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Historisch-Taktische Tagung der Marine: „Kalt, aber heiß – die Nordflanke“

Rostock, 08.01.2016.

Über 560 Gäste kamen auf Einladung von Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, zur diesjährigen Historisch-Taktischen Tagung der Marine (HiTaTa). Die traditionsreichste Veranstaltung der Marine fand bereits zum 56. Mal statt. Vom 5. bis 7. Januar diskutierten Marineoffiziere und geladene Gäste in Dobbin-Linstow (Landkreis Rostock) das Generalthema „Kalt, aber heiß – die Nordflanke“.

Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine bei seiner Rede.
Vizeadmiral Andreas Krause dankt für das Geleistete im vergangenen Jahr (Quelle: 2016 Bundeswehr / Matthias Letzin)Größere Abbildung anzeigen

Die HiTaTa dient der Diskussion über historische und aktuelle Themen anhand von Vorträgen zumeist junger Offiziere. Zugleich ist sie das größte Gesprächsforum von Marineoffizieren für fachlichen Meinungsaustausch und Netzwerkpflege bzw. -aufbau.

Nach militärgeschichtlichen Überblicken über die Entwicklung des Nordflankenraumes bis 1939 (Fregattenkapitän d.R. Dr. Jann Witt, Marineschule Mürwik) und über den Kampf um das Nordmeer im 2. Weltkrieg (Oberleutnant zur See Benjamin Bachmann, Korvette „Braunschweig“) wurden die Nordflanke als Achillesferse der NATO (Kapitänleutnant Alexander Heinrich, Marinefliegergeschwader 5) sowie Konflikte und Kooperationen in der Ostsee (Oberleutnant zur See Janine Pirrwitz, Marinekommando) beleuchtet. Der Klimawandel im Norden (Kapitänleutnant Victoria Wirkner, Zentrum Luftoperationen) und seine Folgen für die dortigen widerstreitenden Interessen und Strategien im 21. Jahrhundert (Kapitänleutnant Laura Ohlendorf, Fregatte „Brandenburg“) richteten den Blick auf die Arktis.

Ein besonderer Höhepunkt war die dänische Perspektive auf Nordflanke und Arktis, die Konteradmiral Frank Trojahn, Befehlshaber der Königlichen Dänischen Marine, eröffnete. Mit ihm nahm erstmals ein ausländischer Admiral aktiv an der HiTaTa teil. Außerhalb des Tagungsthemas machte Fregattenkapitän Friedrich Szepansky, Marinemusikkorps Kiel, einen Streifzug durch die Geschichte der Militärmusik der Marine in Kiel.

Traditionell endete die Tagung mit dem Dank von Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine, für das im zurückliegenden Jahr Geleistete und seinem Ausblick auf die Schwerpunkte der Marine im neuen Jahr. Vizeadmiral Krause betonte, dass die Marine an ihrer Belastungsgrenze angekommen sei. Der kurzfristig im Dezember erfolgte Schutzauftrag der Fregatte „Augsburg“ für den französischen Flugzeugträger „Charles De Gaulle“ und der dadurch erforderlich gewordene Einsatz des Minenjagdbootes „Weilheim“ bei der Seenotrettung von Flüchtlingen und der Bekämpfung der Schleuserkriminalität im Mittelmeer (EUNAVFOR MED/Operation Sophia) hätten die Flexibilität bis zum Äußersten ausgereizt: „Wir leben in sicherheitspolitisch außerordentlich fordernden Zeiten. Wir sehen uns mit Migrationsströmen konfrontiert, weil Staaten zusammenbrechen, und Terror grassiert.“ Krisen und Konflikte seien längst im Zentrum Europas angekommen. „Heute stehen klassische Landes- und Bündnisverteidigung und Krisenbewältigung gleichwertig nebeneinander“, erklärte der Inspekteur.

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„Kameradschaft macht stark!“

Unter diesem Motto wurden während der diesjährigen Historisch-Taktischen Tagung (HiTaTa) 1.622 Euro für das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr e.V. gespendet. Der Verein wurde 1957 als Selbsthilfeorganisation aller Soldaten gegründet, um unverschuldet in Not geratenen Kameradinnen und Kameraden Hilfe zu gewähren.

Über die erreichte Summe waren die Verantwortlichen sichtlich stolz. Alleine durch die Bon-Spenden kamen vom 5. bis 7. Januar nahezu 500 Euro zu Gunsten des Soldatenhilfswerks zusammen. Der Vorsitzende des Soldatenhilfswerks der Bundeswehr e.V., Vizeadmiral a.D. Heinrich Lange, war vor Ort und hatte persönlich vor Beginn des Gesellschaftsabends Spenden gesammelt. „Großartiges Ergebnis!“, so seine Meinung.

Kameraden kann nur geholfen werden, wenn vorher gespendet wurde. Es gibt weder staatliche Zuschüsse, noch Mitgliedsbeträge. Die Hilfen setzen sich zu 100 % aus Spenden zusammen. Alleine in den letzten beiden Jahren haben in Not geratene Marinesoldaten Kameradschaftshilfen in Höhe von 35.000 Euro erhalten. Das heißt, dieses Geld musste zuvor bei Tagungen, Gemeinschaftsabenden und Jubiläen mit viel Einsatz gesammelt werden.

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Stand vom: 20.11.17 | Autor: 


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