Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Einsätze und Manöver > Abgeschlossene Einsätze und Manöver > Die Trainingsphase ist in vollem Gang

Die Trainingsphase ist in vollem Gang

In See, 04.09.2014.
Air Warning Red! Besatzung auf Gefechtsstation, Besatzung auf Gefechtsstation! Feindlicher Flieger von Steuerbordseite!“ Ein durchdringendes Klingelsignal folgt. Die eingespielte Besatzung der „Siegburg“, die sich schnell auf ihre Gefechtsstationen begibt, weiß was zu tun ist: Zielverfolgung und gegebenenfalls Bekämpfung mit den bordeigenen Waffen.

Bei strahlendblauem Himmel schaut ein Besatzungsmitglied mit dem Fernglas aus der Nock der „Siegburg“.

Ausguck aus der Nock (Quelle: 2014 Bundeswehr / Michael Neumann)Größere Abbildung anzeigen

Das deutsche Hohlstablenkboot „Siegburg“ ist eine von zehn Einheiten, die an dem Großmanöver Northern Coasts in Finnland teilnehmen. Das Boot ist Teil eines multinationalen Minenräumverbandes. Während der gesamten Zeit wird Boot und Besatzung seemännisch und taktisch herausgefordert.

Minenjagdboot „Siegburg“ in See.

Minenjagdboot „Siegburg“ (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Auf alle Eventualitäten vorbereitet

Dieses Szenario ist nur eines von vielen während des Manövers. Die Besatzung der „Siegburg“ soll so ihre Einsatzfähigkeit im Zusammenspiel mit anderen NATO- und EU-Einheiten verbessern. Während der sogenannten Combat-Enhancement-Phase (Trainingsphase) in der ersten Übungswoche werden die aus 13 Nationen teilnehmenden Einheiten zusammengeführt und einem intensiven Vorbereitungstraining unterzogen.

So trainieren sie die gemeinsame Bekämpfung von See- und Luftzielen, die Versorgung auf See oder seemännische Übungen wie das Schleppen von anderen Einheiten. Besondere Bedeutung kommt in dieser Phase den Fernmeldeübungen zu, die durch Abstimmung von Frequenzbereichen und Sendeleistungen der sicheren Kommunikation zwischen den Einheiten dienen sollen. Hierbei werden in erster Linie NATO-Standards genutzt, die vor allem im Zusammenspiel mit Nicht-NATO-Staaten wie Schweden und Finnland geübt werden müssen.

Dieses intensive einwöchige Vorbereitungstraining dient der sicheren Durchführung der zweiten Manöverwoche. Dazu der Kommandant der „Siegburg“, Korvettenkapitän Marco Hüde: „Wir bereiten uns in dieser ersten Phase auf die Operationsphase in der zweiten Woche vor. Das separate Trainieren verschiedener Manöver ohne komplexe äußere Bedrohung dient dazu, dass alle Einheiten am Ende gut eingespielt sind, um auf alle Eventualitäten und Bedrohungen reagieren zu können.

Auf der Karte der Übungslage „North Star“ sind u.a. zwei fiktive Staaten, Tundraburg und Fuegos, eingezeichnet.

Karte der Übungslage „North Star“ (Quelle: 2014 Bundeswehr / Michael Neumannn)Größere Abbildung anzeigen

Die Übungslage spitzt sich zu

In der letzten Manöverphase wird die Operation „North Star“ durchgeführt. Zwei fiktive Staaten, Tundraburg und Fuegos, stehen in einem jahrelangen Konflikt. Es kam bereits zu gegenseitigen Gewaltausbrüchen als auch zur Verminung der gängigen Seewege.

Zahlreiche UN-Resolutionen, ein Friedensabkommen sowie die Etablierung einer EU-Beobachtermission folgten in den ersten Jahren. Anfang 2013 kam es erneut zu einem Ausbruch der Gewalt, welcher maßgeblich von Fuegos ausging. Die Gewaltbereitschaft der beteiligten Länder steigt weiterhin. Terroristische Gruppen haben sich etabliert und sorgen für Instabilität in der Region.

Auf Initiative der UN und unter Führung der NATO wurde eine internationale Koalitionsstreitkraft aufgestellt, die das bestehende Friedensabkommen mit allen Kräften durchsetzen soll. Das Zusammenführen von internationalen Streitkräften zur Operation „North Star“ folgte.

Bei ruhiger See steht ein Besatzungsmitglied der „Siegburg“ neben einem MG und erwartet ein Boot.

Der „Seehund“ als Teil des Verbandes (Quelle: 2014 Bundeswehr / Michael Neumann)Größere Abbildung anzeigen

Die Ersten im verminten Seegebiet

Freie Seewege sind seit jeher wichtige Lebensadern zwischen Ländern und Kontinenten. Werden solche Wege bewusst unterbrochen, kann das ungeahnte Folgen für die Menschen haben, die von diesen Seewegen abhängig sind.

Der erste Schritt für die internationale Koalitionsstreitkraft ist daher die Räumung der verminten Seewege. Ein wesentlicher Teil für diese Aufgabe sind die verschiedenen Minenräumfahrzeuge. Auch das Hohlstablenkboot „Siegburg“ ist maßgeblich daran beteiligt.

Wir werden die Ersten im Seegebiet der Konfliktparteien sein, um für ein minenfreies Gebiet zu sorgen. Noch bevor die Fregatten und Korvetten der Koalitionsstreitkraft ihren Auftrag erfüllen können, haben wir für deren Sicherheit zu sorgen“, so Korvettenkapitän Hüde.

Dabei kommen vor allem die besonderen Fähigkeiten des Hohlstablenkbootes „Siegburg“ mit seinen zwei Simulationsfahrzeugen, „Seehund“ genannt, zum Einsatz. Die von der „Siegburg“ ferngesteuerten Fahrzeuge können auf die spezifischen magnetischen und akustischen Signaturen der zu begleitenden Schiffe eingestellt werden.

Überfährt ein „Seehund“ eine Mine, die zum Beispiel auf die Signatur einer Korvette eingestellt ist, bringt er diese zur Detonation ohne selbst beschädigt zu werden. Somit garantiert die „Siegburg“ im Zusammenspiel mit ihren „Seehunden“ den nachfolgenden Schiffen einen sicheren Seeweg.

Um das verbleibende Restrisiko durch Seeminen für zivile und militärische Schiffe zu minimieren, geleiten wir diese mittels unseres Sonars anschließend sicher durch das geräumte Gebiet. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit einem „Follow me“-Fahrzeug für Flugzeuge“, erklärt Hüde und verweist damit wieder auf die große Bedeutung der Trainingsphase, in der sich die Besatzung der „Siegburg“ derzeit intensiv und konzentriert auf die Operation „North Star“ vorbereitet.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.aktuelle.einsatze.abgeschlossene&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7C9NMJL2803DIBR