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Die Norddeutsche Bundesmarine

Nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg 1866 brachte Preußen seine Marine in den am 1. Juli 1867 entstandenen Norddeutschen Bund ein und erhielt den Oberbefehl über diese neue Marine.

Die Norddeutsche Bundesmarine

Die Norddeutsche Bundesmarine (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Die Organisation der Preußischen Marine blieb jedoch bestehen. So unterstand das Marineministerium weiterhin Generalleutnant Albrecht Graf von Roon, der gleichzeitig preußischer Kriegsminister war.

Vizeadmiral Eduard von Jachmanns war als Direktor des Marinedepartements zugleich Bundeskommissar im Bundesrat und im Reichstag des Norddeutschen Bundes; Oberbefehlshaber der Marine blieb Prinz Adalbert von Preußen. Ihm unterstanden die Schiffe, Truppenteile und die technischen Einrichtungen. Kiel und der Jadehafen Wilhelmshaven (1869 so benannt nach dem preußischen König Wilhelm) wurden Bundeskriegshäfen, in denen am 1. Oktober 1867 die schwarz-weiß-rote Kriegsflagge anstelle der preußischen gesetzt wurde.

Von nun an nahm die Entwicklung der Marine eine günstigere Wendung. Der seefahrende Bevölkerungsteil des Bundes war vom Dienst im Landheer befreit und der Marine zur Verfügung gestellt. Noch im Herbst 1867 wurden die Auslandsstationen festgelegt, im Dezember nahm der Bundestag den von der Regierung vorgelegten Flottengründungsplan an. Danach sollte innerhalb von zehn Jahren eine Flotte geschaffen werden, bestehend aus 16 Panzerschiffen, 20 Kreuzerfregatten und -korvetten (für den Auslandsdienst), acht Avisos und 22 Dampfkanonenbooten. Geplant war, dass die Marine größere Küsten- und Handelsschutzaufgaben löste.

Am 1. Juni 1870 lief unter dem Befehl des Admirals Prinz Adalbert der erste deutsche Panzerschiffsverband, bestehend aus König Wilhelm, Kronprinz, Friedrich Carl und Prinz Adalbert zu Übungen in dem Nordatlantik aus.

Die Aufbauphase der Norddeutschen Bundesmarine wurde vom Deutsch-Französischen Krieg (1870/71), der die Flotte im Ganzen noch unvorbereitet traf, unterbrochen. Zwar konnte das Geschwader der Panzerschiffe noch rechtzeitig in die Heimat zurückkehren, doch während des Krieges hatte die noch schwache Marine kaum Möglichkeiten offensiv vorzugehen.

Da die Friedenskommandostruktur sich nicht bewährt hatte, kam es zu durchgreifenden Änderungen. Prinz Adalbert ging in das Armee-Hauptquartier nach Frankreich, das Oberkommando wurde dem Marineministerium angegliedert. Außer zweier Gefechte vor Rügen und Havanna beschränkte sich die Marine auf den Schutz der deutschen Küste. Zumindest sahen die überlegenen französischen Seestreitkräfte unter anderem aus diesem Grund von einer Beschießung der deutschen Küste und von Truppenlandungen ab.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde die Norddeutsche Bundesmarine in die neugegründete Kaiserliche Marine eingegliedert.

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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.anfaenge.norddeutsche