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Ich finde es wichtig, dass Solidarität nicht bloß abstrakt bleibt.“ Im Gespräch mit …

Wilhelmshaven, 01.09.2016.
… Fregattenkapitän Marco Taedcke. Seit dem 13. Mai 2016 ist er Kommandant der Fregatte „Augsburg“. Das deutsche Schiff bietet ab September dem französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulles“ erneut Geleitschutz bei seinem Einsatz gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“. Vor dem Auslaufen haben wir den Kommandanten dazu interviewt.

Fregattenkapitän Marco Taedcke, Kommandant der „Augsburg“, auf dem Schiffsdeck.

Fregattenkapitän Marco Taedcke, Kommandant der „Augsburg“ (Quelle: 2016 Bundeswehr / Inken Behne)Größere Abbildung anzeigen

Sie haben erst vor gut drei Monaten das Kommando der „Augsburg“ übernommen. Was hat sich seitdem für Sie alles verändert?

In der Regel geht man zur Marine, um zur See zu fahren, und man schlägt die Laufbahn als Marineoffizier ein, um einmal Kommandant zu werden. Folglich ist da schon so ein Gefühl des „Angekommenseins“. Diese Verwendung ist besonders – es gibt eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten und Verantwortung in sehr verdichteter Art. Und auch wenn es gelegentlich besonders anstrengend ist, am Ende ist es immer wieder besonders toll, Kommandant zu sein - gerade mit so einer Besatzung!

Die Fregatte „Augsburg“ wird nun innerhalb weniger Monate bereits zum zweiten Mal für den Begleitschutz des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulles“ eingesetzt. Wie hat ihre Besatzung auf diese Entscheidung reagiert?

Wir sind Seeleute aus Überzeugung, aber natürlich verabschiedet man sich vor jeder großen Fahrt schweren Herzens von Familie und Freunden. Dass wir jetzt, wenige Monate nach der Rückkehr, wieder in See stechen, macht diesen Abschied sicher nicht leichter. Und doch ist da auch ein gewisser Stolz, gebraucht zu werden. Wir dienen Deutschland halt noch etwas mehr.

Während des Einsatzes werden Sie gemeinsam mit ihrer Besatzung und Einheiten anderer Nationen dafür sorgen, dass die ständige Operationsfreiheit des französischen Flugzeugträgers gewährleistet ist. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Tatsächlich hat die Besatzung der „Augsburg“ bereits eine Menge auf der Habenseite, gerade - aber auch nicht nur - den ersten „Counter Daesh“-Einsatz. Der Schutz einer wichtigen Einheit, ob es sich nun um einen Flugzeugträger, einen Truppentransporter, einen Versorger oder Führungsplattform handelt, gehört zu den Kernaufgaben einer Fregatte. In regelmäßigen Abständen werden die Besatzungen für solche Aufträge ausgebildet, zumeist nach einer längeren Werftphase. Auch die Besatzung der „Augsburg“ hat so ein Programm absolviert. Zusammen mit der praktischen Erfahrung aus dem ersten Einsatz zum Schutz der „Charles de Gaulles“, einigen Seetagen, die wir gezielt zum Team-Building genutzt haben, und einer noch bevorstehenden Übungsphase im Verband sind wir sehr gut vorbereitet.

Nach den Anschlägen von Paris im November 2015 stand Deutschland sofort an der Seite Frankreichs. Was bedeutet der Einsatz für Sie?

Ich finde es wichtig, dass Solidarität nicht bloß abstrakt bleibt, sondern auch sichtbar und praktisch ist, so wie unser Einsatz. Den Freiheitsgrad unserer Gesellschaft, den wir alle so schätzen, haben wir zu einer gehörigen Portion Frankreich zu verdanken. Diese Freiheit, die bei den Anschlägen in der Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Januar 2015, im „Bataclan“ im November 2015 und auf der „Promenade des Anglais“ in Nizza im Juli 2016 angegriffen wurde, sollten wir auch gemeinsam verteidigen!


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Stand vom: 05.09.16 | Autor: 


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