebt jetzt ganz vorsichtig und behutsam das Bergeboot mit seiner teuren Fracht auf das Backbordseitendeck. Nun muss nur noch der gefangene Übungstorpedo mit der Deckenkrananlage in den Torpedoklarmachraum verbracht werden.
Was sich hier so schnell und einfach liest, ist in Wirklichkeit ein harter Job, der pro Torpedo bis zu zwei Stunden dauern kann. In einer Schussnacht können durchaus zwei bis drei Torpedos geschossen werden. Dadurch ist das Bergeteam für mehrere Stunden in Aktion. Im vergangenen Torpedoschießabschnitt ist der Tender anschließend direkt in den Hafen von Tarent eingelaufen, um die Torpedos wieder abzugeben. Dort werden sie für den nächsten Schuss präpariert. Zusätzlich hatte das Bergeteam die einmalige Gelegenheit, einen Torpedo bei Tag zu bergen. Dies ist sonst nur mit einem sogenannten „Dummy“, einem nachgebildeten Torpedo, möglich.

Tender „Main“ - die Heizerei stellt sich vor

Das Team der Heizerei, bestehend aus Antriebstechnikern, Elektrikern und Schiffsicherern kümmert sich tief unter Deck im Maschienenraum um die Betriebsbereitschaft des Tenders.

Das Team der Heizerei tief unter Deck (Quelle: 2015 Bundeswehr / Lenz)Größere Abbildung anzeigen

Kennen Sie das Gefühl an manchen Tagen an Oberdeck zu stehen, der Wind zerzaust einem die Haare und die Gischt benetzt das Gesicht? Und dann gibt es Tage, an denen ist für lange Zeit kein Land in Sicht. Die Sonne brennt auf der Haut und Delfine tummeln sich in der Bugwelle. Und wenn man dann mit leichter Urlaubsbräune wieder nach Hause kommt, spricht man von Seefahrerromantik.

Wir kennen dieses Gefühl nicht.

Wir sind die Heizer, aus dem Hauptabschnitt 200. Wir sind die Techniker, die das Boot am Laufen halten müssen. Dafür gibt es verschiedene Spezialisierungen. Die Antriebstechniker sind für die Wartung und Instandhaltung der Motoren zuständig, die Elektriker für die Stromerzeugung und die elektrischen Anlagen. Die Schiffsicherer kümmern sich um Trinkwasser, Abwasser und Sicherheitseinrichtungen jeglicher Art. Und die Elektroniker halten die Bordcomputer, Kommunikationsanlagen und Navigationselemente in Stand. Doch da sich die Zuständigkeitsbereiche stark überschneiden, arbeiten wir Hand in Hand als ein Team.

Dass wir keinen Sonnenbrand bekommen, keine Delfine sehen und auch sonst nicht viel von Außerhalb mitbekommen liegt daran, dass wir uns die meiste Zeit im wichtigsten Raum des ganzen Bootes aufhalten: dem Schiffstechnischen Leitstand. Der Leitstand befindet sich tief unten im Boot und dient der Überwachung und Steuerung sämtlicher technischer Anlagen. Das Herz des Bootes sozusagen. Der Leitstand ist 24 Stunden im Schichtbetrieb besetzt. Sollte es zu einer Störung kommen, gibt es einen Alarm und ein Team rückt aus, um das Problem zu beheben. Zusätzlich geht stündlich ein Heizer durch das Boot und überprüft sämtliche Anlagen auf verschiedenste Betriebswerte. Dies nennen wir „Ronde gehen“.

Im Seebetrieb sind wir zu jeder Zeit auf alles gefasst, denn innerhalb von Sekunden kann die Situation umschlagen. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. Sei es eine gravierende Störung der Antriebsanlage oder ein plötzlicher Stromausfall. Situationen, die für das Boot und die Besatzung besonders gefährlich sein können, werden regelmäßig geübt. Dann erschallt im gesamten Boot ein lautes Klingelsignal und die Besatzung begibt sich so schnell wie möglich auf ihre Stationen für die Brand- und Leckabwehr. Der Leitstand wird dann zum Gefechtsstand umfunktioniert. Von hier aus werden alle Maßnahmen zur Bekämpfung eines Feuers oder eines Wassereinbruches koordiniert. In so einem Fall leitet der Schiffstechnikoffizier, der Chef der Heizerei, die Schadensabwehr und hält ständigen Kontakt zum Kommandanten, um weitere Maßnahmen zu entscheiden.

Unsere Aufgaben umfassen aber nicht nur den Betrieb des eigenen Bootes, sondern auch die Versorgung von Ubooten mit Kraftstoff, Trinkwasser, Atemluft, Schmieröl und technischer Hilfeleistung. Beispielsweise führen wir knapp 720.000 Liter Kraftstoff mit uns, die natürlich nicht nur für die Versorgung, sondern auch für den Eigenbedarf gedacht sind. Sobald wir im Hafen liegen, kommt das Uboot längsseits und die Versorgung mit den benötigten Ressourcen beginnt.

Als Heizer hilft man wo man kann und ist immer ein Ansprechpartner für technische Fragen. Wir sind ein heiteres Team mit dem man viel Spaß haben kann. Bei uns ist Jeder herzlich Willkommen.
Autoren: Borowski & Otte

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Etappenziel Lissabon: Vorfreude auf die Familienzusammenführung

Marinesoldaten arbeiten während einer Übung konzentriert auf der Brücke.

Während der Übung auf der Brücke (Quelle: 2015 Bundeswehr / Christine Kreuzer)Größere Abbildung anzeigen

Nach beinahe elf Wochen fern der Heimat freut sich die Besatzung des Tenders „Main“ nun auf den Hafenaufenthalt in Lissabon. Dort werden im Rahmen der Familienzusammenführung viele Mitglieder der Besatzung ihre Angehörigen wieder in die Arme schließen können. Auch die Möglichkeit, für ein paar Tage nach Deutschland zu fliegen, wird gerne genutzt. Insgesamt ist es eine willkommene Auszeit und bietet nach den vielen vergangenen Seetagen und insgesamt ca. 11.000 zurückgelegten Seemeilen die Möglichkeit zur Erholung.

Hinter uns liegen verschiedene Manöverabschnitte mit ihren ganz eigenen Herausforderungen. Nach Abschluss des Manövers Smart Hunt, in dem es hauptsächlich um die Uboot-Abwehr ging, wurde eine längere Hafenliegezeit in Tarent (Italien) für den Torpedoschießabschnitt genutzt. Hier musste sich die Besatzung an einen ungewöhnlichen Tagesablauf gewöhnen. Wir machten die Nacht zum Tage. In den frühen Abendstunden lief der Verband, bestehend aus dem Tender „Main“, „U 33“ und verschiedenen italienischen Einheiten aus, um die Nacht mit dem Schießen von Übungstorpedos im Golf von Tarent zu verbringen. Der Tender diente hierbei auch als Zielschiff für das Uboot.

Unsere Hauptaufgabe war es jedoch die abgeschalteten Torpedos, die an die Wasseroberfläche aufschwammen und durch ein blinkendes Licht lokalisiert werden konnten, wieder sicher an Bord zu bekommen. Dies geschah mit Hilfe des Einsatzes von Schwimmern und dem Torpedobergeboot, das dann gemeinsam mit dem Torpedo durch den Kran an Deck gehoben wurde. In den frühen Morgenstunden war dann meist wieder das Einlaufen in Tarent angesetzt. Die Besatzung durfte anschließend bis mittags ruhen, bevor der Prozess nachmittags wieder von vorne begann. Das Schießen wurde kurzzeitig auch durch den Kommandeur der Einsatzflottille 1, Flottillenadmiral Martens, begleitet. Hier konnte er sich sowohl auf dem Tender „Main“, als auch auf „U 33“ ein Bild von den Abläufen eines Torpedoschießens machen.

Der Tender „Main“ fährt in Richtung Straße von Messina, welche italienisches Festland und die Insel Sizilien trennt.

Der Tender „Main“ fährt in Richtung Straße von Messina (Quelle: 2015 Bundeswehr / Christine Kreuzer)Größere Abbildung anzeigen

Am 21. März begann der gemeinsame Transit mit „U 33“ in Richtung Lissabon, der gleich am folgenden Tag mit einem Highlight verbunden war: Dem Weg durch die Straße von Messina. Dieser bot nicht nur landschaftliche Schönheit, sondern auch die Gelegenheit für eine Navigationsbelehrungsfahrt. Hierbei wurden die herkömmlichen Verfahren zur Positionsbestimmung, bei denen sich an markanten Objekten (Peilobjekten) an Land sowie mit dem Radar gemessenen Abständen zu Landmarken orientiert wird, ausgebildet und geübt. Für die Brückenteams war dies eine hervorragende Gelegenheit, die entsprechenden Verfahren zu vertiefen. Dabei wurden wir mit einem wunderschönen Ausblick für unsere Mühen belohnt.

Auf dem weiteren Transit wurde die Zeit hauptsächlich mit interner Ausbildung und Übungen für den Ernstfall, beispielsweise ein Feuer an Bord oder ein Mann über Bord-Manöver, genutzt. So erklang die Anweisung: „Zur Übung […]“ mit dem entsprechenden Klingelsignal der Alarmklingel täglich aus der Schiffslautsprecheranlage (SLA). Dabei wurde auch der ein oder andere unsanft aus dem Schlaf gerissen und musste sich beeilen, um schnellstmöglich auf seiner ihm zugewiesenen Station zu erscheinen.

Für die Anstrengungen der ersten Tage wurde die Besatzung am Sonntag mit einem FUNEX auf dem Helodeck belohnt. Dort traten verschiedene Mannschaften in kleinen Wettbewerben um die Tender-Meisterschaft an. Bei schönstem Sonnenschein mussten die Teilnehmer beispielsweise auf Balken balancieren, einen Wurfbeutel in einen Zielkreis werfen und beim traditionellen Tauziehen gegeneinander antreten. Hierbei wurde viel gelacht, mitgefiebert und angefeuert. Es gab keine Verlierer, sondern nur Gewinner.

Nun wird das gesamte Schiff für das Einlaufen in Lissabon vorbereitet und dafür von oben bis unten mit Frischwasser abgespült, um das Oberdeck in frischem Glanz erstrahlen zu lassen. Zudem werden die ersten Vorbereitungen für den großen Empfang an Bord am8. April getroffen. Nach dem Einlaufen am Mittwochmorgen werden sich die Wege der Besatzungsmitglieder schnell trennen, da jeder die Tage mit seiner Familie verbringen oder auch in kleineren Gruppen die Stadt am Tejo erkunden möchte. Lissabon, die Hauptstadt von Portugal, ist eine Stadt mit ca. 500.000 Einwohnern, die ein beliebtes Touristenziel in Europa darstellt und mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten sowie zahlreichen Restaurants und Bars eine ideale Gelegenheit für eine kleine Auszeit vom Alltag an Bord des Tenders bietet.

So kann die Besatzung am 10. April gestärkt in den letzten Abschnitt des MED-Deployments starten. Dabei stehen die Schülerfahrt für die jungen Uboot-Wachoffiziere vor der portugiesischen Küste und der anschließende Heimtransit nach Eckernförde auf dem Plan.
Autor: Christine Kreuzer

Der Funkabschnitt auf dem Tender „Main“

Gruppenbild der Soldaten des Funkabschnittes des Tenders „Main“.

Soldaten des Funkabschnitts auf dem Tender „Main“ (Quelle: 2015 Bundeswehr / Wolfgang Scheele)Größere Abbildung anzeigen

Neben der Versorgung und der Brück ist der Funkraum ebenfalls ein wichtiges Rädchen, das für den runden Ablauf innerhalb der Einheit wichtig ist. Der Funkraum ist dafür verantwortlich, dass die richtigen Informationen, zur richtigen Zeit, an die richtigen Stellen kommen. Wenn uns zum Beispiel eine Wettervorhersage von den Experten aus Deutschland erreicht, wird diese durch das Funkpersonal angenommen und an die Navigation bzw. die Brücke weitergeleitet. Bei schlechtem Wetter kann der Kurs angepasst und eine sichere Weiterfahrt garantiert werden. Natürlich sind wir nicht nur Verwerter von Informationen, sondern senden selbst auch regelmäßig Nachrichten. Das können Standardfernschreiben oder auch Positions- und Wettermeldungen sein, die in regelmäßigen Abständen verschickt werden müssen. Die hierbei gewonnenen Informationen werden nicht nur militärisch, sondern auch zivil genutzt, beispielsweise für Wettervorhersagen in den Nachrichten. Wir senden aber auch individuelle Sprüche, wie die Proviantbestellung für den nächsten Hafen.

Die Kommunikation findet natürlich nicht nur zwischen dem Tender und den Landfunkstationen statt. Auch zwischen den einzelnen Einheiten im Verband in See muss kommuniziert werden. Hierbei kommt sowohl der Schreib-, wie auch der Sprechfunk zum Einsatz. Größtenteils werden kurze taktische Befehle ausgetauscht, welche eine zeitnahe Umsetzung erfordern. Aufgrund der technischen Ausstattung gibt es bei der Reichweite so gut wie keine Einschränkungen.

Als Ubootunterstützungseinheit sorgt der Funkraum des Tenders „Main“ dafür, dass ebenfalls die mitfahrenden Unterseeboote fernmeldetechnisch optimal versorgt werden. So sammeln wir Sprüche für das Boot, wenn dieses gerade getaucht fährt und leiten Diese später weiter oder helfen dem Unterseeboot, Sprüche an Adressaten zu versenden, die das Boot selber nicht erreichen kann.

Dem Funkraum kommt ebenfalls anderweitig eine besondere Bedeutung zu, wenn es beispielsweise um die Sicherheit der sich im Seegebiet befindlichen Schiffe – zivil wie militärisch – handelt. Seenotmeldungen können jederzeit empfangen und Rettungsmanöver können von hier aus initiiert und koordiniert werden. So macht eine internationale Übung die Seefahrt ein Stück weit sicherer.

Für die Besatzung ist der Funkraum ebenfalls aus einem ganz anderen Grund wichtig: Über ihn können auch private E-Mails versandt und empfangen werden. So kann man auch fern der Heimat seinen Freunden und Verwandten ein kleines Stück näher sein.

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Der Radar- und Signalabschnitt stellt sich vor

Soldatin des Signalabschnittes übermittelt befehle mithilfe von Signalflaggen.

Befehlsübermittlung mithilfe von Signalflaggen (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Es ist schon einen Monat und tausende von Seemeilen her, seitdem wir den Marinestützpunkt in Eckernförde am 18. Januar verließen, um an den Manövern mit internationaler Beteiligung wie Smart Hunt und Ionic Research teilzunehmen. Die Übungen finden gemeinsam mit der italienischen Marine über mehrere Wochen hinweg statt. Ziel ist es Strategien und Taktiken im Bereich der ASW (Antisubmarine Warfare, zu deutsch: Unterwasserkriegsführung) zu erproben und zu verbessern. Hierbei üben sowohl Unterwasser-, Überwasser- als auch Lufteinheiten zusammen diverse Verfahren um Uboote aufzuspüren und abzuwehren. Der Tender „Main“ fungiert hierbei meist als die vor den Ubooten zu beschützende Einheit, wird jedoch auch offensiv tätig.

Bei allen Manövern ist die Kommunikation unter den Einheiten essenziell um ein operatives Lagebild aufzubauen und somit den Erfolg der Übung zu garantieren. An dieser Stelle wird der Radar- und Signalabschnitt unverzichtbar. Dieser hat die Aufgabe der Befehlsübermittlung und des Lagebildaufbaus. Mittel hierzu sind zum größten Teil der Sprechfunk und das Unterwassertelefon, aber auch auf Flaggen- und Morsesignale kann zurückgegriffen werden. Daher ist in jeder Fahrwache mindestens ein Signäler, bzw. Operateur tätig.

Die Aufgaben während eines Manövers sind zum Beispiel das Mitplotten, also das Aufzeichnen der aufgespürten Sonarkontakte auf einem kreisrunden Koordinatensystem, der sogenannten Koppelspinne. Dies hat den Vorteil, dass man mit nur einem Blick auf die Koppelspinne eine Übersicht über die momentane Lage und Geschehen bekommt. Aber auch der Funkkontakt mit anderen Einheiten und die Weitergabe von Informationen an den Kommandanten als auch an den WO (den fahrenden Wachoffizier) sind wichtig. Die Tätigkeiten des Signälers bzw. Operateurs variieren hierbei abhängig vom anliegenden Manöver. Während der Revierfahrt (Fahren in küstennahen Gewässern) und des Hafenaufenthaltes muss zum Beispiel auf die korrekte Flaggenführung geachtet werden, wie zum Beispiel das Setzen des internationalen Rufzeichens oder auch der Wachbootsflagge.

Normalerweise sind der Radarabschnitt und der Signalabschnitt getrennt voneinander tätig, doch da der Tender „Main“ eine UUE (Ubootunterstützungseinheit) ist und daher oft operativ gefordert ist, müssen Signäler und Operateure übergreifend in einem Abschnitt zusammen arbeiten. Dies bedeutet aber auch, dass die Soldaten beider Verwendungsreihen (Signäler und Operateure) beide Gebiete beherrschen müssen. Im Moment besteht der Abschnitt sowohl aus einem Signalgasten, im Dienstgrad eines Mannschaftssoldaten, und Signalunteroffizier, als auch aus einem Radargasten und einem Radarmeister, der diesen Abschnitt leitet und für den nötigen Ausbildungsstand durch weitere interne Übungen sorgt.

Momentan üben wir im Ionischen Meer, im Rahmen der internationalen Übung Smart Hunt, das eingangs erwähnte Aufspüren und Abwehren von Ubooten, welches zunehmend anspruchsvoller für den Signal- und Radarabschnitt wird. Aber dies ist nicht die einzige Aufgabe des Abschnittes. Hinzu kommt die Taktische Verbandsführung, das Flaggensignalisieren, um z.B. umliegende Einheiten ohne Übertragung von verräterischen Funksignalen vor dem nur schlecht auszumachenden Uboot zu warnen, aber auch das Lichtmorsen. Wie man unschwer erkennen kann, ist die Arbeit in diesem Abschnitt sehr umfangreich und vielseitig. Aber genau das macht die Arbeit auf dem Tender „Main“ als Operateur und Signäler so besonders.
Autor: J. Petermann & V. Wieland

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Einlaufen in Catania

Der Vulkan Ätna aus der Sicht der Hafenstadt Cantania auf der Insel Sizilien.

Der Vulkan Ätna ragt über dem Hafen Catanias (Quelle: 2015 Bundeswehr / Christoph Paetsch)Größere Abbildung anzeigen

Die Sonne zeigte sich am Horizont und legte den Berg in ein leuchtendes Orange. Der Tender „Main“ befand sich vor der Hafenstadt Catania liegend, an der Ostküste Siziliens. Recht voraus der Ätna. Uns wurde ein imposanter Blick auf den aktivsten Vulkan Europas mit seinen 3.323 m und einer schneebedeckten Spitze geboten. Ein Berg, der die zweitgrößte Stadt Siziliens mit ca. 300.000 Einwohnern überragt und diese in den frühen Morgenstunden in einen grauschwarzen Schatten legte. Vereinzelte Fischer versuchten ihr Glück auf einen guten Fang, und wir warteten auf „U 33“ und „Planet“, so dass wir gemeinsam in den Hafen einlaufen konnten.

Gegen 9 Uhr war es soweit. Lotse an Bord, Schlepper zur Seite und Liegeplatz suchen, der normale Ablaufplan eines Einlaufens in einem Auslandhafen. Aufgrund unseres Fendersystems, das extra dafür konzipiert wurde, dass Uboote der Klasse 212 A bei uns anlegen können, liefen wir zuerst ein. Manöveranpfiff, Leinen an Land, Manöverabpfiff. Der fahrende Wachoffizier hat mit sicherer Führung und gutem Auge den Tender am Liegeplatz festgemacht. Während die einen die Manöverstationen noch aufklaren, hieß es für einen anderen Teil der Besatzung: „klar machen zum Ausbringen des Fendersystems auf Backbord Seite“. Damit das Uboot nicht allzu lang warten muss, finden viele Arbeiten an Bord des Tenders „Main“ parallel statt. Während wir mit dem Ausbringen beschäftigt waren, zog die „Planet“ schon vorbei und legte vor uns an.

Kurze Zeit darauf war das Fendersystem ausgebracht und die Flagge „India“ ging vor, dies bedeutet so viel wie: „wir sind klar zum Annehmen“. „U 33“ lief an und war dann als letzte Einheit des Verbandes an unserer Backbord Seite fest. Anschließend erfolgten die typischen Hafenleistungen, wie zum Beispiel: Proviantübernahme, Müllabgabe, Wäscheabgabe für das Uboot, Materialübergabe an „U 33“ usw..

Nach dem Abendbrot ertönte schließlich die Durchsage für Feierabend. Endlich konnte die Besatzung nach der letzten Seefahrt die Seele baumeln lassen und raus aus der Uniform kommen, mal wieder etwas „ bequemere“ Kleidung tragen. Keine Wellen mehr die einen unter der Dusche hin und her schieben, keine Lüftung die einem die Ruhe nimmt. Beim abendlichen Bier fanden dann an den verschiedensten Orten erste Fachgespräche über die letzte Seefahrt statt.

Aber erst einmal auf Sizilien angekommen, möchte man auch sehen wie es dort aussieht. Und das wollten eine Menge Kameraden. So machte sich zur späten Stunde gut und gern die halbe Besatzung auf, die kleinen und verwinkelten Gassen Catanias mit seinem bunten Nachtleben und lauter Musik zu erleben.

Samstagvormittag stand dann im Zeichen eines Tauchereinsatzes, denn auch das Unterwasserschiff muss ab und an abgetaucht werden, um so sicherstellen zu können, das alle Öffnungen frei von Unrat oder Müll sind. Nicht das wir uns Leinen oder Fischereinetze eingefangen haben. Zum Mittag waren allerdings auch diese Arbeiten erledigt und die Besatzung fand genug Zeit um kulturelle Gebäude und die Altstadt zu besichtigen. Und zum shoppen braucht man ja eh keinen Grund. Einen kleinen Wehmutstropfen gab es jedoch. Es verließ uns ein lieb gewonnener Freund und langer Kamerad an Bord des Tender „Mains“. Er fuhr seit 2008 auf diesem Boot zur See und hatte somit auch viele Erinnerungen hinterlassen, die die eine oder andere Träne auf beiden Seiten hervortreten ließen. Doch auch das gehört zur Seefahrt. Aus ursprünglichen Kameraden werden, lebend auf engstem Raum und durch viele gemeinsamer Stunden auf See, gute Freunde.

Sonntag war der beste Tag den Vulkan ins Auge zu fassen. Mehrere kleine Grüppchen machten sich auf den Weg diesen Riesen zu besteigen und einige konnten die Gelegenheit nutzen, die 9 km lange Abfahrt mit dem Snowboard zu befahren. Der Hafenaufenthalt hat für alle etwas geboten, die Kräfte wurden aufgefrischt und man geht gestärkt in die nächsten Aufgaben: das Manöver Smart Hunt stand bevor.

Montagmorgen hieß es dann Seeklarmachen und Auslaufen zusammen mit „Planet“ und „U 33“. Nach einem Abstecher von 30 Seemeilen südlich über Augusta zum Betanken des Ubootes, verlegten wir wieder in das Übungsgebiet im Ionischen Meer.

Nachdem es im letzten Manöver darum ging, Schallwellen und deren Ausbreitung unter Wasser zu vermessen, mit dem Ziel Sonargeräte zu verbessern und auch die Uboote weiter zu entwickeln. Wird es in Smart Hunt um Verfahrensentwicklung der Ubootjagd gehen.

Somit steht erstmal ein Ausbildungsmanöver zwischen der italienischen und deutschen Marine an. Wobei weiterhin die „Planet“, „U 33“ und der Tender „Main“ beteiligt sind, aber auch die Italiener mit einer Fregatte und einem Uboot. Dieses spannende Manöver wird uns bis Anfang März beschäftigen, dann heisst es einlaufen in Tarent.
Autor: Christoph Paetsch

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Die Versorger stellen sich vor

Bei blauem Himmel und blauer See liegen „U 31“ und der Tender „Main“ in See.

„U 31“ und der Tender „Main“ in See (Quelle: 2015 Bundeswehr / Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Der Tender „Main“ ist ein Versorgungsschiff, eine sogenannte Ubootunterstützungseinheit. Aber was zählt genau zu seinen Aufgaben und was hat die Besatzung für unterschiedlichste Aufgaben? Jenny Kübler ist Obermaat und Teil der Besatzung auf dem Tender „Main“. Sie stellt einen Teilbereich an Bord vor: die Versorgung.

Der Tender „Main“ ist als Ubootunterstützungseinheit auf die speziellen Belange und Bedürfnisse eines Ubootes angepasst. Eine Aufgabe ist es unter anderem, Uboote fernab des Heimathafens mit allen Dingen zur Auftragserfüllung zu unterstützen.

Dafür bietet der Tender „Main“ jede Menge Platz zum Einlagern von Material, welches auf dem Uboot keinen Platz findet, jedoch über eine längere Seephase benötigt wird. Hierfür haben wir Stauräume, sogenannte Lasten im Tender, oder Platz an Oberdeck für Container. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, diese Container mit Strom zu versorgen und erhöhen so die Flexibilität für die Art der genutzten Container.

Wir lagern vielbenötigtes Material und Waren wie zum Beispiel Lebensmittel, ob tiefgefroren, gekühlt oder trocken. Kraftstoff und Öl, Munition und Torpedos, Ersatzteile jeglicher Art. Wir haben alltägliche Verbrauchsgüter wie Toilettenpapier, Handtuchpapier und Reinigungsmittel an Bord gelagert. Zusätzlich wird auf dem Tender die medizinische Versorgung durch das Lazarett sichergestellt und eine Taucherdruckkammer bereitgestellt.

Der Tender „Main“ verfügt darüber hinaus über noch viel mehr Fähigkeiten: wir haben einen Bordkran und ein Speedboot für einen Personal- oder Materialtransfer in See, für den Transport des Batterie-Ladecontainers zur Pflege der Uboot-Batterien im Hafen und für den Transport einer Tankstelle zum Betanken der Uboote mit Sauerstoff und Wasserstoff.

All diese Dinge werden aber nicht nur vom Uboot und seiner Besatzung benötigt, sondern auch vom „Main“ selbst. Daher arbeiten die Besatzungen beider Boote in der Auftragserfüllung stets eng zusammen. Das macht meine Arbeit besonders und abwechslungsreich und stellt mich immer wieder vor interessante Herausforderungen.

v.l.n.r.: Hauptgefreite Monika Satzinger, Obermaat Jenny Kübler und Oberbootsmann Artjom Morev.

Die Versorger auf dem „Main“ (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

In allen Bereichen des Lebens an Bord, liegt der Schlüssel in der Besatzung, die unter bestmöglicher Nutzung der Mittel ihren Auftrag erfüllt. Die Besatzung untergliedert sich in viele Teilbereiche mit den entsprechenden fachlichen Kompetenzen und Aufgaben. Diese werden Hauptabschnitte und Abschnitte genannt. Man kann sich die Zusammenarbeit wie ein Getriebe vorstellen. Jeder trägt mit seinen Aufgaben und Fähigkeiten zum großen Ganzen bei.

Ein Rädchen ist die Teileinheit 410 - die Versorgung
An Bord ist hierfür Oberbootsmann Artjom Morev als Versorgungsmeister und zur Unterstützung Hauptgefreiter Monika Satzinger zuständig. Zusätzlich bin ich für die Zeit des Mediterranean Deployment Teil der Besatzung und unterstütze in der Versorgung. Wir alle gehören der Verwendungsreihe -63- an. Dieser Zahlencode bedeutet, dass wir Fachleute für die Materialbewirtschaftung, also der Versorgung sind.

Unsere Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, das Material an Bord zu bewirtschaften. Das heißt: wir führen Nachweise über das Material und die Ausrüstung an Bord – Wovon haben wir wieviel? Wo lagert es und für wen ist es bestimmt? Wer ist dafür verantwortlich? Kurz, wir disponieren. Benötigtes Material weisen wir aus eigenen Beständen zu oder wir fordern es an. Nicht mehr benötigtes Material führen wir zurück.

Wir lagern Dinge des alltäglichen Bedarfs oder beispielsweise Ersatzteile für die routinemäßige Wartung von Motoren. Jedoch ist der Platz an Bord begrenzt und es kann nicht alles in unbegrenzter Zahl eingelagert werden. Gehen Teile oder Material zur Neige oder fällt ein Aggregat unerwartet durch einen Defekt aus, fordern wir im Heimathafen einen Nachschub an. Dieser Nachschub wird dann aus der Heimat zum nächsten geplanten Hafenbesuch im In- und Ausland versandt. Je nach zeitlichem Vorlauf entscheidet die Dringlichkeit, ob der Transport über die Straße, Schienen oder per Flugzeug zu uns erfolgt. Sobald die Sendung eintrifft übernehmen wir dieses Material. Dies gilt auch für Transporte, die das Uboot betreffen. Ebenso veranlassen wir den Rücktransport von Material, welches in Deutschland repariert wird. Selbstverständlich erhalten und versenden wir auf gleichen Wegen weltweit unsere Post, dienstlich sowie privat.

Die Versorgung an Bord ist ein Dreh- und Angelpunkt für alle Materialbewegungen. Dies erfordert von uns ein großes administratives Geschick und Überblick. Zum Teil nutzen wir hierfür auch computergestützte Verwaltungsprogramme.

Der Brückendienst
Neben diesen Aufgaben sind Hauptgefreiter Monika Satzinger und ich auch im Brückendienst tätig. Unser Tag ist zwischen dem Brückendienst und dem Tagesdienst in der Versorgung aufgeteilt. Das heißt, dass wir nicht nur in der stillen Schreibstube unseren Aufgaben nachgehen. Nein, wir sind auch Teil eines Brückenteams. Das Brückenteam ist unter Leitung eines Wachhabenden Offiziers für die sichere Teilnahme am Seeverkehr verantwortlich. In See wird der Tender „Main“ von der Brücke aus geführt. In der Regel wechseln sich rund um die Uhr zwei bis drei Teams ab. Alles im Tagesablauf in See wird von der Brücke aus gesteuert. Auch hier hat ein jedes Rädchen seine ganz bestimmte Aufgabe. Wir Versorger nehmen die Aufgabe eines Ausgucks oder eines Rudergängers wahr. Wir unterstützen den wachhabenden Offizier, indem wir Ausschau halten und ihm alles was wir wahrnehmen melden. Eine Brückenwache dauert in der Regel vier Stunden. In dieser Zeit ist man Ausguck oder Rudergänger. Als Rudergänger steuert man den vom Wachhabenden Offizier befohlenen Kurs.

Durch den Dienst an Bord haben wir eine einzigartige Möglichkeit: wir sehen die Meere dieser Welt und alles, was sie zu bieten haben. Wir sehen Schiffe aus der ganzen Welt. Wir kooperieren und üben mit Marinen anderer Nationen. Wir sehen Länder und Häfen dieser Welt. Wir lernen andere Kulturen kennen. Wir sind nicht nur Versorger, wir alle sind „Botschafter in Blau“.
Autor: Jenny Kübler

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Freitag, 30. Januar

Die „Guiseppe Garibaldi“, ein 180 Meter langer und 33 Meter breiter Flugzeugträger, im Hafen.

Italienischer Flugzeugträger „Guiseppe Garibaldi“ (Quelle: Marina Militare)Größere Abbildung anzeigen

Am Freitag, dem 30. Januar ist der Tender „Main“ gemeinsam mit dem Uboot „U 33“ in den Marinestützpunkt von Tarent, Italien eingelaufen. Bereits zwei Tage später schloss sich ein weiteres Schiff dem Verband an. Auch für die Besatzung und Wissenschaftler des Wehrforschungsschiffes „Planet“ hieß es: Willkommen in „bella Italia“. Tarent ist eine Stadt von ca. 200.000 Einwohnern in der italienischen Provinz Apulien, gelegen an der Westküste der Halbinsel Salento, also am Absatz des italienischen „Stiefels“. Tarent wird auch „die Stadt der zwei Meere genannt“, da der Golf von Tarent durch eine Festung, das Castello Aragones, von einer großen Lagune getrennt wird.

Nach dem gelungenen Transit von Wilhelmshaven über den englischen Kanal, durch die Biskaya und die Straße von Gibraltar, bis hinein ins westliche Mittelmeer, freute sich die gesamte Besatzung auf den wohlverdienten ersten Hafenaufenthalt. Für die neuen jungen Soldaten an Bord war es der erste Auslandshafen in ihrer noch kurzen Marinekarriere. Daher zog es die ersten Besatzungsmitglieder auch gleich nach dem traditionellen Einlaufbier an Land. Ein Highlight des Aufenthalts war die durch den Verbindungsoffizier organisierte Besichtigung des italienischen Kriegsschiffes „Guiseppe Garibaldi“, ein 180 Meter langer und 33 Meter breiter Flugzeugträger mit einer Besatzungsstärke von 825 Soldaten. Besonderheit dieses Trägers ist eine Absprungrampe für die Flugzeuge mit einer Neigung von 6°. Diese Möglichkeit zur Besichtigung wurde von einer großen Gruppe genutzt, die sich an einer ausführlichen Tour über den Träger erfreuen konnte.

Von der italienischen Marine wurde die Besatzung insgesamt sehr freundlich aufgenommen, wodurch bereits jetzt Vorfreude auf die zukünftige Zusammenarbeit bei verschiedenen Manövern und dem Torpedoschießabschnitt aufkommt.

Der Verband befindet sich nun wieder in See und bewegt sich in Richtung des Ionischen Meeres. Dort werden verschiedene nationale Forschungsvorhaben von Wissenschaftlern der Forschungsanstalt für Wasserschall- und Geophysik (FWG) auf dem Wehrforschungsschiff „Planet“ durchgeführt. Im Anschluss wird der Verband am 13. Februar in Catania, Sizilien, einlaufen.
Autor: Christine Kreuzer

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Montag, 26. Januar

Eifrig sägen - jede freie Minute wird zur Ausbildung genutzt.

Jede freie Minute wird zur Ausbildung genutzt (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem wir die Biskaya bei annehmbarem Seegang durchquert hatten, führte unser Weg uns weiter durch die „Straße von Gibraltar“, dem westlichen Eingang zum Mittelmeer. Als eine der meistbefahrenen und somit für die Schifffahrt auch potenziell gefährlichen Meerengen galt es hier unsere Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft besonders hoch zu halten.

So übten wir bei dieser Gelegenheit das Herstellen und Aufrechterhalten eines erhöhten Bereitschaftszustandes, um einer möglichen Bedrohung durch kleine, schnelle Boote oder auch kleine Flugzeuge jederzeit begegnen zu können.

Die „Straße von Gibraltar“ passierten wir so am Sonntagvormittag bei schönstem Wetter und erhöhter Bereitschaft. Der Nachmittag wurde uns dann von den Smuts mit frischem Apfel- und Kirschkuchen versüßt. Die Mittagspause ließ sich gut mit der Begleitung von Delfinen auf dem Flugdeck verbringen.

So gestärkt konnten wir am Montagmorgen die Ausbildung der Leckabwehr wieder motiviert angehen. Die Mannschaft sägte und hämmerte bis die Übung beendet war. Und auch beim Üben des Mann-über-Bord-Manövers bewies die Besatzung einmal mehr, dass sie einen sehr guten Ausbildungsstand besitzt.

Einer sicheren Ankunft in Tarent steht also nichts mehr im Wege.
Autor: Carsten Egerland

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Donnerstag, 22. Januar

Tender „Main“ bei voller Fahrt auf hoher See des Atlantiks.

Tender „Main“ bei fast frühligshaftem Wetter auf hoher See (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Mittlerweile ist es Donnerstag, der 22. Januar und wir sind seit vier Tagen unterwegs. Nach dem Auslaufen am Sonntag führte der Weg zunächst durch den Nord-Ostseekanal und die Nordsee nach Wilhelmshaven.

Neben dem einen oder anderen Ausblick während der Kanalfahrt im NOK nutzten wir bereits hier die Zeit, um erste Ausbildungsabschnitte für die Besatzung durchzuführen. In Wilhelmshaven erfolgten am Montag und Dienstag für das Schiff wichtige Vermessungen. Auch diese gehören zur Vorbereitung und dienen der Sicherheit von Schiff und vor allem Besatzung.

Nachdem diese am Dienstagvormittag abgeschlossen waren, begann der Transit Richtung Mittelmeer, zunächst wieder durch die Nordsee, später durch den Ärmelkanal und schließlich seit heute durch die berüchtigte Biskaya.

Auch während dieser Zeit stand die Ausbildung im Vordergrund, sei es auf den einzelnen Wachstationen, wie Brücke und Technischer Leitstand oder aber bei Übungen wie "Feuer im Schiff". Schließlich gilt es für uns, die "Neuen" zügig und reibungslos in die Besatzung zu integrieren und ihnen das nötige Handwerkszeug beizubringen. Dabei zeigte sich einmal mehr die hohe Motivation und Leistungsbereitschaft der gesamten Besatzung. Die Neuen wurden nicht müde, Fragen zu stellen und eifrig alles in sich aufzusaugen. Und die "alten Hasen" waren mit Eifer dabei, jederzeit eine Vielzahl an Ausbildungsinhalten zu vermitteln.

Die Wettervorhersagen für die Biskaya waren zunächst nicht all zu rosig, sprach der Wetterdienst doch von Wellen bis zu sechs Metern. Es gelang uns jedoch, die Routenplanung so anzupassen, dass sich zum Eintritt in die Biskaya die Welle bereits erheblich abgebaut hatte. Bei fast frühlingshaftem Wetter konnten wir die ersten Sonnenstrahlen bereits gut aushalten. Die leichte Atlantikdünung sorgte zwar immer noch für ein beständiges und sanftes Rollen des Schiffes, doch wer schon länger dabei ist, der wusste gleich "Es hätte deutlich schlimmer kommen können.“

Für den Ein oder Anderen bedeutete dies aber auch, zu spüren wie "Seebeine wachsen". Hatte das Schiffslazarett in den ersten Tagen noch regelmäßig Besuch von seekranken Besatzungsangehörigen, so ließen diese Besuche bald nach und die Freude an der Seefahrt kehrte in die Gesichter zurück.

Guter Dinge geht es nun dem nächsten Highlight entgegen - der Passage der "Straße von Gibraltar".

Zur Freude der Besatzung präsentierte die Kombüse heute zum Seemannssontag einen leckeren, selbstgebackenen Zupfkuchen.
Autor: Carsten Egerland


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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


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