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Luftverteidigung für US-Flugzeugträger USS „Harry S. Truman“ – Eine Aufgabe für die Fregatte „Hessen“

Norfolk, 22.03.2018.

Seit Januar fährt die „Hessen“ an der Seite des US Flugzeugträgers USS „Harry S. Truman“. Vor der amerikanischen Ostküste gliederte sich das deutsche Schiff in die Carrier Strike Group ein und trainiert ihre Fähigkeiten zur Luftraumüberwachung.

Eine deutsch Fregatte in See. Die Besatzung steht an Oberdeck angetreten.
Die Fregatte „Hessen“ und ihre Besatzung unterstützen den Flugzeugträger USS „Harry S. Truman“ (Quelle: 2018 Bundeswehr / Lutz Neumann)Größere Abbildung anzeigen

Einer anderen Streitkraft den Schutz eines Flugzeugträgers zu überlassen, ist ein Ausdruck von großem gegenseitigem Vertrauen. Diese enge Kooperation mit der US Navy findet nur alle paar Jahre statt und ist von großer bündnispolitischer Bedeutung. Die Fregatte „Hessen“ wurde genau zu diesem Zweck, nach ihrer Atlantiküberquerung im Januar, in die Carrier Strike Group 8 der USS „Harry S. Truman“ integriert. Seitdem fährt sie an der Seite des Flugzeugträgers der US-amerikanischen Nimitz-Klasse. Gerade hat der Verband aus insgesamt zwölf Schiffen das Zertifizierungstraining erfolgreich beendet. Die Besatzung der „Hessen“ konnte die Gelegenheit nutzen und die besonderen Fähigkeiten einer Verbandsflugabwehrfregatte demonstrieren.

Der Widerspenstigen Zähmung

Bevor die deutsche Luftabwehrfregatte jedoch das Manöver vor der Küste Nordamerikas wahrnehmen konnte, musste sie den Atlantik mit all seinen Widrigkeiten überqueren. Die Atlantikpassage war geprägt von Schlechtwetter, einhergehend mit sehr starkem Seegang und starken Winden von bis zu 70 Knoten.

Zwei amerikanische Marineschiffe zusammen mit einer deutsche Fregatte in See.
Die Fregatte „Hessen“ mit zwei amerikanischen Einheiten bei einem Versorgungsmanöver (Quelle: 2018 Bundeswehr / Florian Kißling)Größere Abbildung anzeigen

Nach dieser rauen Atlantiküberfahrt traf das Schiff in Norfolk, Virginia, dem größten Marinestützpunkt an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika ein und wurde sogleich in die weiteren Vorbereitungen des anstehenden Manövers eingespannt. Für die müde, aber hoch motivierte Besatzung gab es keine Pause und die Übung für anstehende Einsätze der amerikanischen Flotte startete. An ihr nahmen in diesem Fall die Schiffe des Destroyer Squadron 28, die USS „Harry S. Truman“ und die norwegische Fregatte HMNoS „Roald Amundsen“ teil. Auch verschiedene US-amerikanische Atom-Uboote, sowie kleinere Unterstützungseinheiten stießen immer wieder zum Verband hinzu und ermöglichten so ein vielseitiges Training.

Lernen für den Ernstfall

Ein Soladt lotst einen Marinehubschrauber auf das Schiff.
Flugbetrieb auf der Fregatte „Hessen“ (Quelle: 2017 Bundeswehr / Mainzer)Größere Abbildung anzeigen

Die Besatzung der Fregatte „Hessen“ dachte sich dazu in ein, von der U.S. Navy vorgegebenes, fiktives Szenario hinein. Die simulierte operative Bedrohungslage wurde den gesamten Zeitraum der Übung über aufrechterhalten und forderte Schiff und Besatzung bei Tag und Nacht. Das Manöver führte so allen Soldaten vor Augen, wie angespannt und bedrückend die Situation einer wirklichen Bedrohungslage sein kann. Während der Flugzeugträger mit täglichem Flugbetrieb der Kampfjets und Hubschrauber den eingeschifften Carrier Air Wing zertifizierte, übten die übrigen Schiffe den Schutz des Flugzeugträgers. Dazu wurde die Verteidigung gegen Bedrohungen aus der Luft, feindliche Überwassereinheiten und gegnerische Uboote ununterbrochen trainiert. Die Fliegerleitoffiziere der Fregatte „Hessen“ übernahmen dabei vermehrt die Kontrolle über die amerikanischen Luftfahrzeuge und waren somit ausschlaggebend für die erfolgreiche Zertifizierung des Carrier Air Wing.

New York, New York

Im Anschluss an diese kräftezehrende Zertifizierungsübung verlegte die Fregatte nach New York City, um hier offizielle Besuche und Empfänge der Vereinten Nationen wahrzunehmen und auszurichten. Für viele der Besatzungsmitglieder war es der erste Besuch in „der Stadt, die niemals schläft“ und für einige ausgewählte auch der erste Besuch eines anderen Landes als Botschafter in blau.

Eine deutsche Fregatte fährt an der Freiheitsstatue im Hafen von New York vorbei.
In der Hafeneinfahrt von New York begrüßt die Freiheitsstatue die Fregatte (Quelle: 2018 Bundeswehr / Florian Kißling)Größere Abbildung anzeigen

Die Fregatte „Hessen“ und ihre Besatzung nehmen an der US-amerikanischen Ostküste eine Aufgabe wahr, die wie für diese Schiffsklasse gemacht ist. Personal und Material sind voll und ganz auf die Herausforderungen der Flugabwehr abgestimmt. In den folgenden Wochen kann das Team der „Hessen“ in einer Tactical Fleet Exercise (TFEX) des Destroyer Squadron 22 zeigen, was es kann. Im Anschluss wird die deutsche Fregatte wieder zum Flugzeugträgerverband verlegen, um den Verband in den nächsten Monaten zu schützen und zu unterstützen. Dabei wird sie weiterhin vornehmlich den Schutz der USS „Harry S. Truman“ Trägergruppe gegen Bedrohungen aus der Luft gewährleisten.

Carrier Air Wing:
Ein Carrier Air Wing oder auch eine Carrier Air Group ist ein Zusammenschluss von mehreren Fluggeschwadern, welche für den Einsatz auf einen Flugzeugträger ausgerüstet und trainiert wurden. Dabei kann es sich sowohl um Flugzeuge als auch um Hubschrauber handeln.

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Stand vom: 26.03.18 | Autor: 


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