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Die Kaiserliche Marine

Kaiser Wilhelm II

Kaiser Wilhelm II

Unter Führung des Heeresgenerals von Stosch entwickelte sich die Marine personell und materiell zu einer für den Küstenschutz konzipierten Marine, welche die Fähigkeit zur strategischen Offensive aufwies und für Auslandseinsätze vorgesehen war. Unter seinem Nachfolger Leo Graf von Caprivi wurde die Marine als reine Küstenmarine definiert.

Wilhelm II., der 1888 deutscher Kaiser wurde, besaß eine ausgesprochene Marineaffinität. Inspiriert von den Gedanken des amerikanischen Admirals Alfred T. Mahan, der in seinem Buch: "The influence of seapower upon history", den Grundgedanken: "Seemacht bedeutet Weltmacht" formulierte, war es Wilhelms erklärtes Ziel, eine starke Flotte zu erschaffen, die - als Bündnismarine mit Großbritannien - Deutschlands Seegeltung zum Ausdruck bringen sollte.

Mit der Kurzformel: "Weltmacht als Ziel, Weltpolitik als Aufgabe und Flotte als Instrument" kann die Zielsetzung wilhelminischer Flottenpolitik, die durch Admiral von Tirpitz, seit 1897 Staatssekretär im Marineministerium, seine praktische Ausgestaltung erfuhr, pointiert ausgedrückt werden. Die sich verschärfende Konkurrenz zwischen Großbritannien und dem Deutschen Kaiserreich gipfelte letzthin in einem ungehemmten Wettrüsten zur See, welches politisch durch Flottengesetze von deutscher Seite abgesichert war und von der deutschen Bevölkerung ebenso euphorisch begleitet wurde, wie der überseeische Aufbau deutscher Schutz- und Kolonialgebiete.

Mit Kriegsausbruch im August 1914 wurde die Kaiserliche Marine konzeptionell auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Anfang 1915 scheiterte die Idee des Kreuzerkrieges. An ihre Stelle trat eine Hilfskreuzerkriegsführung, die aber nicht in die Gesamtstrategie passte. Die deutsche Hochseeflotte in Wilhelmshaven konnte ihren Auftrag nicht erfüllen. Dieser lautete: Führen einer Entscheidungsschlacht gegen die Marine Großbritanniens in der Deutschen Bucht. Dies gelang deswegen nicht, weil die britische Kriegsführung von Deutschland falsch eingeschätzt worden war. Großbritannien setzte seine Flotte nicht zu einer Nahblockade deutscher Seehäfen ein, es brach auch keine politischen Bündnisse und auch die britische Wirtschaft brach nicht zusammen. Nach der wurde die deutsche Hochseeflotte als fleet in being im Hafen gehalten und die Bedeutung der Ubootkriegsführung rückte in den Betrachtungsschwerpunkt der Marineleitung.
Die dramatischen Lebensumstände an Bord der Hochseeflotte führten im Jahr 1917 zu Flottenunruhen.

Nachdem sich die Marineleitung entschlossen hatte, zum Ende des Krieges durch einen eigenmächtigen, politisch nicht abgesicherten Angriff der Deutschen Hochseeflotte das Kriegsblatt doch noch zu wenden, verweigerten sich die Mannschaften und meuterten. Diese Meuterei bot den Impetus für den Ausbruch der Revolution in Deutschland, die letzthin das Ende des Deutschen Kaiserreiches besiegelte. Mit der Selbstversenkung der von den Alliierten internierten deutschen Flotte in Scapa Flow am 21. Juni 1919 wurde der Gipfelpunkt traumatischer Erlebnisse der Marine erreicht; mit dem Vertragswerk von Versailles der des gesamten deutschen Volkes.


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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.kaiserliche