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Fregatte „Baden-Württemberg“-Klasse (125)

Die Deutsche Marine muss in der Lage sein, auch in weit entfernten Seegebieten über lange Zeiträume Präsenz zu zeigen. Sie muss fähig sein, die Seewege gegen Bedrohungen durch Piraterie und Terrorismus, aber auch gegen Flugzeuge, Uboote und Kriegsschiffe schützen zu können.

F 222 „Baden-Württemberg“ in der Schräglage.

F 222 „Baden-Württemberg“ in der Schräglage (Quelle: 2016 Bundeswehr / Carsten Vennemann )Größere Abbildung anzeigen

Darüber hinaus muss die Kooperation mit Heer und Luftwaffe stärker sein, da es im Rahmen des Schutzes von Seewegen notwendig ist Ziele an Land, etwa durch weitreichende Artillerie oder Spezialkräfte, zu bekämpfen. Für diese Aufgaben beschafft die Marine vier Schiffe, die auf weit entfernte Einsätze gegen asymmetrische Bedrohungen optimiert sein werden. Die Bundeswehr hat deshalb vier neue Fregatten der Klasse F 125 in Auftrag gegeben, womit die Marine vier hochmoderne und zukunftweisende Schiffe erhält.

Wesentliche Fähigkeiten:

  • zum weltweiten Einsatz über längere Dauer (Intensivnutzbarkeit)
  • zur Teilnahme an sowie Führung von nationalen wie multinationalen Verbänden
  • zur Teilnahme an sowie Führung von maritimen Operationen auch mittlerer/geringerer Intensität, wie Evakuierungsoperationen oder maritimer Hilfeleistungen (flexible Handlungsoptionen)

Darüber hinaus:

  • Automatisierte Abwehr asymmetrischer Bedrohungen
  • Weitreichende taktische Feuerunterstützung von Landeinheiten
  • Unterbringung und Abstützung von Spezial- und spezialisierten Kräften,
    bei gleichzeitiger
  • Einsatzdauer im Einsatzgebiet von 24 Monaten
  • Reduzierung der Besatzungsstärke und Umsetzung eines Mehrbesatzungskonzeptes

F 222 „Baden-Württemberg“ auf Reise durch die Weltmeere.

F 222 „Baden-Württemberg“ auf hoher See (Quelle: 2016 Bundeswehr / Carsten Vennemann)Größere Abbildung anzeigen

Innovative Intensivnutzbarkeit und Mehrbesatzungskonzept

Der Hin- und Rücktransit eines Schiffes in derzeitige Einsatzgebiete dauert zirka sechs Wochen. Die Fregatte F 125 soll bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet verbleiben. Lediglich die Besatzung soll ausgetauscht werden. Hierfür sind die Intensivnutzbarkeit des Schiffes und ein Mehrbesatzungskonzept notwendig. Um ein Schiff intensiv nutzbar zu machen, müssen die Wartungsintervalle wesentlich länger sein. Das Schiff muss zwei Jahre ohne größere planmäßige Wartungen auskommen. Dazu sind in vielen Bereichen innovative technische Konzepte notwendig, die zukünftig umgesetzt werden.

Die Einsätze der einzelnen Besatzungen sind auf durchschnittlich vier Monate im Jahr begrenzt. Zukünftig werden acht Besatzungen unter der Bezeichnung Crew Alpha bis Hotel die vier Schiffe abwechselnd durch die Einsätze führen. Durch die Einführung einer weitgehenden Automation kann die Besatzungsstärke, die zum Betrieb des Schiffes notwendig ist, auf 120 Personen reduziert werden. Die nicht an Bord der Schiffe eingesetzten Besatzungen werden im Standort Wilhelmshaven Dienst leisten. Nach erfolgter Regeneration vom Einsatz werden sie von dort aus an notwendigen Aus- und Weiterbildungen teilnehmen.

Ein 127 mm Geschützturm ist die auffälligste Waffe an Bord.

Das 127 mm OTO-Melara Geschütz (Quelle: 2016 Bundeswehr / Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Neuartiges Waffenkonzept

Ein neuartiges Sensor-Waffen-Konzept bietet dem Schiff flexible Handlungsoptionen. Dabei ist die Waffenwirkung von leichten Handwaffen bis zum Geschützturm mit 127 mm und Flugkörpern zur See-und Luftzielbekämpfung abgestuft. Fast alle Waffen an Bord sind ferngesteuert, sodass sich der Schütze bei Beschuss keiner unmittelbaren Gefahr aussetzt. Hinzu kommen automatisierte Überwachungssysteme für die Systeme an Bord sowie für den unmittelbaren Umkreis des Schiffes auf Reede und im Hafen.

Die geforderte Flexibilität wird durch die Einschiffung von Bordhubschraubern, Spezialisierten Kräften, Verbandsführern mit Stab sowie durch die Integration von mehreren leistungsstarken Booten gegeben. Eine F 125 besitzt vier dieser Boote, mit denen man Spezialkräfte verbringen, den Schutz eines Konvois verbessern, Verletzte transportieren und Personen evakuieren kann.

Technische Daten

  • Länge: 149,60 m
  • Breite: 18,80 m
  • Tiefgang: 5,4 m
  • Einsatzverdrängung: 7100 t
  • Geschwindigkeit: >26 Knoten
  • Antrieb: CODLAG (Combined Diesel eLectric And Gasturbine)
  • 4 Diesel-Generatoren mit je 2.900 KW
  • 2 Elektrische Fahrmotoren mit je 4.500 KW
  • 1 Gasturbine mit 20.000 KW
  • Bugstrahlruder mit 1.000 KW
  • Unterbringungskapazität: 190 Personen
  • Stammbesatzung: 120 Personen
  • Einschiffungskapazität: max. 70 Personen
  • Bordhubschrauber: 2
Die Computeranimierte Steuerbordseitenversion der Fregattenklasse F 125.

Steuerbordseite der Fregattenklasse F 125 (Quelle: ARGE F 125 )Größere Abbildung anzeigen

Sensoren:

  • 4-Flächen C-Band Radar (3-D),
  • Freund-Feind-Erkennung (IFF),
  • Elektronische Unterstützungsmaßnahmen(EloUM),
  • Elektrooptische Zielerkennung,
  • Automatisierte 360°-Infrarotüberwachung,
  • Taucher-Detektions-Sonar

Bewaffnung:

  • 1x 127-mm Marinegeschütz (zur Seeziel- und Landbekämpfung, auch im Verbund mit dem Heer)
  • 2x 27-mm Marineleichtgeschütze (MLG), automatisiert
  • 5x 12,7-mm Maschinengewehre, automatisiert
  • 2x Vierfachstartgeräte für Flugkörper HARPOON
  • 2x Nahbereichflugabwehrsystem RAM
  • 4x Täuschkörperwurfanlagen (MASS)
  • sowie diverse Handwaffen und Maschinengewehre

Einsatzboote:

  • 4 Festrumpfboote
  • Länge: 10,10 m
  • Breite: 3,50 m
  • Gewicht: max. 8.000 kg (mit 1.900 kg Zuladung)
  • Motorleistung: 2 x 272 kW (370 PS)
  • Geschwindigkeit: 35 kn bei max. Gewicht
  • Reichweite: 130 sm (bei 20 – 25 kn)
    max. 15 Personen an Bord

Zukünftige Einheiten

Einheiten, Geschwader, Standorte
EinheitenGeschwaderHeimathafen
F 222 „Baden-Württemberg“4. FregattengeschwaderWilhelmshaven
F 223 „Nordrhein-Westfalen“4. FregattengeschwaderWilhelmshaven
F 224 „Sachsen-Anhalt“4. FregattengeschwaderWilhelmshaven
F 225 „Rheinland-Pfalz“4. FregattengeschwaderWilhelmshaven


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Stand vom: 31.05.17 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.waffenun.fregatten.badenwuerttemberg