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Ehrenkreuz nach Unfall auf der „Sachsen“ verliehen

Wilhelmshaven, 20.06.2019.

Daniel Lackner ist am 20. Juni mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold ausgezeichnet worden – für eine hervorragende Einzeltat beim Flugkörperunfall auf der Fregatte „Sachsen“ 2018.

Flottillenadmiral Ralf Kuchler und Hauptbootsmann Daniel Lackner (l.) nach der Ehrung (Quelle: 2019 Bundeswehr / Kim Brakensiek/Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Im Juni 2018 gab es beim Schießvorhaben auf der „Sachsen“ während des Flugkörperschießens vor Nordnorwegen einen Zwischenfall. Ein Flugkörper blieb im Modul stecken, die Treibladung brannte vollständig ab und verursachte einen Brand mit großer Hitzeentwicklung.

Die Besatzung reagierte professionell, brachte das Feuer ohne weitere größere Schäden am Schiff unter Kontrolle. Der durch den Unfall beschädigte, 80 Kilogramm schwere Gefechtskopf des Flugkörpers lag noch auf dem Oberdeck der Fregatte.

In dieser Extremsituation gelang es Hauptbootsmann Daniel Lackner und drei weiteren Kameraden, den Gefechtskopf vorsichtig an die Reling zu transportieren, mit einem Netz und Seilen ins Wasser zu lassen und in der tiefen See des Übungsgebiets zu versenken.

„Das ist eine Auszeichnung in der Bundeswehr, die es nicht alle Tage gibt“, erklärte der Kommandeur der Einsatzflottille 2, Flottillenadmiral Ralf Kuchler, der Lackner das Ehrenzeichen verlieh. „Er hat mit seinen Kameraden in kürzester Zeit einen Plan entwickelt, um diesen Gefechtskopf von Bord zu bekommen und damit die Gefahr für Schiff und Besatzung abzuwenden. Und das verdient unser aller Respekt: Bravo Zulu!“

Blick auf mehrere Reihen von mittelgroßen Klappen auf dem Oberdeck eines Kriegsschiffs; daran sind Rauch- und Brandspuren zu sehen.
Das Vertical Launch System der „Sachsen“ nach der Fehlfunktion. (Quelle: 2018 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Hauptbootsmann Lackner war einer der Flugkörpermeister des Schiffes. Als solchem gehörte die Wartung der komplexen Waffensysteme zu seinem Aufgabenbereich. Außer ihm wurden die übrigen Beteiligten ebenfalls bereits mit dem Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet: Oberleutnant zur See Matthias Labude und Hauptbootsmann Tim Weiß.

Das Ehrenkreuz der Bundeswehr in seiner Sonderform für besonders herausragende Leistungen, insbesondere hervorragende Einzeltaten unter Gefahr für Leib und Leben wurde 2008 von Bundespräsident Horst Köhler gestiftet. Es wurde seither rund 150-mal verliehen.


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Stand vom: 21.06.2019 | Autor: 


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