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Bordeinsatzkompanie: Mutprobe Fast-Rope-Training

Eckernförde, 24.05.2016.
Aus der Luft direkt an Bord – Soldaten der Bordeinsatzkompanie müssen das „Fast Roping“ laufend trainieren. Von einem fliegenden Hubschrauber aus punktgenau auf einem fahrenden Schiff zu landen, erfordert mehr als nur Akrobatik.

Deutsche Soldaten seilen sich aus einem Hubschreuaber über Wasser ab.

Abseilen aus einem „Sea King“ (Quelle: 2016 Bundeswehr / Sascha Schunk)Größere Abbildung anzeigen

15 Meter liegen zwischen ihnen und dem angepeilten Kontakt. Keine Strecke, die man mal eben mit ein paar Schritten abläuft, sondern 15 Meter in der Vertikalen. Hoch über der Ostsee sind Soldaten der Bordeinsatzkompanie des Seebataillons in ihrem Element. Der Auftrag: per „Fast Roping“ auf ein Schiff absetzen und es sichern – bei voller Fahrt.

Die Seesoldatinnen und -soldaten aus Eckernförde trainieren regelmäßig solche „Verbringungsverfahren“ zusammen mit den Marinefliegern. Egal ob bei rauer See, Wind und Wellen oder bei strahlendem Sonnenschein: Die Spezialisten und ihre Arbeitspferde, die Marinehubschrauber der Typen „Sea Lynx“ und „Sea King“, sind für alle Situationen gerüstet. Diesmal müssen sie sich als besondere Herausforderung auf das eigene Einsatz-Speedboot aus einem „Sea King“ abseilen. Außerdem steht das Boarding einer Korvette aus einem „Sea Lynx“ auf dem Programm.

Höchste Konzentration für die Punktlandung auf engstem Raum

Deutsche Marineinfanteristen sichern ein Hubschrauberdeck eines Schiffes.

Sicherung des Flug- und Landedecks (Quelle: 2016 Bundeswehr / Sascha Schunk)Größere Abbildung anzeigen

Nur circa zwei Quadratmeter haben die Soldaten, um sicher in ihrem Einsatzboot zu landen. „Links und rechts davon wird es nass“, warnt der Bootsführer sein Team im Pre-Flight-Briefing. „Keine Sorge“, kommt es wie mit einer Stimme zurück. Die erfahrenen Soldaten sind sich ihrer Sache sicher. Sollte es dann doch einmal zu einer Fehllandung in der Ostsee kommen, haben die Männer ihren eigenen Rettungsschwimmer im Einsatzboot dabei. „Der ist einer von uns – der weiß, wie das ist“, gibt ein Seesoldat lachend zu.

Für die Männer der Bordeinsatzkompanie scheint es vertraut und routiniert, aber es ist in Wirklichkeit eine große Herausforderung für jeden und erfordert höchste Konzentration. „Da bewegt sich eben alles unabhängig voneinander: Der Hubschrauber, das Seil und die Plattform in den Wellen – alle sind in ständiger Bewegung. Das braucht dann jedes Mal diesen gewissen Kick, sich einfach rauszustürzen“, gibt Oberstabsgefreiter Sebastian R. zu – und grinst breit: „Trotzdem ist es immer wieder eine verdammt tolle Erfahrung und ein großer Nervenkitzel.“ R. dient bereits seit mehreren Jahren bei den spezialisierten Kräften und ist im Boarding-Team als sogenannter „Breacher“, also zum, wenn nötig gewaltsamen, Öffnen von Türen und Schaffen von Zugängen, zuständig.

Was bei den Männern der Bordeinsatzkompanie bei ihrer Anlandung so leichtfüßig aussieht, ist mit hohen Anforderungen verbunden. „20 Kilo plus hat hier jeder an Ausrüstung dabei, manche über 30 Kilo“, gibt Teamführer Oberbootsmann Marc N. zu bedenken. „Dafür sind die Männer aber auch sportlich äußerst fit und gut trainiert. Dass muss man für diesen Job auch sein – körperlich wie geistig.

Ein Mix aus Sport und Taktik, wie sie es kein zweites Mal gibt

Bootsführer der Bootsgruppe und Rettungsschwimmer.

Speedbooteinsatz mit Rettungsschwimmer (Quelle: 2016 Bundeswehr / Sascha Schunk)Größere Abbildung anzeigen

In der Landezone an Bord angekommen nehmen die ersten Soldaten ihre Sicherungsposition ein und überwachen das Ankommen ihrer weiteren Kameraden. Mit dabei haben sie ihre Primärwaffe und Pistole, Plattenträger, Funkgeräte, Ramme zum Öffnen von Türen, Medic-Rucksack zur Notfallversorgung, Nachtsichtgeräte, Handfesseln, Reizgas, Munition und reichlich Zubehör. „Wir sind gut ausgestattet. Das müssen wir aber auch für unsere Vielzahl an Aufträgen sein“, sagt N. „Unser Einsatzspektrum geht weit über das normaler Kräfte hinaus, das spiegelt sich auch hier wieder.

Die Soldatinnen und Soldaten der Bordeinsatzkompanie üben ihre Verbringungsverfahren regelmäßig. Neben dem schnellen Abseilen aus Hubschraubern zählt dazu auch der Transport per taktischen Bootseinsatz. „Unsere Ausbildung ist ein Mix aus Taktiktraining, Gefechtsübungen, Nahkampf, Schießtraining, Waffenausbildung und Sporttraining. Dazu kommen noch eine Menge Lehrgänge und Sonderausbildungen in den einzelnen Spezialisierungen. Dieses Training können wir dann fortlaufend in unseren zahlreichen Einsätzen beweisen. Da wird einem nie langweilig“, erklärt Teamführer N. stolz. „Jeder, der zu uns kommt, stellt sich einer ganz besonderen Herausforderung. Die gibt es nirgendwo ein zweites Mal.

Hintergrund: Die Bordeinsatzkompanie

Die Bordeinsatzkompanie (BEK) gehört dem Seebataillon in Eckernförde an. Zu den Aufgaben dieser sogenannten spezialisierten Kräfte gehören unter anderem die Unterstützung von Seeraumüberwachungs- und Embargooperationen, die Absicherung von Kriegs- und Handelsschiffen sowie die Unterstützung von Spezialkräften in speziellen Operationen. Zurzeit sind die Bordeinsatzteams der BEK an der Mission EUNAVFOR MED Sophia und dem Antipiraterieeinsatz Atalanta beteiligt.


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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


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