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Chronik des 1. Minensuchgeschwaders

Glücksburg, 22.12.2005, Presse- und Informationszentrum Marine.
Das 1. Minensuchgeschwader war das erste Geschwader, dass in der Deutschen Marine nach dem 2. Weltkrieg aufgestellt wurde. Es bestand fast 50 Jahre, seit seiner Gründung am 16. Mai 1956 bis zur Auflösung am 21. Dezember 2005. Seine Aufgabe bestand zunächst vor allem darin, die im Krieg verminten Seewege vor den Küsten Deutschlands wieder freizuräumen.

Minenjagdboot DATTELN

Minenjagdboot DATTELN (Quelle: © 2004 Bundeswehr / Christine Schmoock)Größere Abbildung anzeigen

Das 1. Minensuchgeschwader war das erste Geschwader der Bundesmarine, welches im Jahr 1957 voll einsatzfähig der NATO unterstellt wurde. Später gewann es auch die Fähigkeit zum Minenlegen, dem während des Kalten Krieges immer mehr an Bedeutung beigemessen wurde und Priorität erlangte.
Im Rahmen der Umstrukturierung der Marine und Neuausrichtung auf Aufgaben wie Antiterroroperationen und Hilfseinsätze haben sich auch die Anforderungen an die Minenstreitkräfte nach dem Zerfall des Ostblockes geändert. Im Zuge des Transformationsprozesses wurde das Traditionsgeschwader im Dezember 2005 aufgelöst und die einzelnen Einheiten anderen Geschwadern unterstellt.

Eckdaten in der Geschichte des 1. Minensuchgeschwaders

Wichtige Daten
16.05.1956 Aufstellung des 1. Minensuchgeschwaders in Wilhelmshaven
05.06.1956 Indienststellung von vier ehemaligen Räumbooten der Kriegsmarine nach der Übernahme durch die amerikanische Marine
05.06.1957 Beginn der Verlegung des Geschwaders von Wilhelmshaven in seinen neuen Heimathafen nach Flensburg
21.01.1957 Übernahme des Tenders „Oste“
22.11.1960 Die alten Räumboote werden durch die neue „Schütze-Klasse“ ersetzt
11.05.1963 Der Tender „Saar“ löst den Tender „Oste“ ab
09.10.1963 Das letzte Boot der 2. Generation wird in Dienst gestellt
1972Das Geschwader wird um die Minentransporter „Sachsenwald“ und „Steigerwald“ erweitert
07.09.1992 Verlegung nach Olpenitz; es folgt der 3. Generationswechsel der Boote
16.12.1992Indienststellung des ersten Minenjagdbootes der Klasse 332
16.06.1998 Indienststellung des Minenjagdbootes „Fulda“
03.12.1998 Indienststellung des Minenjagdbootes „Weilheim“
2002Drei Einheiten werden nach Außerdienststellung der Binnenminensuchboote dem 3. Minensuchgeschwader unterstellt:
M 1062 „Sulzbach-Rosenberg“
M 1066 „Frankenthal“
M 1067 „Bad Rappenau“
21.12.2005 Auflösung des 1. Minensuchgeschwaders

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Deutsche Minenjagdboote bei OPEN SPIRIT

Deutsche Minenjagdboote bei OPEN SPIRIT (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Entwicklung und Geschichte des Geschwaders

Am 15. Oktober 1956 wurden die Boote „Merkur“ und „Jupiter“ aus dem 1. Minensuchgeschwader herausgelöst und dem neu gebildeten 3. Minensuchgeschwader unterstellt. Im Dezember erfolgte dann die für ca. 32 Jahre gültige Verlegung des Geschwaders nach Flensburg. Mit der Übernahme des Tenders „Oste“ am 21. Januar 1957 konnte das Geschwader nun der NATO unterstellt und im Juni 1957 der NATO einsatzmäßig assigniert werden. Mit der Außerdienststellung von fünf alten Booten im Februar 1959 begann der erste Generationswechsel Der Boote der 1. Minensuchgeschwaders. Ab 22. November 1960 erfolgte die Indienststellung der neuen Schnellen Minensuchboote (SM-Boote) der „Schütze“-Klasse 340/341 mit „Mira“.

Bis zum 6. April 1963 wurde das Geschwader mit neun neuen Booten vervollständigt. Am 11. Mai 1963 wurde der Tender „Saar“ in Dienst gestellt und löste die „Oste“ ab. 1972 wurde das Geschwader um die Minentransporter Klasse 762 „Sachsenwald“ und „Steigerwald“ erweitert.

Die Boote „Krebs“, „Mira“ und „Orion“ wurde 1973 durch „Waage“, „Skorpion“ und „Schütze“ ersetzt. Mit der Außerdienststellung von SM-Boot „Rigel“ 1990 wurde der zweite Generationswechsel beim 1. Minensuchgeschwader eingeleitet, bis zum Jahresende folgten vier weitere Boote. 1991 wurde dann die beiden Minentransporter außer Dienst gestellt. Am 1. April 1992 wurde dann in Olpenitz eine selbstständige Systemunterstützungsgruppe (SUG) aufgestellt.

Die Verlegung des Geschwaders nach Olpenitz, den künftigen Typstützpunkt, erfolgte am 7. September 1992.Am 16. Dezember 1992 wurde das Minenjagdboot „Frankenthal“ der Klasse 332 als Typboot in Dienst gestellt. Es folgten 1993 „Bad Bevensen“ und der Tender „Werra“ Klasse 404. Nach Umstrukturierung der Flottille der Minenstreitkräfte 1994, mit der die Auflösung der Geschwaderstäbe alter Art einherging, konnte am 23. Januar 1996 als zehntes Minenjagdboot „Sulzbach-Rosenberg“ in Dienst gestellt werden.

Die Boote „Frankenthal“, „Bad Rappenau“ und „Sulzbach-Rosenberg“ wurden 2002 dem 3. Minensuchgeschwader unterstellt. Am 21. Dezember 2005 wurde das 1. Minensuchgeschwader im Zuge des Transformationsprozesses der Bundeswehr und Umstrukturierung der Marine zur Anpassung an das neue Aufgabenspektrum aufgelöst.

Die Boote des Geschwaders wurden den verbleibenden Geschwadern unterstellt, bzw. ein Boot verkauft.

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Über das Wappen des 1. Minensuchgeschwaders

Der Ursprung des Wappens ist in die Zeit der 1. Räumbootflottille der Kriegsmarine in Kiel zurückzuführen. Dargestellt ist auf dem Wappen mit weißem Grund das Marineehrenmal von Laboe in roter Farbe. Die Darstellung dieser Gedenkstätte für alle Seeleute, am Ostufer der Kieler Förde gelegen, dokumentiert, dass das Geschwader Anteil an der deutschen Marinegeschichte hat. Die drei Eisernen Kreuze (Ritterkreuze) in Schwarz stellen einen direkten Bezug zu drei verdienten Soldaten, die in diesem Verband gedient haben, her.

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Die Boote des 1. Minensuchgeschwaders

Boote der Gründerzeit
BootsnameIndienststellung
„Rigel“ (ex R 135)05.06.56
„Sirius“ (ex R 144)05.06.56
„Merkur“ (ex R 134)05.06.56
„Orion“ (ex R 132)05.06.56
„Pollux“ (ex R 140)19.06.56
„Castor“ (ex R 138)19.06.56
„Mars“ (ex R 136)19.06.56
„Jupiter“ (ex R 146)31.07.56
„Saturn“ (ex R 147)31.07.56
„Spica“ (ex R 142)31.07.56
„Regulus“ (ex R 142)31.07.56

Die Boote stammten aus der Kriegsmarine und wurden nach Rückgabe durch die Alliierten an die neue Bundesmarine umbenannt.

Indienst- und Außerdienststellung der Boote der zweiten Generation
„Schütze“ M 106214.04.5926.11.92
„Pollux“ M 105428.04.6126.05.92
„Spicia“ M 105919.05.6130.09.92
„Mars“ M 105818.07.6127.02.92
„Sirius“ M 105505.10.6101.10.90
„Waage“ M 106319.03.6230.06.92
„Regulus“ M 105720.06.6227.09.90
„Rigel“ M 105619.09.6229.03.90
„Castor“ M 105111.12.6215.08.90
„Skorpion“ M 106009.10.6310.05.90

„Saar“
A 65

11.05.6314.02.91
„Sachsenwald“ A 143720.08.6926.09.91
„Steigerwald“ A 143820.08.6904.11.93

Die Boote der dritten Generation
BootsnameIndienststellungVerbleib nach Außerdienststellung 1. MSG
„Weiden“ M 106030.03.93Verkauf an die Vereinigten Arabischen
Emirate im Sommer 2006
„Rottweil“ M 106107.07.933. Minensuchgeschwader, ab 2007 Nachfolger
der MÜHLHAUSEN als Minentauchereinsatzboot
„Bad Bevensen“ M 106308.12.935. Minensuchgeschwader
„Werra“ A 514009.12.935. Minensuchgeschwader
„Grömnitz“ M 106423.08.945. Minensuchgeschwader
„Datteln“ M 106808.12.945. Minensuchgeschwader
„Dillingen“ M 106525.04.955. Minensuchgeschwader
„Homburg“ M 106926.06.955. Minensuchgeschwader
„Fulda“ M 105816.06.985. Minensuchgeschwader
„Weilheim“ M 105903.12.985. Minensuchgeschwader

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Kommandeure des 1. Minensuchgeschwaders

Kommandeure
KommandeurDienstzeitals Kommandeur im Geschwader
Korvettenkapitän Adolf Graef 01.06.1956 – 15.02.1958
Korvettenkapitän Ulrich Albrecht 16.02.1958 – 29.08.1958
Korvettenkapitän Oswald Duch 30.08.1958 – 31.10.1958
Korvettenkapitän Walter Klemm 01.11.1958 – 31.10.1960
Fregattenkapitän Ernst-August Gerken 01.03.1960 – 15.02.1962
Fregattenkapitän Franz Kleemann 16.02.1962 – 31.03.1963
Fregattenkapitän Horst Mertineit 01.04.1963 – 31.03.1965
Fregattenkapitän Hans-Helmut Anschütz 01.04.1965 – 31.07.1967
Fregattenkapitän Leo Slezak 01.08.1967 - 31.05.1970
Fregattenkapitän Gernot Dietze 01.06.1970 – 31.03.1973
Fregattenkapitän Joachim Petersen 01.04.1973 – 30.06.1975
Fregattenkapitän Rainer Christmann 01.07.1975 – 31.09.1978
Fregattenkapitän Jan-Eike Wolf 01.10.1978 – 30.09.1982
Fregattenkapitän Harald Dräger 01.10.1982 – 25.09.1986
Fregattenkapitän Detlef Hoepner 26.09.1986 – 26.09.1988
Fregattenkapitän Klaus-Peter Hirtz 27.09.1988 – 30.09.1991
Fregattenkapitän Wolf Christian Bäßler 01.10.1991 – 26.09.1994
Fregattenkapitän Jörg Ringe 27.09.1994 – 30.09.1996
Fregattenkapitän Jürgen Giese 01.10.1996 – 30.09.1998
Fregattenkapitän Thomas Jugel 01.10.1998 – 29.03.2000
Fregattenkapitän Michael Mann 30.03.2000 – 18.02.2003
Fregattenkapitän Gerald Koch 19.02.2003 – 21.12.2004
Fregattenkapitän Volker Richter 22.12.2004 – 21.12.2005

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Stand vom: 26.01.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.chronik