Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Über uns > Berichte zu den Einheiten > Fregatten > Brandenburg-Klasse F 123 > Fregatte Mecklenburg-Vorpommern (F 218) > Berichte der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern > Cyber Days: Raumschiff „Meck-Pomm“

Cyber Days: Raumschiff „Mecklenburg-Vorpommern“

Wilhelmshaven, 19.04.2017.
Das „IT-Camp Marine“ war der maritime Auftakt der „Cyber Days“ der Bundeswehr. Highlight des Personal-Werbeevents vom 10. bis zum 13. April in Wilhelmshaven: der Austausch mit den IT- und Elektronikspezialisten der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“.

In der Operationszentrale der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“.

In der Operationszentrale der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ (Quelle: 2017 Bundeswehr / Stefanie Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Kriegsschiffe sind die komplexesten Waffen, die es gibt. Unzählige elektronische und datenverarbeitende Einzelsysteme stecken eng in einem Rumpf zusammen. Alle Fäden laufen in der Operationszentrale zusammen, der OPZ. Die nimmt sich ein bisschen wie Science Fiction aus: ein dunkler Raum mit Reihen leuchtender Bildschirme, davor konzentrierte Spezialisten mit Kopfhörern und Mikros. Knappe Befehle und Fachausdrücke, die kaum ein Mensch versteht. Hier sitzen Nerds, die zur See fahren.

So ein digitales Herz und Hirn eines Marineschiffs durften am vergangenen Mittwoch Menschen live erleben, die sonst eine OPZ nicht von innen sehen dürften. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten „IT-Camp Marine“ bekamen auf der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ einen exklusiven Eindruck von ihren potentiellen künftigen Arbeitsplätzen.

Ob Sheldon Cooper seekrank würde?

Am 20. Juni kehrten Schiff und Besatzung vom diesjährigen Einsatz- und Ausbildungsverband zurück.

Die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ beim Einlaufen in Wilhelmshaven (Quelle: 2014 Bundeswehr / Michael Bockner)Größere Abbildung anzeigen

An dem Job interessiert mich die Elektronik, die hinter solchen Schiffen steckt“, sagt Florian Eggers. „Wie es funktioniert, dass man die Schiffe praktisch allein mit einem Joystick steuern kann.“ Er und 25 weitere IT-Interessierte im Alter zwischen 16 und 40 waren nach Wilhelmshaven in den Marinestützpunkt gekommen, um sowohl den Arbeitgeber Marine kennenzulernen, als auch zu erfahren, welche Karrieremöglichkeiten die Bundeswehr einem IT-Experten anbieten kann.

Immer mehr Cyber-Jobs beim Bund

Eine Führung durch die Operationszentrale der Fregatte Mecklenburg Vorpommern.

Unter anderem fand eine Führung durch die Operationszentrale der Fregatte statt (Quelle: 2017 Bundeswehr / Jan Landsiedel)Größere Abbildung anzeigen

Anfang April hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das neue Kommando Cyber- und Informationsraum aufgestellt, dem bis 2021 insgesamt 14.500 Soldaten und zivile Mitarbeiter unterstellt sein werden. Die Bundeswehr wird dann insgesamt rund 22.000 Angehörige haben, die für die IT der Streitkräfte zuständig sind. Damit steigt auch die Nachfrage nach geeigneten Spezialisten weiter.

Die Bundeswehr will gezielt potentielle Bewerber für alle ihre IT-Jobs erreichen. Deshalb startete sie mit dem IT-Camp in Wilhelmshaven das erste einer Reihe von bundesweit sieben Events, den „Cyber Days“ vom 10. bis 22. April 2017. Aber nur im Stützpunkt an der Nordsee konnten potentielle Bewerberinnen und Bewerber erleben, was ihnen speziell die Marine zu bieten hat.

Vielfältiges Arbeitsspektrum

Auf der „Mecklenburg-Vorpommern“ konnten sich die Besucher vier Stunden lang ein umfassendes Bild von der Fregatte und den IT-Berufen an Bord machen. Sie durften nicht nur in die OPZ, sondern zum Beispiel auch auf die Brücke und den Schiffstechnischen Leitstand des Schiffes. Überall standen ihnen Besatzungsmitglieder Rede und Antwort, darunter Kommandant Schultze selbst.

Nicht alle Interessenten waren noch Schüler wie Florian Eggers, auch Seiteneinsteiger wie Christian Ressler haben Chancen. Der gelernte IT-Systemkaufmann ist seit sieben Jahren selbstständig. In der Nähe von Flensburg gehört ihm ein kleiner Computerladen. „Online-Versandriesen können die Produkte einfach günstiger anbieten als ich“, erzählt der 40-Jährige. „Ich muss mich neu orientieren, und ein Kumpel hat mich auf das Cyber-Camp in Wilhelmshaven aufmerksam gemacht. Für mich die ideale Chance, mir ein Bild vom Beruf als IT-Fachkraft bei der Bundeswehr zu machen.

Wieder an Land stand für die Teilnehmer der Besuch von TAUES, der „Test- und Ausbildungs-Unterstützung für Einsatzsysteme“, auf dem Programm. Das ambitionierte Projekt simuliert nicht nur einzelne Waffen, Radare, Antriebsanlagen oder sonstige Schiffsysteme, sondern soll künftig komplette Schiffe und Flottenverbände in realistischer 3D-Umwelt darstellen können. Das Ausbildungssystem erlaubt es jetzt schon, verschiedene Übungsszenarien für alle Fregattenklassen der Deutschen Marine „auf dem Trockenen“ zu trainieren.

Ein „Steinschiff“ für Trockenübungen

Übung am Simulator TAUES.

Übung am Simulator TAUES (Quelle: 2017 Bundeswehr / Köbsch)Größere Abbildung anzeigen

Sie können alle gerne im Januar 2019 hier anfangen“, begrüßte Fregattenkapitän Henning, TAUES-Fachgruppenleiter, die Gäste. Sie durften alle die verschiedenen Konsolen bedienen, Flugzeuge und Schiffe selbst steuern und gegeneinander antreten.

Am Vortag waren die Camp-Teilnehmer schon ins 30 Kilometer entfernte Wittmund gefahren, um die Ausbildungswerkstatt für Systemelektroniker des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 zu besuchen. Auch dort konnten sie, im Gespräch mit Ausbildern und Auszubildenden, wichtige Einblicke in diese Fachrichtung bei der Bundeswehr gewinnen.

Für jede und jeden der Teilnehmer waren die drei Tage ein wertvolle Erfahrung. Alle können jetzt ein bisschen besser entscheiden, wie sie ihre eigene Zukunft sehen. „Ich hab‘ für mich festgestellt, dass IT nicht was für mich werden wird“, gibt Oliver Monk rückblickend zu, „aber generell hat mir das schon ganz gut gefallen von der Bundeswehr.

Das erste „IT-Camp Marine“ hätten „die Youngsters mit Begeisterung aufgenommen“, resümiert Fregattenkapitän Alexander Wulf, Verantwortlicher in der Personalabteilung des Marinekommandos. Er blickt jetzt schon wieder voraus: Die nächsten „Cyber Days“ bei der Deutschen Marine werden vom 24. bis 27. Oktober an der Marinetechnikschule in Parow bei Stralsund stattfinden.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 04.05.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.einheiten.fregatten.brandenburg.f218.berichte&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7CALKE76077DIBR