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MKS 180: Das „K“ steht für „Kampf“

Rostock, 15.04.2019.

Die Deutsche Marine plant das Mehrzweckkampfschiff 180 als Allrounder. Missionsmodule decken ein breites Einsatzspektrum ab – mit Überlegenheit im Seekrieg am äußersten Ende.

Mehrzweckkampfschiff 180: Konzeptgrafik des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (Quelle: 2015 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Das MKS 180 wird eine Allzweckwaffe sein. Einbaumodule, die auf spezifische militärische Missionen ausgelegt sind, werden das möglich machen. Diese Missionsmodule sind der Kern dessen, was „Mehrzweckkampfschiff“ praktisch bedeutet.

Diese Modularität ist die Konsequenz sowohl aus der Erfahrung, die die Bundeswehr mittlerweile mit teils jahrelang dauernden Stabilisierungsoperationen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung besitzt – als auch den Anforderungen, die eine Landes- und Bündnisverteidigung in Europa hat. Das MKS soll also in der Lage sein, einerseits überall auf der Welt lange Zeit große Seeräume zu patrouillieren, Embargos zu überwachen und notfalls deutsche Staatsbürger aus Krisensituationen zu evakuieren, andererseits im Nordatlantik oder Mittelmeer sich notfalls im Seegefecht gegen andere Kriegsschiffe seiner Art und U-Boote durchsetzen zu können. Ein einzelner Schiffstyp konnte so ein breites Aufgabenspektrum bisher nicht erfüllen.

Dabei ist die Grundvariante des MKS allein schon ein vollwertiges Kampfschiff. Austauschbare Einbauten ergänzen diese Kernfähigkeit und machen das Schiff dann zum Spezialisten. Zwei solcher Missionsmodule sind zurzeit vorgesehen: ein Modul „ASW-Lagebild“ und ein Modul „Gewahrsam“.

Einsatzaufgaben

Selbstverteidigung und Kampfeinsätze

Erstellung eines Maritimen Lagebildes über und unter Wasser

Seeraumüberwachung und Embargokontrolle, inklusive Boarding

Militärische Evakuierung in Krisensituationen

Begleitschutz für Handelsschiffe

Führung von Einsatzverbänden in See

Flexibilität dank Modulsystem

Das Missionsmodul „ASW-Lagebild“ macht das MKS zum dezidierten U-Boot-Jäger. Mit Bordhubschraubern und den eigenen Sonaren – im Verbund mit den Sensoren verbündeter Aufklärungsflugzeuge und U-Boote – kann das Schiff ein großes Seegebiet sicher gegen Gefahren aus der Tiefe machen.

Das Modul „Gewahrsam“ macht aus dem MKS einen schwimmenden Stützpunkt für Anti-Piraterie-Missionen. Mehrere Zellenräume erlauben es, Personen vorübergehend in Gewahrsam zu nehmen; eine zusätzliche Sanitätsstation macht ärztliche Untersuchungen unter Quarantänebedingungen möglich.

Neben diesen beiden plant die Marine weitere Module. Eines davon ist unter anderem mit einer Taucherkammer und weiteren Spezialgeräten für die Minenjagd ausgestattet.

Die Unterbringung der Missionsmodule verteilt sich auf drei Bereiche im Schiff. Ein sogenanntes Flex- Deck befindet sich unterhalb des Flugdecks am Heck. Mithilfe eines externen Krans lässt es sich über eine Ladeluke von oben bestücken. Zwei weitere Flex-Decks befinden sich ungefähr auf halber Schiffslänge in den Aufbauten und sind mit einem bordeigenen Mehrzweckcontainerkran zu erreichen.

Die Marine fordert vom künftigen Schiffbauer, dass Austausch und Inbetriebnahme der Module möglichst schnell und weltweit, ohne Eingriffe in die Schiffsstruktur und ohne eine Werft erfolgen kann. Außerdem müssen die Module den klimatischen und ozeanografischen Bedingungen standhalten, die im jeweiligen Einsatzgebiet vorherrschen. So wird das MKS genauso in den Tropen unterwegs sein können wie auch eine Eisklasse besitzen, um polare Gewässer zu befahren.

Wesentliche Kennzeichen

Flugabwehrraketen mittlerer und kurzer Reichweite

weitreichende Seeziel-Flugkörper

Hauptgeschütz 127 Millimeter mit reichweitengesteigerter Munition

Wasserwerfer, schwere Maschinengewehre, Marineleichtgeschütze

Einsatzboote, Aufklärungsdrohnen, U-Jagd-Bordhubschrauber

Modularität braucht Platz

Die Modularität des MKS bringt einige Vorteile: Nicht benötigte Missionsmodule können unabhängig von ihrer Einsatzplattform Schiff gelagert und gewartet werden. Die Module müssen nicht für jedes Schiff beschafft werden und lassen sich auch zeitlich unabhängig davon anschaffen. Bei veränderten Einsatzbedingungen und weiterentwickelter Technologie muss gegebenenfalls nur das Modul modernisiert werden. Und die standardisierten Schnittstellen an Bord erlauben es, neuartige Module zu entwickeln.

Die Größe der MKS wird im Vergleich zu bisherigen Schiffen der Deutschen Marine beeindruckend, denn sie benötigen unter anderem genügend Raum für die unterschiedlichen Module. Die Planer der Marine kalkulieren für das MKS eine Länge von rund 155 Metern und einer Wasserverdrängung von bis zu 9.000 Tons. Zum Vergleich: Die Fregatten der „Baden-Württemberg“-Klasse sind gut fünf Meter kürzer und fast 2.000 Tons kleiner. Und schon diese Fregatten sind annähernd doppelt so groß wie die Fregatten der „Bremen“-Klasse.

Von den Fregatten der „Baden-Württemberg“-Klasse, die die Marine ab diesem Jahr in Dienst stellt, werden die MKS allerdings einige Merkmale übernehmen – vor allem Automatisierung und geringer Wartungsaufwand der technischen Anlagen sowie das Mehrbesatzungskonzept. Das wird auch diesen neuen Schiffen erlauben, bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet zu bleiben, während die rund 110-köpfige Besatzung alle vier Monate rotiert. Zusätzlich zu dieser Stammcrew kommen dann bis zu 70 Personen, die auf die Missionsmodule spezialisiert sind.

KenngröSSen

Länge: circa 155 Meter Konstruktionswasserlinie

Wasserverdrängung: maximal 9.000 Tons

Kojenkapazität: 110 Personen Stammbesatzung, 70 Personen Einschiffungskontingente

Einsatzzeit: 24 Monate

Fahrtgebiet: weltweit

Eisklasse: 1C/E1 für Seegebiete mit Eisbildung

Nutzungsdauer: 30 Jahre


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Stand vom: 02.09.2019 | Autor: 


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