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Die Marine und ihre „Seehunde“

Befindet sich ein Hohlstablenkboot auf See, dann ist es nie allein. Ein „Seehund“ ist immer an seiner Seite, zur Unterstützung im Kampf gegen Minen.

Minenräumdrohne „Seehund“.

Minenräumdrohne „Seehund“ (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Unter „Seehund“ ist bei der Marine nicht das Säugetier gemeint, sondern ein kleines Boot, dass das Hohlstablenkboot (HL-Boot) bei der Suche und Zerstörung von Minen unterstützt. Mit nur zwei Mann Besatzung gehört der „Seehund“ zu einer der kleinsten schwimmenden Einheiten der Marine.

Zur Hauptaufgabe gehört die Bekämpfung von Minen durch die Simulation von akustischen und magnetischen Zündsystemen. Sie können auch die Detonation von Minen in kurzer Entfernung ohne Schaden überstehen.

Er hat eine Länge von 25 Metern und verdrängt 95 Tonnen. Holzverkleidung, Deck und Aufbau verbessern das Seeverhalten und erleichtern den bemannten Betrieb bei Überführungsfahrten. Der „Seehund“ hat einen zwölf Zylinder V-Diesel Motor. Ein Schottelruderpropeller wird durch Hydraulik angetrieben und verleiht dem „Seehund“ dadurch eine Höchstgeschwindigkeit von neun Knoten.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass das HL-Boot die Steuerung des „Seehundes“ übernimmt. Durch den „Seehund“ ist das Zerstören von Minen für das Hohlstablenkboot einfacher und schneller zu bewältigen.

Die Besatzung des „Seehundes“ arbeitet am Motor.

Die Besatzung des „Seehundes“ arbeitet am Motor (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Es befinden sich je zwei Soldaten an Bord, meist ein erfahrener und ein Neuankömmling. Dadurch können Informationen, wie zum Beispiel neu auftretende Probleme der Maschine an den jüngeren weitergegeben werden. Bis die Soldaten einen „Seehund“ fahren dürfen, durchlaufen Sie eine dreiwöchige Ausbildung. Zu der Ausbildung gehört sowohl die Karten- und Wetterlehre wie auch die Fahrausbildung. Zum Schluss nimmt der Kommandant die Prüfung ab. Die Soldaten erhalten dann wie im zivilen Leben einen Führerschein, den sogenannten „Seehundführerschein“. Jedes Hohlstablenkboot hat drei bis vier „Seehunde“ an seiner Seite. Der Kommandant des jeweiligen HL-Boots entscheidet, wie lange sich die Crew des „Seehundes“ auf See befindet.

An Bord befinden sich keine Duschen oder Kojen. Eine lange Bank auf der Brücke dient als Schlafplatz. Die Lebensmittelversorgung und Betankung erfolgt durch die „Zentrale“ (HL-Boot). Dort haben die Soldaten auch die Möglichkeit, sich zu duschen. Da die Maschinen im „Seehund“ einzigartig sind, kann es immer wieder zu Ausfällen oder Störungen kommen. Deshalb ist die Arbeit auf einem „Seehund“ ein reiner Knochenjob und bei über 50 Grad Celsius im Maschinenraum wird den Soldaten alles abverlangt.


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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.waffenun.minenabw.ensdorf.seehunde