Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Karriere > Jobportraits > Die Tauchergruppe der „Bonn“

Die Tauchergruppe der „Bonn“

In See, 21.06.2017.
„Die Tauchergruppe jetzt ins Taucherhellegatt“, klingt es durch die Schiffslautsprecheranlage. Das ist das Signal für die sieben Schwimmtaucher der „Bonn“, dass es wieder unter Wasser geht.

Das erlesene Abzeichen: Der Sägefisch der Schwimmtaucher.

Das erlesene Abzeichen: Der Sägefisch der Schwimmtaucher (Quelle: 2017 Bundeswehr / Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Eine von ihnen ist Bootsmann Joana Trier. Als eine von nur acht Frauen, die den Schwimmtaucherlehrgang im holsteinischen Neustadt erfolgreich absolviert haben, gehört sie zum erlesenen Kreis der Schwimmtaucher. Die junge Soldatin befindet sich noch am Anfang ihrer Karriere in der Marine.

Nachdem sie den allgemeinen Bootsmannlehrgang und ihre Fachausbildung beendet hat, ist sie mittlerweile auf dem Einsatzgruppenversorger „Bonn“ als IV. Radarmeister eingesetzt. Die Zeit zwischen den Manövern Joint Warrior und US BALTOPS (Baltic Operations) nutzte sie, um den Schwimmtaucherlehrgang zu absolvieren. Ihre Motivation zog sie aus ihrer bereits vorhandenen Leidenschaft für den Tauchsport und den Erzählungen ihres Vaters, der ebenfalls ein begeisterter Taucher ist.

Bootsmann Trier im Taucherhellegat beim Anlegen der Ausrüstung.

Bootsmann Trier im Taucherhellegat beim Anlegen der Ausrüstung (Quelle: 2017 Bundeswehr / Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Als sie den Wunsch, Schwimmtaucher zu werden, geäußert hatte, begann sie, sich auf die körperlichen Herausforderungen vorzubereiten. Wortwörtlich erschwerend kam für sie hinzu, dass die Ausrüstung (40 kg Tauchgerät und 10 kg zusätzliches Gewicht) fast genauso viel wiegt, wie sie selbst. „Dank des guten Zusammenhalts innerhalb des Lehrgangs hat man sich zusammen durchgebissen.“, berichtet Joana Trier, wobei auf Grund der hohen Anforderungen am Ende von den 20 Teilnehmern nur zwölf den Lehrgang bestanden.

Ein Teil der Tauchergruppe der „Bonn“.

Ein Teil der Tauchergruppe der „Bonn“ (Quelle: 2017 Bundeswehr / Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Ein weiterer frisch gebackener Schwimmtaucher an Bord der „Bonn“ ist Obermaat Lasse Dymowski. Der Navigationsunteroffizier suchte eine neue Herausforderung und begann ebenfalls die Ausbildung zum Schwimmtaucher. Unterstützung fand er an Bord durch den Tauchereinsatzleiter der „Bonn“, der ihn zusätzlich motivierte. An seine Grenzen gehen zu wollen, war neben der sportlichen Herausforderung, ausschlaggebend, warum er sich für den Lehrgang meldete. Die körperliche Fitness ist eine der wichtigsten Qualifikationen, die die Lehrgangsteilnehmer mitbringen müssen. Obermaat Dymowski, der auch in seiner Freizeit viel Sport treibt, konnte diese Hürde aber meistern und den Lehrgang erfolgreich abschließen.

Leiter der Schwimmtaucher an Bord der „Bonn“ ist Tauchereinsatzleiter Stabsbootsmann Andreas Genthe. Unter seiner Führung absolvieren die sieben Mitglieder der Tauchergruppe der „Bonn“ jedes Jahr mehrere Tauchgänge. „Wir sind schiffstechnische Taucher, das bedeutet, zu unseren Aufgaben gehört das Prüfen, Säubern und Instandsetzen des Unterwasserschiffes inklusive der Schrauben, Wellen, Querschubanlage, Seekästen und einiges mehr, um die Sicherheit und den ordnungsgemäßen Zustand des Schiffes sicherzustellen“, erklärt Genthe. Hinzu kommt, dass die Schwimmtaucher in Einsatzgebieten auch gegen mögliche Bedrohungen, die unter der Wasseroberfläche liegen, vorgehen müssen. Dazu können möglicherweise Sprengkörper zählen, die am Schiff oder am Liegeplatz im Hafen angebracht wurden.

Diese sogenannte „Unterwasser-Nahkampfmittelabwehr“ – vor allem bei Nacht – gehörte für Bootsmann Trier zu den schwierigsten Elementen des Lehrgangs. Bei einem Tauchgang in kompletter Dunkelheit darf man den physischen Kontakt zum Schiff nicht verlieren, um nicht orientierungslos zu werden. Obermaat Dymowski stellte hingegen die Kälte vor größere Herausforderungen. „Bei 1-2° Wassertemperatur noch die geforderten Leistungen zu erbringen, ist anstrengend“, weiß er zu berichten. Aber die Aussicht, am Ende der Strapazen das Tätigkeitsabzeichen der Schwimmtaucher verliehen zu bekommen, motivierte ihn, trotz der Kälte weiter zu kämpfen.

Der Weg zum begehrten Abzeichen, das einen goldenen Sägefisch zeigt, ist nicht leicht. Neben einer notwendigen ärztlichen Untersuchung, die am Schifffahrtsmedizinischen Institut der Marine in Kiel vorgenommen wird, ist die hohe körperliche Leistungsfähigkeit eine der Hauptvoraussetzungen. Aber auch nach dem Lehrgang müssen die Schwimmtaucher weiter trainieren und üben. Damit sie ihre erlernten Fähigkeiten nicht wieder vergessen, muss jeder von ihnen jährlich 16 sogenannte Freiwasserstunden nachweisen können.

Die Tauchergruppe der „Bonn“ ist jedenfalls gut besetzt, trotz dessen ist innerhalb der Marine nur ungefähr die Hälfte der Schwimmtaucherstellen besetzt. Die Mühen, die die angehenden Taucher auf sich nehmen müssen, lohnen sich aber, wie es jeder Schwimmtaucher bestätigen kann.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 21.06.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.karriere.jobportraits&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7CANJCLW251DIBR