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Rettungsmittelausbildung an der Marinetechnikschule Parow

Parow, 10.08.2017.

Elf Soldaten des Schifffahrtsmedizinischen Institutes der Marine (SchiffMedInstM) absolvierten am 08. August die Rettungsmittelausbildung an der Marinetechnikschule (MTS) Parow. Sie wurden für die Großübung Schneller Delfin 2017 in einer Außerplanmäßigen Ausbildung in Theorie und Praxis vorbereitet.

Soldaten beim Anlegen der Rettungsanzüge, sie überprüfen gegenseitig den festen Sitz der Gurte.
Gegenseitiges Überprüfen der Ausrüstung vor Beginn der praktischen Übungen (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sebastian Landgraf)Größere Abbildung anzeigen

Winde mit Geschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern, zehn Meter hohe Wellen und die krachende Gewalt des Meeres gegen den Rumpf des Schiffes. Was sich wie nach einem Drehbuch á la Hollywood anhört, kann für die Marinesoldaten schnell zur Realität werden. Die Naturgewalten können dabei das Schiff und ihre Besatzung binnen weniger Minuten in Seenot bringen. Jetzt geht es ums Überleben – und die schnelle Rettung von Verletzten und Verwundeten. Für die Marinesoldaten ist es dabei überlebenswichtig, die vorhandenen Rettungsmittel zu kennen und sie sicher und schnell anzuwenden.

Die Ausbildung

Die Rettungsübungshalle an der MTS Parow bietet optimale Bedingungen für die Ausbildung der Soldaten an den Rettungsmitteln. Ob Sprungwand, Kletterrettungsnetz oder Rettungsinsel – die Marinesoldaten erhalten eine möglichst realitätsnahe Ausbildung. Oberbootsmann Mark Paulsen erklärte den Teilnehmern anschaulich den Aufbau und die Funktionsweise der Rettungsweste und das richtige Anlegen des Kälteschutzanzuges. Der Ausbilder der 9. Inspektion der MTS, gibt dabei auch viele eigene Erfahrungen aus seiner Bordzeit den Teilnehmern mit auf den Weg. Nach der theoretischen Einweisung geht es für die Gruppe endlich an die praktischen Übungen. „Beim Anlegen der Rettungsausrüstung ist Teamarbeit gefragt. Jeder kontrolliert beim anderen Sitz und Verschluss der Rettungsmittel. Das ist überlebenswichtig“, erklärt der erfahrene Ausbilder. Der Aufstieg zur Sprungwand lässt den einen oder anderen schon etwas nervös werden. Aus einer Höhe von drei Metern soll der Sprung von einer Bordwand simuliert werden. Mit Rettungsweste und Kälteschutzanzug bekleidet springen die Teilnehmer ins kühle Nass. „Die Soldaten sollen nicht nach unten schauen, um keine Angst vor der Höhe zu bekommen. Spannung in den Körper rein und ab geht’s“, erläutert Oberbootsmann Paulsen.

Die Lehrgangsteilnehmer in orangenen Rettungsanzügen klettern in eine Rettungsinsel.
Teamarbeit ist gefragt -die Lehrgangssteilnehmer besteigen die Rettungsinsel (Quelle: 2017 Bundeswehr / Sebastian Landgraf)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem alle sicher im Wasser gelandet sind, die Westen ordnungsgemäß ausgelöst wurden, gilt es die Rettungsinsel zu erreichen. Was von außen leicht und locker aussieht, ist in See Schwerstarbeit. Niedrige Wassertemperaturen, Wellen und Wind können im Einsatzgebiet den Einstieg zusätzlich erschweren. An der nächsten Station müssen die Marinesoldaten das Kletterrettungsnetz erklimmen. Die letzten Kräfte gilt es zu mobilisieren, um den drei Meter Aufstieg zu bewältigen. Zum Abschluss der Ausbildung erklärt der Ausbilder die Besonderheiten des Eintauchanzuges und die Anwendung der Rettungsboje. „Bei Wassertemperaturen unter 17 Grad Celsius ist der Eintauchanzug vorgeschrieben. Er lässt kein Wasser hinein und verhindert dadurch ein schnelles Auskühlen des Körpers“.

Abschluss

Die Ausbildung der Marinesoldaten an den Rettungsmitteln ist ein elementarer Bestandteil der seemännischen Ausbildung. An der MTS lernen die angehenden Soltatinnen und Soldaten bereits in der Grundausbildung die ersten Schritte der Seenotrettungsausbildung. Ob im Tagesdienst, auf Übungen oder im Einsatz – an Bord einer Marineeinheit steht die Sicherstellung der Rettungskette mit der Versorgung der Verletzten und Verwundeten stets im Vordergrund.


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Stand vom: 20.11.17 | Autor: 


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