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„Solche Manöver sind das Salz in der Suppe des Seemanns.“ Im Gespräch mit …

Kopenhagen, 05.09.2016.
… Kapitän zur See Jörg-Michael Horn. Beim Manöver „Northern Coasts 2016“ ist er der Kommandeur einer der beiden Übungsgruppen. Er erklärt, was für ihn das Essentielle an der internationalen Großübung ist.

Kapitän zur See Horn im Hafen von Kopenhagen.

Kapitän zur See Horn im Hafen von Kopenhagen (Quelle: 2016 Bundeswehr / Jonas Müller)Größere Abbildung anzeigen

Herr Kap'tän, wie muss man sich so ein mehrtägiges Übungsszenario wie bei „Northern Coasts“ vorstellen?

Ein Szenario aus fiktiven Ländern – aber in der realen Geographie der Ostsee – steckt den Rahmen für die Übung. Alle teilnehmenden Einheiten werden zunächst im Hafen von Kopenhagen durch die diesjährige dänische Leitung in die Übungslage und spezifische Sicherheitsaspekte eingewiesen. Dabei hat man die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen. In der ersten Woche finden dann vorwiegend vorgeplante Übungen statt, um das enge Zusammenarbeiten im Verband zu trainieren. In der zweiten Woche geht es dann in die „Free Play“-Phase: Hier kommt es darauf an, taktische Entscheidungen anhand der Lageentwicklung zu treffen, wie es im realen Leben vorkommen kann, um den jeweiligen Auftrag bestmöglich zu erfüllen.

Was wird in den nächsten Tagen von den Besatzungen gefordert werden?

Die Besatzungen werden diverse Übungen in den verschiedenen Seekriegsarten absolvieren: zum Beispiel See- und Luftzielschießen, Flugabwehr-, Unterwasser- und Überwassergefechtsübungen. Dabei kommt es darauf an, die gängigen Verfahren korrekt anzuwenden, um sicher und effektiv zusammenzuarbeiten.

Welche Fähigkeiten muss die Deutsche Marine in Zukunft vor allem besitzen?

Die Deutsche Marine wird alle Fähigkeiten, über die sie bereits jetzt in den klassischen Seekriegsarten verfügt, auch zukünftig erhalten müssen - also in der Überwasser-, der Unterwasser- und der Minenkriegführung. Erhalten heißt für mich, diese Fähigkeiten modern, dass heißt auf hohem Niveau, und im NATO-Rahmen konkurrenzfähig zu haben. Nur wenn wir mit der Zeit gehen, bleiben wir glaubwürdig und werden international als Partner auf Augenhöhe akzeptiert.

Darüber hinaus ist die Marine sicher gut beraten, sich durch Kooperation mit anderen Nationen weitere Fähigkeiten zu erschließen. Unsere Partnerschaft mit den Niederlanden in der amphibischen Kriegführung ist so ein Beispiel.

Auch wenn die Einsätze der Vergangenheit sich eher auf Seeraumüberwachung, inklusive Boarding, beschränkt und sich damit in einem Spektrum niedriger Intensität bewegt haben, muss die Deutsche Marine auf ihren Auftrag in der Landes- und Bündnisverteidigung – und damit das Gefecht – vorbereitet sein. Das ist aber auch gut so, denn wenn die Besatzungen der Schiffe und Boote das Gefecht können, dann können sie auch alles, was sich intensitätsmäßig darunter bewegt.

Welche Bedeutung haben internationale Übungen wie „Northern Coasts“ für uns?

Große Übungen bieten die einzigartige Gelegenheit, militärische Fähigkeiten zu demonstrieren und die Relevanz von Streitkräften in Frieden, Krise und Konflikt zu unterstreichen. Gemeinsames Üben in großen Manövern ist überhaupt essentiell für moderne Marinestreitkräfte. Internationale Übungen dienen einerseits der gegenseitigen Vertrauensbildung unter den teilnehmenden Nationen, anderseits bieten sie die hervorragende Möglichkeit, NATO-Verfahren zu trainieren, zu festigen und weiterzuentwickeln. „Northern Coasts 2016“ ist kein Säbelrasseln in der Ostsee, sondern die Gewähr, dass wir als Alliierte und Partner für Eventualitäten vorbereitet bleiben.

Welche Erwartungen stellen Sie an „Northern Coasts 2016“?

Das Übungsumfeld der Ostsee und die vielen teilnehmenden Einheiten - allein zu meinem Verband gehören 15 Einheiten aus 7 Nationen - bieten wie gesagt einzigartige Möglichkeiten, das Zusammenwirken von See- und Seeluftstreitkräften zu üben. Ich erwarte, dass die Einheiten schnell zu einem Verband zusammenwachsen und die Übungen erfolgreich sein werden. Solche Manöver mit vielen Partnernationen sind das Salz in der Suppe des Seemanns.

Zudem empfinde ich persönlich Stolz, dass mir so viele Einheiten als Verbandsführer anvertraut wurden und ich mit diesen und meinem internationalen Stab zusammenarbeiten darf.


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Stand vom: 01.12.16 | Autor: 


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