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Vereidigung: Ein Meilenstein

Flensburg, 07.08.2017.

Imposant ragt der altehrwürdige Backsteinbau der Marineschule Mürwik in Flensburg in den grauen Himmel. Typisches Flensburger Sommerwetter an diesem 4. August – kalter Regen und scharfer Wind – umweht die eingetroffenen Angehörigen. Die bunten Regenschirme bilden kontrastreiche Farbtupfer, doch pünktlich zur Vereidigung werden sie wieder eingepackt. Das Wetter meinte es gut mit den über 300 angetretenen Soldaten und klarte pünktlich zur Zeremonie auf.

Ein Luftbild der Marineschule Mürwik.
Die Zeremonie ist in vollem Gange (Quelle: 2017 Bundeswehr / May Barg)Größere Abbildung anzeigen

Vergessen waren in diesem Moment die harten Wochen der vorangegangenen Grundausbildung, in der die Offizieranwärter (OA) grundlegende soldatische Fähigkeiten vermittelt bekamen. Die Ausbildung begann dabei für die jungen Frauen und Männer bereits am 3. Juli, mit dem Dienstantritt an der Marineschule Mürwik. Für viele veränderte sich durch die folgenden Wochen der Alltag von Grund auf.

Die Grundausbildung war eine komplette Umstellung des bisherigen Alltages. Vor allem sehr anstrengend. Sehr lange Tage, wenn man morgens um 05:30 Uhr aufsteht, das ist ungewohnt und etwas Neues, aber daran gewöhnt man sich schnell“, erinnert sich der neunzehnjährige Matrose (OA) Christian Gabrys an die vergangenen Wochen zurück. Der Weg in die Bundeswehr lag für ihn nahe, lebt ihm doch sein Vater als Fregattenkapitän die Karriere als Marineoffizier vor. Doch geraten habe er seinem Sohn erst einmal in eine andere Verwendung innerhalb der Bundeswehr reinzuschnuppern.

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„Die Marine ist ein Teil Selbstfindung“

Ein älterer Marinesoldat sowie ein junger lächeln in die Kamera.
Fregattenkapitän Tim Gabrys zusammen mit seinem Sohn (Quelle: 2017 Bundeswehr / Matthias Letzin)Größere Abbildung anzeigen

Nach einem Truppenpraktikum bei den Gebirgsjägern war für Matrose Gabrys jedoch klar, dass er sich für die Marine entscheiden würde. Dass er sich dabei zwischen Abitur und Dienstantritt nicht wie viele in seinem Alter erst einmal eine Auszeit zum Reisen und Arbeiten genommen hat, bereut der angehende Marineoffizier nicht. Im Gegenteil. „Man lernt auch gewisse Werte wie Disziplin oder auch Pünktlichkeit und ich glaube das bringt einem etwas, auch persönlich. Deswegen hab ich diesen Entschluss gefasst, anstatt in die Selbstfindungsphase zu gehen, denn auch die Marine ist ein Teil Selbstfindung. Zu merken, dass das Leben nicht so einfach ist und dass der Beruf auch hart sein kann“, merkt der junge Gabrys an. Trotz all der Anstrengung blicken die jungen Männer und Frauen jedoch positiv auf ihre erste Zeit in der Marine zurück.

Alles in allem war es eine der schönsten Zeiten, die ich bis jetzt erleben durfte“, erinnert sich Matrose (OA) Katharina Krüger. Auch ohne den Hintergrund eines Berufssoldaten in der Familie war für die neunzehnjährige Hamburgerin der Weg zu den Seestreitkräften schnell klar. „Marine hat sich einfach ergeben, weil ich von klein auf viel am Wasser war. Und dadurch war ganz klar, dass ich hierher möchte“, stellt die junge Frau fest. Ihre Eltern stünden dabei hinter der Tochter und seien stolz auf ihre Entscheidung.

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Eine würdige Zeremonie für einen besonderen Beruf

Doch nun wurde es für die jungen Offizieranwärter ernst. Wurde die Stunde zuvor noch kritisch der Anzug vom Ausbilder beäugt, nervös die letzte Falte glattgestrichen und noch einmal über die Schuhe geputzt, verlief die Vereidigung schließlich reibungslos. Nichts mehr war von der Anspannung der jungen Männer und Frauen zu merken, als einstimmig der Eid geschworen wurde. Eingerahmt vom traditionsreichen „Roten Schloss am Meer“, wie die Marineschule auch genannt wird, und der Flensburger Förde, bot die Wiese vor der Schule ausreichend Platz für den Anlass.

„Ein Meilenstein, die Vereidigung, muss man ganz ehrlich sagen. Das ist ein besonderer Tag“, resümiert Fregattenkapitän Gabrys mit Blick auf seinen Sohn. Ein besonderer Tag, der den Anfang einer Laufbahn in einem besonderen Beruf markiert. Dass der Beruf, für den die jungen Marinesoldaten sich nun öffentlich entschieden haben, in seiner Aufgabenweite einzigartig ist, wurde auch in den Festreden deutlich. Der Beruf des Marineoffiziers sei ein „besonderer Beruf mit besonderen Anforderungen“, sprach Landtagspräsident Klaus Schlie zu den angetretenen Soldaten.

Rekruten der Marineschule Mürwik heben ihre Hand zum Eid.
Rekruten der Marineschule Mürwik heben ihre Hand zum Eid (Quelle: 2017 Bundeswehr / Caroline Lindner)Größere Abbildung anzeigen

264 junge Offizieranwärter, sowie 47 Soldaten der 6. Inspektion der benachbarten Schule für Strategische Aufklärung der Bundeswehr legten an diesem Vormittag des 4. August schließlich ihren Diensteid ab. Vor Familie und Freunden, sowie hochrangigen Gästen, wie dem Inspekteur der Marine Vizeadmiral Andreas Krause, schworen die jungen Männer und Frauen „… der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“ Begleitet wurde die Vereidigung von einer Abordnung des Wachbataillons aus Berlin. Für die musikalische Untermalung sorgte das Luftwaffenmusikkorps aus Erfurt.

Der Schulkommandeur, Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach, erinnerte daran, dass sich die Marine gerade stark verändere und wieder anwächst. Daher bräuchte es gut ausgebildete Offiziere. Und genau diesen Nachwuchs würden die jungen Anwärter und Anwärterinnen darstellen.

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Multinationale Vielfalt

Ein westafrikanischstämmiger Mann in weißer Marineuniform schaut einer Frau in Uniform ins Gesicht.
Fähnrich zur See Houaito Alexis aus dem westafrikanischen Benin (Quelle: 2017 Bundeswehr / Matthias Letzin)Größere Abbildung anzeigen

Ein Zeichen für die gute Freundschaft und die enge internationale Zusammenarbeit bildete auch die Anwesenheit einer Abordnung der polnischen Partnerschule in Gdynia, sowie die Anwesenheit des rumänischen Inspekteurs der Marine. Darüber hinaus waren auch viele Austauschkadetten, wie der sechsundzwanzigjährige Fähnrich Alexis Houaito aus dem westafrikanischen Benin, unter den Angetretenen. In seiner strahlend weißen Uniform stach der junge Mann zwischen den deutschen Kameraden deutlich hervor. Doch auch wenn tausende Kilometer zwischen Benin und Deutschland liegen, so gleicht die Situation des jungen Afrikaners denen seiner deutschen Kameraden. So sei für ihn auch ein Familienmitglied Vorbild gewesen. Der Onkel, welcher als Major in den Streitkräften Benins dient, habe ihm geraten, ebenfalls in das Militär einzutreten.

Nun haben die jungen Offizieranwärter mit ihrer Vereidigung den ersten großen Schritt in Richtung Marineoffizier genommen. Vor ihnen liegt jetzt eine lange Zeit intensiver Ausbildung.

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Stand vom: 20.11.17 | Autor: 


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