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Minenjagd- und Tauchereinsatzboote „Frankenthal“-Klasse (MJ 332)

Zwischen 1992 und 1998 wurden im Zuge der Modernisierung der deutschen Minenstreitkräfte zwölf Minenjagdboote der "Frankenthalklasse" (MJ332) in Dienst gestellt. Dabei wurde auf die bereits bei der "Hameln"-Klasse (SM343) bewährte Einheitsplattform aus nicht magnetisierbarem Stahl zurückgegriffen. Sie ist die Basis für ein auf die Minenjagd optimiertes Gesamtsystem. Die Deutsche Marine betreibt heute noch zehn dieser Boote. Sie werden zukünftig gebündelt alle Fähigkeiten der verbundenen Seeminenabwehr (Minenjagd, Minenräumen, Minentauchen) bereitstellen, wenn die beiden verbliebenen Hohlstablenkboote der "Ensdorf"-Klasse zu Ausbildungs- und Nachwuchswerbeplattformen umgebaut sein werden.

Der „Seefuchs“ unter Wasser fotografiert.
Mittels Lichtwellenkabel wird die Drohne über das Sonar des Bootes zu dem minenähnlichen Objekt geführt (Quelle: 2014 Headquarters MARCOM)Größere Abbildung anzeigen

Die Minenjagdboote der "Frankenthal"-Klasse betreiben das moderne Integrated Mine Countermeasures Systems (IMCMS) als Führungs- und Waffeneinsatzsystem. Die ferngelenkte Identifizierungs- und Minenbekämpfungsdrohne "Seefuchs" mit hochauflösendem Nahbereichssonar und Videokamera kann unter Wasser geortete Objekte identifizieren und vernichten. An Bord dreier Minenjagdboote kommt gegenwärtig noch die kabelgesteuerte Identifizierungs- und Minenvernichtungsdrohne "Pinguin" zum Einsatz. Diese Boote werden im Lauf der kommenden Jahre auf IMCMS und die "Seefuchs"-Drohne umgerüstet und damit einem modernen Entwicklungsstand angepasst. Sie erhalten außerdem die Fähigkeit, vier Überwasser-Räumgeräte "Seehund" ferngelenkt einzusetzen. Diese zur Minenjagd komplementäre Fähigkeit zum Minenräumen ist für die Deutsche Marine unverzichtbar und in der NATO einzigartig.

Von Bord der Boote "Rottweil" und "Bad Rappenau" können Minentauchereinsatzgruppen operieren. Minentaucher können Minen und Munition an schwer zugänglichen Stellen wie Hafenanlagen, Flachwasserbereichen oder Strandabschnitten unschädlich machen. Minentaucher verfügen über eine spezielle Ausbildung zur Beseitigung von Kampfmitteln aller Art. Die Ausbildung zum Minentaucher gehört zu den anspruchsvollsten Verwendungen in der Deutschen Marine.

Die Boote gehören der Einsatzflottille 1 an. Sie sind in Kiel stationiert.

Technische Daten

  • Maße (Länge /Breite /Tiefgang): 54,4 m / 9,2 m / 2,6 m
  • Einsatzverdrängung: 650 t
  • Geschwindigkeit: ca. 18 kn

Antriebsanlage

  • Leistung: 4.080 kW (5.550 PS)

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Bewaffnung

  • 1x 27 mm Marineleichtgeschütz
  • 2x Fliegerfaust 2 (Stinger)
  • Minenlegekapazität

Ausrüstung

  • Identifizierungs- und Minenvernichtungsdrohne „Pinguin“
  • Teleskop-Bordkran
  • Taucherdruckkammer
  • Minentaucherausrüstung
  • Identifizierungs- und Minenbekämpfungsdrohne „Seefuchs“

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Besatzung

  • 42

Einheiten

Einheiten, Geschwader und Standorte
NameGeschwaderHeimathafen
M 1058 „Fulda“3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1059 „Weilheim“3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1061 „Rottweil“ (Tauchereinsatzboot)3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1062 „Sulzbach-Rosenberg“3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1063 „Bad Bevensen“3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1064 „Grömitz“3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1065 „Dillingen“3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1067 „Bad Rappenau“ (Tauchereinsatzboot)3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1068 „Datteln“3. MinensuchgeschwaderKiel
M 1069 „Homburg“3. MinensuchgeschwaderKiel

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Stand vom: 16.01.18 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.waffenun.minenabw.frankenthal