Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Über uns > Geschichte deutscher Marinen > Die Anfänge von 1848 bis 1871 > Die erste deutsche Bundesflotte 

Die erste deutsche Bundesflotte

Schwarz-rot-goldenen Flagge (mit einem Doppeladler in der linken oberen Ecke)

Schwarz-rot-goldenen Flagge (mit einem Doppeladler in der linken oberen Ecke) (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Vor gut 160 Jahren, am 14. Juni 1848, bewilligte das erste frei und demokratisch gewählte deutsche Parlament, die Nationalversammlung der Frankfurter Paulskirche, mit überwältigender Mehrheit sechs Millionen Taler für den Bau einer deutschen Flotte. Dieser parlamentarische Akt stellte die Weichen für die Gründung einer ersten gesamtdeutschen Marine.

Die Nationalversammlung folgte damit annäherungsweise der zweiten Marinekonzeption, die Prinz Adalbert von Preußen in seiner "Denkschrift" dargelegt hatte: eine Marine zur offensiven Verteidigung und zum notwendigsten Schutz des Handels. Die beiden anderen Konzeptionen, die Prinz Adalbert beschrieben hatte, stellten zum einen eine Marine zur rein defensiven Küstenverteidigung dar, zum anderen eine selbständige Seemacht.

Die allgemeine Flottenbegeisterung in Deutschland, Ausdruck waren z.B. beachtliche Spenden von Marine- und Frauenvereinen (Schoner Frauenlob), ist jedoch nur mittelbar als eine Folge der Märzrevolution zu sehen, denn dem Beschluß des deutschen Parlaments lag vielmehr eine handfeste sicherheitspolitische Notwendigkeit zugrunde.

In der Auseinandersetzung zwischen der Seemacht Dänemark und der Landmacht des Deutschen Bundes über die Einheit der Herzogtümer Schleswig und Holstein kamen die Bundestruppen an Land zwar erfolgreich voran, doch konnte die dänische Flotte innerhalb von Tagen den gesamten Seehandel an Nord- und Ostsee wegen des Fehlens deutscher Kriegsschiffe lahmlegen und ungehindert zahlreiche Handelsschiffe der deutschen Seestaaten als Prisen in dänische Häfen leiten.


Die erste deutsche Bundesflotte

Die erste deutsche Bundesflotte auf der Unterweser (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Von der Frankfurter Paulskirchenversammlung beauftragt, übernahmen der Bremer Senator und Handelsminister des Bundes, Arnold Duckwitz das Marineressort und Prinz Adalbert von Preußen den Vorsitz der "Technischen Marinekommission". Beide arbeiteten in ihren Kommissionen Pläne für die neu zu schaffende Bundesflotte aus. Mit Kapitän zur See Bromme, genannt Brommy (1804-1860), übernahm ein tatkräftiger Organisator den Oberbefehl über die Flotte. Bereits am 15. Oktober 1848 konnten drei Dampfkorvetten und eine Segelfregatte unter der schwarz-rot-goldenen Flagge (mit einem Doppeladler in der linken oberen Ecke) in Dienst gestellt werden.

Doch bald schon stellten sich Schwierigkeiten in der Finanzierung, der Beschaffung und Ausrüstung von geeigneten Kriegsschiffen, ja selbst in der Rekrutierung der Besatzungen ein, denn geschultes Personal war rar und überdies lehnten es die meisten Bundesstaaten ab, den Dienst in der Bundesflotte als gesetzliche Dienstpflicht anzuerkennen. Insgesamt waren bis 1852 zwei Segelfregatten, zwei Dampffregatten, sechs Dampfkorvetten, 26 Ruderkanonenboote und ein Troßschiff beschafft. Im Juni 1849 kam es bei Helgoland zum einzigen Gefecht der, trotz des großen materiellen Aufwandes, niemals voll einsatzfähigen Bundesflotte gegen dänische Schiffe.

Schließlich scheiterte die Bundesflotte an der Finanznot und nicht zuletzt an der Uneinigkeit der deutschen Staaten sowie der fehlenden Exekutivgewalt. Im Laufe des Jahres 1852 wurden zwei Fregatten an die Preußische Marine übergeben, die restlichen Einheiten durch den Bundeskommissar Hannibal Fischer versteigert. Als "Kind der Revolution" überlebte sie diese nur wenig länger. Am 31. März 1853 wurde der allgemeine Auflösungsbefehl erlassen.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.anfaenge.bundesflotte