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Fregatte „Hessen“ in der Einsatzausbildung

Eckernförde, 30.08.2017.
Nur noch wenige Wochen – dann müssen Schiff und Besatzung der Fregatte „Hessen“ sich dem GOST (German Operational Sea Training) in Plymouth stellen. Dabei lässt auch die Deutsche Marine ihre Fregatten dort auf Herz und Nieren prüfen. Als Lohn winkt dann nach sechs Wochen intensivem Training und „weekly war“ die Einsatzfähigkeit Stufe 2 – eine Zertifizierung für die nächsten Einsätze, etwa mit den NATO-Partnern. Aber wie bereitet sich eine, nach längerem Werft- und Arsenalaufenthalt, neu formierte Besatzung darauf vor?

Über dem Wasser breiten sich zahlreiche Funken aus, die viel Qualm erzeugen. Im Vordergrund sieht man den MASS-Werfer.

Durch eine Täuschkörperwolke werden anfliegende Flugkörper am Schiff vorbei gelenkt (Quelle: 2017 Bundeswehr / Henning Baumeister)Größere Abbildung anzeigen

Vorbereitung auf den Einsatz

Auch für die „Hessen“ gilt der Einsatzausbildungsplan: seit Jahresanfang durchläuft die Besatzung verschiedene Übungen, sogenannte ISEX (Individual Ship Exercises) und Schadensabwehr- und Gefechtsausbildungen sowohl im Hafen als auch auf See. Zum FORACS (Vermessung und Peilungsabgleich der Radaranlagen) ging es nach Stavanger, zum Üben der Revierfahrt nach Kopenhagen.

Besonderes Training

Am 30. August stand in der Eckernförder Bucht ein besonderes Training für das Team der Operationszentrale (OPZ) auf dem Programm: elektronischer Kampf. Die „EK-Range See“, eine von der Wehrtechnischen Dienststelle 71 (WTD) betriebene Erprobungs- und Ausbildungseinrichtung, wird dafür von Einheiten der Deutschen Marine regelmäßig genutzt. „Dies ist eine von vielen Herausforderungen, die viel Kraft kosten und die wir meistern“, eröffnete der Kommandant der „Hessen“, Fregattenkapitän Olliver Pfennig, das einleitende OPZ-Briefing. Ziel bei der Anti Ship Missile Defense (ASMD) war es, elektronische Signale und die durch diese repräsentierte Bedrohungen zu identifizieren, die bordinternen Abläufe und Meldeverfahren zu optimieren und den Einsatz geeigneter Gegenmaßnahmen zu üben.

Kampf gegen Flugkörper und Speedboote

Ein Soldat steht auf einem Schiff an seinem Ausgucksposten in Schutzweste hinter einem Maschienengewehr und zielt aufs Wasser.

Ein Schütze mit einem Machienengewehr ist für die Abwehr von Speedbooten verantwortlich (Quelle: 2017 Bundeswehr / Henning Baumeister)Größere Abbildung anzeigen

Fregattenkapitän Christoph Leisse (Dezernent im Zentrum Einsatzprüfung) und sein Team belegten das Schiff, mit Hilfe von landgestützten Stimulatoren und eines Lear-Jets, mit elektronischen Signalen, die es aufzufassen galt. Anschließend mussten die Signale – als vermeintlich anfliegende Lenkflugkörper – identifiziert und bekämpft werden. „Im scharfen Schuss“ wurde dafür das Täuschkörperwurfsystem MASS (Multi Ammunition Softkill-System) eingesetzt. Mit diesen Werfern wird in unmittelbarer Nähe des Schiffes eine Täuschkörperwolke erzeugt, durch die Flugkörper am Schiff vorbei abgelenkt werden. Während die OPZ mit der Aufklärung der Lenkflugkörper zu tun hatte, übten die Soldaten auf der Brücke ein weiteres Szenario. Speedboote schienen das Schiff zu bedrohen. Auch hier galt es, den asymmetrischen Angriff abzuwehren um das Schiff zu schützen.

Die Übungen sind notwendig, um das Schiff und ihre neue Besatzung auf die verschiedensten Situationen im Einsatz vorzubereiten. Gerade jetzt nach der Werftphase müssen viele Abläufe neu gelernt werden, da sich durch neue oder andere Geräte die routinierten Abläufe verändern.


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Stand vom: 04.09.17 | Autor: 


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