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Die Preußische Marine

Ab Herbst 1848, unter dem Druck der dänischen Blockade, baute Preußen seine Flotte aus, parallel zum Aufbau der in aristokratischen Kreisen mit dem Odium der Revolution behafteten Bundesflotte.

Gefecht des Avisos Preußischer Adler am 27.06.1849 gegen die dänische Kriegsbrigg St. Croix. (Quelle: MSM)

Gefecht des Avisos Preußischer Adler am 27.06.1849 gegen die dänische Kriegsbrigg St. Croix. (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

In Preußen hatte es zwar schon vor 1848 maritime Bestrebungen gegeben, doch wuchsen diese nicht über halbherzige Versuche hinaus. Erst ab dem Herbst 1848, unter dem Druck der dänischen Blockade, baute Preußen unter der Führung des zum Oberbefehlshaber und Admiral der preußischen Küste ernannten Prinzen Adalbert von Preußen seine Flotte aus, parallel zum Aufbau der in aristokratischen Kreisen mit dem Odium der Revolution behafteten Bundesflotte.

In einer Denkschrift entwarf Prinz Adalbert 1848 als Aufgaben der Marine sowohl die Verteidigung der eigenen Küste als auch den Schutz der preußischen und späterdeutschen Handelsinteressen in Übersee. Hier wurde erstmals der Bündnisgedanke im Zusammenhang mit der Schaffung einer Flotte artikuliert, da ,,ein kräftiges Dampfgeschwader jeder befreundeten Flotte ein willkommener Alliierter sein wird". Gefordert wurden zunächst sechs Segelfregatten, 14 Dampfkriegsschiffe und 80 Ruderkanonenboote. Zur Verfügung standen im Frühjahr 1849: 27 Kanonenboote, eine Korvette und zwei Dampfer.

Allein das Vorhandensein der wenigen preußischen Kriegsschiffe hatte bereits eine wesentliche Lockerung der Handelsblockade bewirkt. Der folgende Ausbau der preußischen Marine, Teile der aufgelösten Bundesflotte wurden 1852 übernommen, litt stark unter Personalmangel. Viele Offiziere kamen aus der Handelsschifffahrt, die Artillerieoffiziere von der Armee, Führungspositionen mussten mit Ausländern besetzt werden und Infanteriekommandos mussten auf den größeren Schiffen die Besatzungen auffüllen.

Im Jahr 1865 wurde Kiel (nach Danzig) preußischer Kriegshafen in der Ostsee und Sitz der Marinestation. Für die Nordsee wurde entsprechend das 1853 erworbene Jade-Gebiet ausgebaut. Im Rahmen der so genannten Einigungskriege brachte der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 nur einige kleine Gefechte (bei Jasmund und Helgoland), doch wurde der Handelsverkehr durch Dänemark nicht mehr in dem Maße gestört, wie dies noch 1848/49 der Fall gewesen war. Während des bald darauf folgenden Deutschen Krieges von 1866 kam die Marine kaum zum Einsatz.

Ein weiterer Ausbau der preußischen Flotte scheiterte zunächst am preußischen Abgeordnetenhaus, das den vorgelegten Flottenbauplan ablehnte; dieser hatte acht Panzerfregatten, acht Panzerkanonenboote, zwölf Korvetten, acht Avisos und 78 Kanonenboote vorgesehen. Nach erneuter Überarbeitung diente der Plan als Grundlage für den Flottengründungsplan der Marine des Norddeutschen Bundes, in der die preußische Flotte am 1. Juli 1867 aufging.

Eng verknüpft war die Marineentwicklung, bis zur Bildung der Kaiserlichen Marine, mit der Person Eduard von Jachmanns, des Ersten aus dem Seemannsstand hervorgegangenen "einheimischen" Admirals. Er war die rechte Hand des preußischen Kriegs- und Marineministers Albrecht Graf von Roon.

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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.anfaenge.preussische