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Die Bundesmarine

Im Zusammenhang mit der Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges bis hin zum "Kalten Krieg" entwickelte sich die Teilung Deutschlands in Besatzungszonen und die Bildung zweier deutscher Staaten. Deren Einbindung in die jeweiligen Bündnissysteme hatte die Aufstellung neuer deutscher Streitkräfte zur Folge.

Deutsche Schiffe üben zusammen mit NATO-Partnern

Üben mit NATO-Partnern (Quelle: © Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Vorbereitungen für einen Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) begannen ab 1950 im Amt Blank, einer Dienststelle des Bundeskanzleramtes. Jedoch verhinderte die französische Nationalversammlung den Abschluss des EVG-Vertrages im Jahr 1954 und ermöglichte so der Bundesrepublik Deutschland die Vorbereitung zum Beitritt in die Westeuropäische Union (WEU) und die NATO im gleichen Jahr auf der Londoner Neun-Mächte-Konferenz.

Mit der Aufnahme in die NATO am 8.5.1955 wurde das Amt Blank zum Verteidigungsministerium erweitert und erhielt eine Marineabteilung, den späteren Führungsstab der Marine (FüM), an deren Spitze der erste Inspekteur der Marine Vizeadmiral Friedrich Ruge (1.3.56-30.9.61) stand.

Nach vorbereitenden Arbeiten einer Planungsgruppe wurde in Wilhelmshaven am 2.1.1956 die Marinelehrkompanie aufgestellt. Die Aufgaben, die der Bundesmarine innerhalb der NATO zufielen, konnten aus der Erfahrung zweier verlorener Weltkriege nur eine strategisch defensive Konzeption besitzen und erforderten folglich keine Großkampfschiffe, sondern leistungsfähige moderne Boote und Schiffe bis Zerstörergröße.

Der erste vom Parlament genehmigte Schiffbauplan sah mit Stand vom 1.7.1955 folgende Einheiten vor: zwölf Zerstörer, sechs Geleitboote, 40 Schnellboote, 24 Küstenminensuchboote, 30 Schnelle Minensuchboote, zwölf Uboote, 36 Landungsboote, zwei Minenschiffe, zehn Küstenwachboote, elf Tender für Kleinboote, ein Schulschiff, ein Segelschulschiff, 65 Flugzeuge, diverse Hilfs-, Versuchs- und Übungsfahrzeuge.

Für das Neubauprogramm der Bundesmarine galt es zu berücksichtigen, dass die deutschen Werften seit 1945 keine Kriegsschiffe mehr gebaut hatten. Den Kern der neuen Marine bildeten daher auf längere Sicht die von den vormaligen Kriegsgegnern und jetzigen Verbündeten zurückgegebenen ehemaligen Boote der Kriegsmarine sowie von ihnen erworbene andere Einheiten, so dass die Bundesmarine im Dezember 1956 über 65 Einheiten und 7657 Mann verfügte.

In Abstimmung mit den NATO-Partnern stellten sich der Bundesmarine folgende Aufgaben, die bis in die 80er Jahre fast unverändert blieben: Sicherung der Ostseezugänge sowie der Seeverbindungen in den heimischen Gewässern in Kooperation mit verbündeten Marinen, Bekämpfung feindlichen Schiffsverkehrs in der Ostsee und (bis in die 60er Jahre) Unterstützung des Heeres durch amphibische Operationen. Nach der friedlichen Herstellung der Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 ging die Bundesmarine in die heutige Deutsche Marine über.

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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


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