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Die Reichsmarine und die Kriegsmarine bis 1945

Die Reichsmarine

Ein Linenschiff der ehemaligen BRAUNSCHWEIG-Klasse

Ein Linenschiff der ehemaligen BRAUNSCHWEIG-Klasse (Quelle: © 2010 Bundeswehr / PIZ Marine)Größere Abbildung anzeigen

Aufgrund der Ereignisse während des Ersten Weltkrieges wurde in der neugegründeten Weimarer Republik bereits frühzeitig die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Marine gestellt. Dennoch wurde - auf der Grundlage des Versailler Vertragswerkes - eine Marine beibehalten, die seit 1921 Reichsmarine (1919-1921 Vorläufige Reichsmarine) genannt wurde.

Mindestens wie für das Reichsheer, dem die Bezeichnung "Staat im Staate" zufiel, galt gleiches für die Reichsmarine; einer Marine, die sich nicht als demokratisches Exekutivorgan verstand, zumal sie durch die Versailler Bestimmungen nur stark eingeschränkt agieren konnte. Durch politische Verwicklungen im Jahr 1920 (Kapp-Lüttwitz-Putsch) und die Verstrickungen bis zum Jahr 1928 hinsichtlich geheimer Aufrüstungsmaßnahmen (Lohmann-Affäre oder Phoenix-Skandal), die 1928 öffentlich gemacht wurden, erlitt die Marine einen erneuten Ansehensverlust.

Mit ersten Neubauten versuchte die Marine schiffbautechnisch in ihrer durch Versailles vorgegebenen Tonnagebeschränkung an die anderen europäischen Nachbarstaaten aufzuschließen. Mit dem Neubau des Panzerschiffes A (DEUTSCHLAND) präsentierte sich Deutschland wieder als ernstzunehmende, aber noch schwache Marinenation. Dennoch: Deutschland hatte die Aufrüstung wieder gewagt und sich durch die neuartige Konstruktion des Panzerschiffes mit an die technische Spitze Europas gestellt.

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Die Kriegsmarine

Segelschulschiff Niobe der Reichsmarine

Segelschulschiff Niobe der Reichsmarine (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Einführung einer neuen Fahne - das ungeliebte schwarz-rot-gold war aus der Flagge der Reichsmarine verschwunden - im Jahr 1933 und der Veränderung des Eides auf Adolf Hitler nach dem Tod Hindenburgs im August 1934, erhielt die Reichsmarine 1935 ihren zweckbestimmten Namen: Sie hieß fortan Kriegsmarine.

Zügellose Aufrüstung bei allen drei Teilstreitkräften gingen mit einer Steigerung des Wirtschaftswachstums im Deutschen Reich einher. Erich Raeder, der die Marine seit 1928 führte, überstand die verschiedenen Gleichschaltungsversuche unbeschadet und verfolgte bis zum Kriegsausbruch vor allem marineeigene Zielsetzungen, mußte allerdings im September 1939 feststellen, dass seine ihm von Hitler vorgegebenen Fertigstellungsdaten des Z-Plan-Kriegsmarine durch den Kriegseintritt Englands zunichte gemacht worden waren. Dies war zumindest die Sichtweise der damaligen Marineführung. Die Marine war im September 1939 materiell wie personell noch nicht einsetzbar.

Der in der Kaiserzeit aufgewachsene und von der Kaiserlichen Marine geprägte Raeder konnte zwar in der Anfangszeit des Krieges beachtliche Erfolge mit seinem Großkampfschiffkonzept verbuchen, scheiterte allerdings letzthin im Dezember 1942 und trat als Oberbefehlshaber im Januar 1943 zurück. Die von Dönitz verfolgte Strategie, fortan fast ausschließlich mit der Uboot-Waffe den Handelskriegschauplatz Nordatlantik zu bestimmen, scheiterte in den großen Geleitzugschlachten bereits im März/April 1943; also den eigentlichen Wendemonaten des Zweiten Weltkrieges. Seitdem wurde der Kriegsschauplatz zur See vom Atlantik über die Nordsee schließlich in die Ostsee bis an die deutschen Küsten zurückgetragen.

Mit der Unternehmung "Rettung" wurden von deutschen Einheiten der Kriegsmarine, aber schwerpunktmäßig von deutschen Handelsschiffen, über zwei Millionen Kriegsflüchtlinge aus den Ostgebieten in westliche Reichsteile und in das besetzte Dänemark evakuiert. Nach dem Selbstmord Hitlers wurde Karl Dönitz testamentarisch zu seinem Nachfolger als Reichspräsident ernannt. Dieser leitete, nachdem ein ausschließlich auf den Westen gerichtetes Waffenstillstandsersuchen gescheitert war, die von den Alliierten geforderte bedingungslose Kapitulation des "Dritten Reiches" ein.

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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.reichsundkriegsmarine