Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Karriere > Jobportraits > Vom tiefsten Süden in den hohen Norden: Eine Bayerin auf der „Bonn“

Vom tiefsten Süden in den hohen Norden: Eine Bayerin auf der „Bonn“

In See, 21.06.2017.
Hauptgefreiter (MA) Laura Zorn hat schon viel während ihrer bisherigen Zeit bei der Marine erlebt. Nun kehrt die Marinesoldatin in ihre von Bergen geprägte Heimat zurück, nachdem sie auf der „Bonn“ die Seefahrt kennenlernte.

Hauptgefreiter Zorn als Ausguck auf der Brücke.

Hauptgefreiter Zorn als Ausguck auf der Brücke (Quelle: 2017 Bundeswehr / Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Schule direkt zur Marine: Das war für Laura Zorn seit jeher ein Herzenswunsch. Den weiten Weg aus dem äußersten Süden nach Wilhelmshaven trat die gebürtige Bad Reichenhallerin aufgrund ihres Praktikums an Bord des Einsatzgruppenversorgers „Frankfurt am Main“ an. Dort entdeckte sie erstmals die Freude an der Seefahrt am Bordleben. „Meine Freunde und Familie waren natürlich traurig, dass ich so weit weg bin. Aber sie haben mir geraten, das Abenteuer Marine zu genießen“, erinnert sich Laura Zorn.

Sie verpflichtete sich für achtjährige Dienstzeit bei der Bundeswehr. Nach ihrer Grundausbildung, die sie bereits mit 17 Jahren begann, wurde sie im Januar 2015 auf den Einsatzgruppenversorger „Bonn“ versetzt. Lange Zeit war sie mit ihren jungen Jahren deshalb das „Küken“ an Bord. Ihre Fahrten mit der „Bonn“ führten die Oberbayerin schließlich in die Nord- und Ostsee und vom Nördlichen Eismeer bis hinab in das Mittelmeer. So kommt Hauptgefreiter Zorn auf die beträchtliche Summe von 60.000 Seemeilen, für die manch gestandener Marinesoldat eine viel längere Zeit benötigt.

Als Versorgungsgast (Anm. d. R.: In der Marine wird als Gast ein Mannschaftssoldat auf seinem Dienstposten bezeichnet) war sie während ihrer zweieinhalb Jahre an Bord unter anderem für die Inventur, den Nachschub und die Lagerung verschiedener Artikel zuständig. Neben ihrer Hauptaufgabe als Versorgerin hatte Hauptgefreiter Zorn aber auch zahlreiche Nebentätigkeiten zu meistern.

Sie war ein Mitglied der sogenannten Seewache, wo sie als Ausguck oder Rudergänger für die sichere Teilnahme am Seeverkehr mitverantwortlich war. Im Falle eines Feuers war Zorn zudem Teil des Angriffstrupps, also eine der Soldaten, die unter Atemschutzgeräten als erstes zum Brand vorrücken müssen, um dieses vor einer weiteren Ausbreitung zu bekämpfen.

Darüber hinaus ist Zorn ein ausgebildeter Einsatz-Ersthelfer Bravo. Das bedeutet, sie hat eine erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung, um im Notfall die Sanitätssoldaten zu unterstützen. Ebenfalls ist sie ausgebildete Bedienerin des PCR-Geräts, womit eine mögliche biologische, atomare oder chemische Kontamination nachweisbar ist.

Hauptgefreiter Zorn als Ausguck in der sogenannten Nock vor der Großen-Belt-Brücke.

Hauptgefreiter Zorn als Ausguck in der sogenannten Nock vor der Großen-Belt-Brücke (Quelle: 2017 Bundeswehr / Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Doch damit nicht genug. Die junge Marinesoldatin konnte auch als Befehlsübermittlungssprecher eingesetzt werden, wo sie für die reibungslose Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Stationen des Schiffes mitverantwortlich war. Zudem war sie dem Flugbetriebspersonal beim Landen eines Helikopters zugeteilt. Während der NATO-Seeraumüberwachung in der Ägäis von Januar bis Juli 2016 war sie Teil des „Quick-Reaction-Teams“, welches im Ernstfall das Schiff mit Hilfe der Bordwaffen verteidigen muss.

Diese enorme Vielseitigkeit der Arbeiten an Bord bereitete ihr große Freude, wie die Soldatin berichtet. „Am meisten gefällt mir an Bord der Zusammenhalt, gerade auf meinem Deck (Anm. d. R.: hier wird mit „Deck“ der Wohnbereich bezeichnet) mit meinen Mädels“, erzählt Zorn. Der Höhepunkt ihrer Seefahrtzeit war der sechsmonatige Ägäis-Einsatz. Hier war die gesamte Besatzung ein halbes Jahr lang zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen. „Diese zweite Familie und die Zusammengehörigkeit werde ich am meisten vermissen“, erzählt Hauptgefreiter Zorn mit etwas Wehmut weiter.

Trotzdem freut sich die 20-jährige auf ihre neuen Aufgaben in München als Versorgungsunteroffizier an der dortigen Sanitätsakademie. „Das ist das erste Mal, dass wir einen Marinesoldaten für diesen Dienstposten im Süden haben und ihn besetzen können“, freut sich Schiffswachtmeister Stabsbootsmann Andreas Genthe. Laura Zorn ist froh, nach ihren Erlebnissen im Norden wieder zurück nach Bayern zu kommen und nun einen deutlich kürzeren Heimweg zu haben.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 21.06.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.karriere.jobportraits&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7CANJF4D686DIBR